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13-jähriger ist „Stadionsprecher“ des Fußball-Landesligisten Landolfshausen

Linus Tappe: Beworben und sofort genommen 13-jähriger ist „Stadionsprecher“ des Fußball-Landesligisten Landolfshausen

Linus Tappe hat Mut. Der 13-Jährige ist inzwischen in der zweiten Saison „Stadionsprecher“ des Fußball-Landesligisten TSV Landolfshausen – und er macht seinen Job super.

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Naturtalent: Linus Tappe brilliert als Stadionsprecher des TSV Landolfshausen.

Quelle: Heller

Landolfshausen. Gegen 14.50 Uhr kommt der Siebtklässler der IGS Geismar lässig die Treppe im Sporthaus hinunter, gerade hat er sich das Mikrofon und einen Ausdruck mit allen Spielernamen geholt. Vor dem Sporthaus stellt sich Linus in Position und liest die Aufstellungen vor. Zuerst natürlich, so gehört es sich, die Namen der Gäste – sachlich im Ton, eher schnell in der Geschwindigkeit.

Dann kommt das Gastgeberteam: Akzentuiert und entsprechend langsam verkündet er die Spielernamen des TSV. Später stellt sich raus: Er kennt sie alle gut, weiß viel über die TSVer. So beispielsweise auch, dass der Elfmeterschütze zum 1:0 Mahsum Orak schon drei Treffer in dieser Saison auf seinem Konto hat.

Nach dem Anpfiff setzt sich der C-Junioren-Fußballer der JSG Radolfshausen zu seinen Freunden – mit einem Auge aber immer auf dem Spielfeld. Auf dem Handy des Nachwuchsstürmers läuft die Spielzeit mit.

Sein Job hält ihn jedoch nicht davon ab, Fachgespräche mit den Gleichaltrigen zu führen. Darin geht es um die Beurteilung der lokalen Landesliga-Konkurrenz vom 1. SC 05 und SCW, über die Auflagen des Fußballverbandes, die in Landolfshausen erfüllt werden müssten, falls die Mannschaft einmal den Sprung in die Regionalliga schaffen sollte, bis hin zu den Vor- und Nachteilen von Schulsport am Montag in den ersten beiden Stunden.

Sensorik-Tests der Pommes Frites kommen bei den Jungs dazu: Schmecken die Kartoffeln aus der Friteuse des Sportplatz-Kiosks mit ein­fachem Küchensalz oder mit dem speziellen Pommes-Gewürz besser. Die jungen Herren sind unentschieden.

Seine Dienste hat Linus dem TSV selbst angeboten. Vorbereitung braucht er nicht viel: „Ich lese mir die fremden Namen zweimal durch, dann klappt das schon. Viele Gästemannschaften loben mich anschließend auch“, berichtet er stolz. Im Hamburger Volkspark-Stadion hat der Marco-Reus- und BVB-Fan schon einmal echte Stadionatmosphäre genossen und sich inspirieren lassen.

Daher auch die Ansage nach der TSV-Führung: „Landolfshausen Eins, Hillerse Nuuuuuuuuuull.“ Anders als die Sprecher in den großen Arenen, ist Linus ein Ehrenamtler durch und durch. Es gibt kein Honorar, bislang nicht mal eine Extra-Portion Pommes.    

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