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500 Zuschauer bei Blindenfußball-Länderspiel

Erlebnis Turnfest 500 Zuschauer bei Blindenfußball-Länderspiel

Zwar hat die deutsche Blindenfußball-Nationalmannschaft am Wochenende mit 0:4 gegen Vize-Weltmeister Argentinien verloren – allerdings in zwei Testspielen: am Sonnabend und Sonntag jeweils mit 0:2, für Deutschland gute Ergebnisse.

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Harte Zweikämpfe im Jahnstadion.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Allein am Sonntag waren auf dem Kunstrasenplatz am Jahnstadion Göttingen 500 Zuschauer dabei. Auch das war für die deutschen Blindenfußballer ein großer Erfolg, will man doch durch erhöhte Aufmerksamkeit eine bessere Finanzierung des Sportes erreichen.

War die Mannschaft mit ihrem Göttinger Teammanager Rolf Husmann gegen die finanziell viel besser ausgestatteten Südamerikaner beim Turnier in Regensburg noch mit 0:5 untergegangen, hielt Deutschland am Sonntag bis kurz vor der Halbzeit ein 0:0. Routinier Alex Fangmann hatte sogar die Chance zur Führung, doch der argentinische Keeper hielt ausgezeichnet.

Letztlich setzte sich aber das bessere Team durch: Vor der Pause traf Ivan Figueroa per Achtmeter unten rechts, nach der Pause Maxi Espinillo per sattem Spannstoß. „Er nagelt den Ball ins Netz“, kommentierte Reporter Maurizio Valgolio für das Hörmodul des Blindenfußball-Internetauftrittes. Argentinien hatte außerdem einige Aluminiumtreffer, und ein regelrechter Meister seines Faches ist Froilan Padilla, dessen Sololäufe ungläubiges Staunen und Raunen nach sich zogen.

„Es war ein hoher Lerneffekt für unsere Spieler“, unterstrich Teammanager Husmann, während Bundestrainer Ulrich Pfisterer resümierte, dass die technische Überlegenheit der Argentinier entscheidend gewesen sei. Abwehrchef Mulgheta „Mulle“ Russom ärgerte sich über viele Fehler des deutschen Teams.

„Es wird der Punkt kommen, an dem sich der DFB mehr für den Blindenfußball engagiert und nicht nur für die da oben“, ist Pfisterer überzeugt. Die Zeichen stehen momentan besser denn je, erst recht nach den Auftritten in Göttingen. In der Pause sagte Thomas Oppermann, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und Ehrenmitglied des Blindenfußball-Fördervereins, zu, sich zu engagieren: „Es hat bereits ein Spitzengespräch gegeben. Es muss sich etwas ändern, und wir machen weiter Druck.“

Das würde auch den zehnjährigen Felix Herwig freuen: Der blinde Junge war mit seiner Familie extra für das Spiel aus Kassel angereist – und holte sich nach der Partie vom argentinischen Nationaltrainer Martin Demonte prompt Tipps ab. „Ein 0:2 ist besser als ein 0:5“, sagte Felix weise. Das nächste Länderspiel will er sich auf der Blindenfußball-Webseite anhören.

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Das Blindenfußball-Länderspiel am Sonntag hatte ein Nachspiel, nämlich die Begegnung zwischen einem gemischten Betreuerteam und der Göttinger Prominentenmannschaft „Lokalpatrioten“.

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