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Acht Spielerinnen wollen den SV Bernshausen trotz Aufstiegs verlassen

Frauenfußball Acht Spielerinnen wollen den SV Bernshausen trotz Aufstiegs verlassen

Sportlicher Erfolg mit Meisterschaft und Aufstieg in die nächst höhere Klasse sorgt an sich für große Freude und einen gemeinsamen zuversichtlichen Blick in die Zukunft mit neuen Herausforderungen. Beim SV Bernshausen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein. Dessen Fußballerinnen errangen souverän den Titel in der Bezirksliga und schafften damit den Aufstieg in die Landesliga.

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Wollen den SV Bernshausen wieder verlassen: Desiree Gries (am Boden) und Deborah Meyer (links), hier gegen RW Göttingen.

Quelle: Schneemann

Bernshausen. Überraschenderweise  verkündete jedoch der Vereinsvorstand nur wenige Tage nach dem sportlichen Triumph die Trennung vom erfolgreichen Trainerduo Bianca Klennert/Torsten Keil mit der Begründung, es fehle beiden eine offizielle Trainerlizenz und man traue ihnen nicht zu, das Saisonziel Klassenerhalt mit der Mannschaft zu schaffen. Zukünftiger Trainer wird Dennis von Ahlen, der zuletzt die Bernshäuser Herrenmannschaft in der 1. Kreisklasse trainierte.

 
Enttäuscht und selbst überrascht von der Entscheidung waren acht Spielerinnen (Desiree Gries, Dana Morick, Deborah Meyer, Elena Müller, Marie-Luise Rudolph, Franziska Gonzalez, Marie Gonzalez, Kiara Freckmann). „Wir konnten die Maßnahme des Vorstands nicht billigen und akzeptieren“, betonte Mittelfeldspielerin Desiree Gries auf Tageblatt-Nachfrage. Sie hatte zumindest einer vorherige Information und Erklärung seitens des Führungsgremiums an die Spielerinnen erwartet. „Wir waren mit der Arbeit und der Umgehensweise der beiden Trainer sehr zufrieden“, erklärt die ehemalige Oberligaspielerin, die im DFB-Stützpunkt ausgebildet wurde und in der Niedersachsen-Auswahl spielte. Für sie war es unverständlich, dass ein erfolgreicher Coach gefeurt wird, „tagelang“ benötigte sie zur Verarbeitung der Geschehnisse. Klar war für die 24-jährige Mutter eines vierjährigen Sohne, dass sie und die anderen sieben Teamkolleginnen unter diesen Umständen beim Landesliga-Aufsteiger nicht mehr weiterspielen werden.

 
Auch ein gemeinsames Gespräch mit der Vereinsführung stimmte das Oktett nicht um, da dieser an seiner personellen Entscheidung festhielt. „Für uns gibt es kein Zurück mehr“, betont Gries, die zuvor zehn Jahre lang in der Oberliga für den FFC Renshausen am Ball war, deshalb auch „kein Wandervogel“ sei und sich in ihrer ersten Saison in Bernshausen wohlfühlte. Sie hätte sich als Verstärkung für die Landesliga um zwei neue Spielerinnen gekümmert. Zudem wäre ihre 16-jährige Nichte Kiara Freckmann, die bereits ein Jahr am Seeburger See mit trainierte, mit nunmehr 16 Jahren für das Damenteam spielberechtigt.

 
Trotz intensiver Bemühungen war Bernshausens Vorsitzender Steffen Vollhase für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.  Fußballfachwart Andreas Wagner zeigte sich von den zahlreichen Wechseln überrascht. SV-Vorstandsmitglied Markus Gawor sprach auf Anfrage von einer „funktionierenden Damenmannschaft“. Man befände sich noch in einem frühen Stadium der Saisonvorbereitung und sei derzeit mit der Zusammenstellung des Kaders beschäftigt.

 
Den erklärten Abgang der acht Spielerinnen wollte Gawor nicht bejahen. „Wir werden mit einer guten Mannschaft in die neue Saison gehen“, betonte der Kassenwart des SV Bernshausen mit Blick auf die kurzfristige Zukunft.

Von Jochen Meyer

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