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Auf die fünfte gelbe Karte folgt künftig eine Spielsperre

Fußball-Kreisliga Auf die fünfte gelbe Karte folgt künftig eine Spielsperre

In den niedersächsischen Kreisligen wird ab der kommenden Fußball-Saison 2015/16 die automatische Sperre nach der fünften gelben Karte eingeführt. Das haben die Verantwortlichen auf der jüngsten Tagung des Verbandsspielausschusses in Barsinghausen beschlossen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. „Diese Regelung gilt für alle 44 niedersächsischen Kreise“, bestätigte der Spielausschuss-Vorsitzende des Fußballkreises Göttingen-Osterode Klaus Henkel. Bei roten oder gelb-roten Karten verfällt die vorher gezückte Gelb-Verwarnung. „Dadurch wird die Fairness gefördert“, erklärt Henkel den Beschluss. Auf Bezirksebene gilt die Regelung bereits seit einem Jahr. „Dort wurde deutlich festgestellt, dass es durch die Sperren-Regelung viel weniger gelbe und rote Karten gab“, erläutert Henkel.

 
Während einer Arbeitstagung des NFV-Kreises Göttingen-Osterode am 18. Juli in Dorste sollen die Vereine im Detail über die neue Regel informiert werden. Über das Online-Portal „DFB-Net“ können die Vereinsverantwortlichen sehen, welchen Akteure eine Sperre droht respektive welche Akteure gesperrt sind. Vorsicht ist jedoch beim Ausfüllen des elektronischen Spielberichtsbogens geboten. Fußballer, die gesperrt sind, sind zwar markiert, können jedoch laut Henkel trotzdem ausgewählt werden. Das würde anschließend Sanktionen nach sich ziehen – setzt ein Verein versehentlich einen gesperrten Spieler ein, sind die Punkte im Falle eines Sieges oder eines Unentschiedens weg.

 
Die Einführung dieser Regel befürwortet Dransfelds Spielertrainer Benjamin Mielenhausen. Er fordert allerdings Sorgfalt bei den Eintragungen ins Computersystem. „Das muss sauber ablaufen. Bei uns gab es in dieser Saison viele Fehler. Und wenn die passieren, kann es schnell zu einer Wettbewerbsverzerrung führen“, sagt der DSCer.

 
Auf wenig Gegenliebe stößt die Regel bei André Metenyszyn, Trainer von Kreisliga-Aufsteiger SV Eintracht Hahle. „Das ist nicht okay“, betont Metenyszyn, findet Gelb-Sperren in der Kreisliga „überflüssig“ und empfiehlt den Verantwortlichen, sich lieber „Gedanken über die Spielpläne zu machen. Wir haben sechs Monate Winterpause und spielen dann bis Ende Juni“.

 
Für Björn Nolte, Spielertrainer des FC Lindenberg-Adelebsen, kommt dieser Beschluss überraschend. „Es gibt viele junge, unerfahrene Schiedsrichter. Darin sehe ich ein Problem. Die ziehen vielleicht zu schnell mal eine Karte.“ Auch sich selbst sieht er in Gefahr: „Ich bin selbst einer, der als Spielertrainer einmal mehr den Mund aufmacht und Gelb kassiert. Ich muss in Zukunft höllisch aufpassen.“

 
Mit Sarkasmus begegnet Tobias Dietrich, der die SG Rhume coacht, dem Beschluss. „Da kann man sich immerhin wie ein Profi fühlen“, merkt Dietrich süffisant an und fügt hinzu: „Meine Mannschaft spielt eh so fair, dass keiner fünf gelbe Karten bekommt. Aber wer will, kann sich immerhin mit Augenmaß ein freies Wochenende verschaffen.“

 
Auf die Frage, wie er den Beschluss findet, antwortet Matthias Knauf, Trainer der SV Groß Ellershausen/Hetjershausen, kurz und knapp: „Weiß ich noch nicht. Es gibt doch wichtigere Sachen.“ Knauf wünscht sich, dass die Funktionäre einmal über die Umverteilung der Spiele debattieren. „Darüber, von April bis Oktober durchzuspielen, denkt niemand nach.“ Dass es in Zukunft fairer zugeht, ­erwartet der Coach nicht. Eher sieht er dagegen Probleme bei zahlenmäßig nicht so stark besetzten Teams. „Da könnten einige, die nur zwölf, dreizehn Leute haben, echte Not bekommen.“ Hinzu kommen taktische Erwägungen. „Wenn ich als übernächstes Spiel ein Spitzenspiel habe, lasse ich ­einen gefährdeten Spieler ­lieber einmal pausieren, um ihn dann später  dabei zu haben.“

 
Die personelle Quantität dürfe kein Gegenargument sein, findet der Spielausschuss-Vorsitzende Henkel: „Die Kreisliga ist die höchste Klasse auf Kreisebene. Da müsste so etwas funktionieren.“

 

Von Christian Roeben und Kathrin Lienig

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