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Bußgeldbescheide nach Mädchenfußball-Turnier im Eichsfeld

„Das müssen wir unterbinden“ Bußgeldbescheide nach Mädchenfußball-Turnier im Eichsfeld

Leander Beljan vom FFC Renshausen ist noch immer ein bisschen ungehalten. Weil Beljan und das Organisationsteam es bei den Hallenfußball-Bezirksmeisterschaften der C-Juniorinnen nicht rechtzeitig schafften, Staffelleiter Peter Dzimalle die Spielberichtsbögen zuzusenden, wurde der FFC mit einer Geldbuße belegt.

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Darf in der B-Jugend bereits bei den Erwachsenen eingesetzt werden: Renshausens Hannah Schmiedekind (rechts), hier bei den C-Juniorinnen-Bezirksmeisterschaften gegen den FC Eintracht Northeim.

Quelle: Jentzsch

Eichsfeld. Spätestens drei Tage nach dem Turnier müssen die Berichte dem Verantwortlichen laut der Bestimmung des NFV-Kreises Göttingen-Osterode vorliegen.

Dies sei für freundschaftliche Turniere ein sehr enges Zeitfenster, beklagt Beljan. „Bei Meisterschaftsspielen ist das ja okay, und rein rechtlich ja auch.“ Einspruch wollen die FFC-Verantwortlichen trotzdem einlegen. „Wir wissen, dass wir keine Chance haben, aber wir müssen es machen, schon alleine, um eine Diskussion anzustoßen.“ Was Beljan stört, ist nicht die finanzielle Einbuße, sondern das Gesamtprozedere. „Ein Verein, der aktiv ist und ein Turnier ausrichtet, wird bestraft, das muss doch nicht sein.“

Die zweite Mannschaft der SG Lindau/Renshausen musste jüngst 105 Euro zahlen, weil sie bei einem Hallenturnier drei Jugendspielerinnen einsetzte, ohne vorher deren Einsatz vom Staffelleiter absegnen zu lassen „Damit wird den Vereinen auch die Möglichkeit genommen, Spielerinnen, die bislang noch nicht im Verein sind, zu testen. Das darfst du jetzt nicht mehr machen. Selbst andere Trainer haben nichts dagegen. Ich weiß nicht, was der Hintergrund sein soll.“

Den kann Peter Dzimalle, Vorsitzender des Frauen- und Mädchen-Ausschusses, genau erläutern. Zwar sei er „kein Prinzipienreiter“, aber „wir sind nun mal verantwortlich dafür, dass die Regeln eingehalten werden.“ Könnten die Vereine nach eigenem Gusto handeln, „dann wären wir überflüssig“. Und so überprüft Dzimalle nicht nur den fristgerechten Eingang der Unterlagen, sondern anschließend auch, ob alle Spielberechtigungen vorliegen oder aktuelle Hinausstellungen zu berücksichtigen sind.

„Damit liegt er halbwegs richtig“

Besonders beliebt sei es, vereinsungebundene Spielerinnen bei Turnieren zu testen, „das müssen wir unterbinden“. Die Überprüfung sei auch aus versicherungstechnischen Gründen notwendig: „Es kann sich ja immer jemand verletzen.“ Von allzu strenger Bürokratie hält Leander Beljan jedoch nichts. „Manche brüsten sich damit, wie viele Verwaltungsbescheide sie verschickt haben“, echauffiert sich der Renshäuser Jugendtrainer. Dem widerspricht Dzimalle jedoch vehement. „Mir kommt es nicht darauf an, Vereine zu bestrafen. Für mich bedeutet das am Wochenende zusätzliche Arbeit.“

Dass Vereine die Fristen nicht einhalten, kann Dzimalle nicht verstehen, immerhin sei auf den Passus, der im Frauen- und Mädchenbereich mit der Fusion der Fußballkreise Göttingen und Osterode im Sommer 2013 eingeführt worden war, „explizit“ hingewiesen worden. Die Strafgelder belaufen sich – addiert man alle Sanktionen im Herren-, Frauen-, Junioren - und Mädchenbereich – laut Beljans Schätzung auf rund 15 000 Euro jährlich.

Siegmund Drefs, Schatzmeister des hiesigen NFV-Kreises, will keine konkreten Zahlen nennen, dementiert diese Summe jedoch nicht: „Damit liegt er halbwegs richtig.“ Von den Strafgeldern werden Kosten für Schiedsrichter, Fahrtgelder oder Ausgaben, die bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern durch Heimarbeit anfallen, gedeckt. „Das summiert sich“, versichert Drefs. „Alleine die Schiedsrichterkosten für die Hallenrunde im Frauen- und Mädchenbereich betragen rund 800 Euro.“ Dass sich Renshausens Leander Beljan über das Bußgeld aufregt, kann der Schatzmeister nicht nachvollziehen: „Die Regeln sind allen bekannt. Und wir reden in diesem Fall von 30 Euro.“

Von Christian Roeben

Strafe liegt zwischen 10 und 100 Euro

Laut offizieller Spielordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) dürfen ausschließlich B-Juniorinnen des älteren Jahrgangs in Frauenmannschaften eingesetzte werden. Die Altersklassen bei den Mädchen orientieren sich dabei an den Junioren. B-Juniorinnen einer Spielzeit sind damit Spielerinnen, die im Kalenderjahr, in dem das Spieljahr beginnt, das 15. oder 16. Lebensjahr vollenden oder vollendet haben. 

Stichtag für die Einteilung in die Altersklassen ist dabei der 1. Januar. Anders als bei den Junioren gibt es bei den Juniorinnen in der Regel keine A-Jugend. Spielerinnen, die die altersbedingt aus der B-Jugend ausscheiden, wechseln automatisch übergangslos in den Senorenbereich. Setzt ein Verein eine Spielerin ohne offizielle Genehmigung, wird dies mit einer Geldbuße zwischen 10 und 100 Euro geahndet.

cro

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