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Ehemaliger 05-Spieler Karl „Kalle“ Wasch wird 85

Ehemaliger 05-Spieler Karl „Kalle“ Wasch wird 85

In sportlich tristen Tagen erinnern sich zumindest die älteren Fußballfans gern an bessere und erfolgreichere Zeiten. So geht es auch momentan vielen älteren Anhängern des 1. SC Göttingen 05, wenn sie an die großen Auftritte der schwarz-gelben Kicker in den 50er-Jahren im stets gut gefüllten alten Maschpark denken, der später dem Bau der Berufsbildenden Schulen an der Godehardstraße weichen musste.

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Feiert heute seinen 85. Geburtstag: Karl „Kalle“ Wasch.

Quelle: CR

Göttingen. „Wir hatten damals eine starke Truppe mit großem Zusammenhalt und ausgeprägtem Mit- und Füreinander“, sagt Karl Wasch, den damals alle nur „Kalle“ riefen und der als einziger aus dem Team noch lebt. Am Donnerstag feiert er seinen 85. Geburtstag.

Die Augen des als Donauschwabe im heutigen serbischen Novi Sad geborenen und kopfballstarken Mittelstürmers glänzen, wenn er von den Duellen unter anderem mit Uwe Seeler spricht. „Der HSV war die Nummer eins in der Oberliga, damals die höchste deutsche Spielklasse. Er reiste stets mit großem Respekt an und verließ den Maschpark fast immer als Verlierer“, berichtet der Fußball-Veteran voller Stolz.

Besonders gern erinnert sich Wasch an eine Partie bei Hannover 96 in der Saison 1954/55 im Eilenriedestadion. Der Gastgeber trat als frischgebackener Deutscher Meister nach einem sensationellen 5:1 im Endspiel über den ruhmreichen 1. FC Kaiserslautern mit Fritz und Ottmar Walter sowie Werner Liebrich gegen die 05er an, lag aber schon nach einer Minute durch ein Tor von Gerhard Schaff mit 0:1 zurück und verlor am Ende 0:4. „Leider hat der Referee Skuballa mein Kopfballtor aus 14 Metern gegen Torwart Krämer wegen angeblichen Aufstützens nicht anerkannt“, berichtet Wasch. Als Leichtathlet verfügte er bei einer Größe von 1,72 Meter über eine große Sprungkraft und spulte die 100 Meter in 11,2 Meter ab.

Entdeckt wurde das große Fußballtalent im südhessischen Froschhausen, wo seine Familie nach der Vertreibung aus der Woiwodina Zuflucht fand, von der Trainer-Legende Fritz Rebell, die ihn 1952 nach Südniedersachsen holte. Seit 1954 ist Edeltraut Koch, die Tochter eines damaligen 05-Vorstandsmitglieds, die Frau an Karl Waschs Seite. 1960 wurde Tochter Susanne geboren.

Bereits 1958 mit 28 Jahren beendete der Stürmer nach dem Abstieg aus der Oberliga und dem verpassten Wiederaufstieg seine aktive Laufbahn auf höchster Ebene. Lukrative Angebote unter anderem von Hannover 96 lagen zwar vor. „Ich wollte aber meinen Freundeskreis nicht aufgeben“, sagt „Kalle“ Wasch. Dem Fußball blieb der gelernte Feintäschner, der später als Kalkulator in einem Sudheimer Unternehmen tätig war, als Trainer mit A-Lizenz bei der A-Jugend von Göttingen 05, beim VfL Duderstadt, Bovender SV, der SVG 07 und – zuletzt 2001 – der C-Jugend von Göttingen 05 treu.

Selbst kickte der einstige Torjäger noch bis ins hohe Alter in der fünften Mannschaft in der 3. Kreisklasse. „Dort gewannen wir fast jedes Spiel aufgrund unserer spielerischen Dominanz zweistellig“, sagt der Fußball-Enthusiast, der trotz Herz- und Schulteroperationen noch voller Vitalität ist und regelmäßig die Spiele von Sparta Göttingen gegenüber seines Eigenheims am Königsstieg besucht. „Ich hoffe, dass Göttingen 05 bald wieder erfolgreicher kickt als heute“, sagt er.

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