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FC Grone verzichtet auf die Landesliga

Vorstand gegen Aufstieg FC Grone verzichtet auf die Landesliga

Der FC Grone verzichtet auf sein Aufstiegsrecht in die Fußball-Landesliga. Diese Entscheidung fällten die Verantwortlichen der Grün-Weißen mit ihrem Vorsitzenden Peter Sprenger nach intensiven Beratungen.

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Quelle: Swen Pförtner

Grone. „Für die Jungs tut es mir leid“, sagte Sprenger. Nach dem Gewinn der BezirksligaMeisterschaft am vergangenen Wochenende beim Saisonfinale gegen den SC Hainberg (1:0) hätte er es dem Team von ganzem Herzen gegönnt, in der höheren Klasse antreten zu können. „Aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen wäre es eine völlig unsinnige Entscheidung gewesen“, erläuterte der Groner, der erst am 22. April den Vorsitz des Vereins übernommen hatte.

Die Erklärung, warum auf den Aufstieg verzichtet wird, ist für ihn relativ simpel. „Wir haben überhaupt nicht den Unterbau, um eine solche Klasse stemmen zu können. Wir haben keine A- und keine B-Jugend, müssen unsere C-Jugend-Mannschaft teilweise mit Spielern aus der E-Jugend auffüllen“, berichtete der gebürtige Groner. Auf einer Sitzung am Montag, die gemeinsam mit dem Förderverein, Sponsoren, privaten Förderern und Mitgliedern des Vorstandes stattfand, stießen Sprenger und der stellvertretende Vorsitzende Lutz Renneberg auf viel Verständnis für die Entscheidung. „Das Ergebnis war eindeutig“, erklärte er.

Die Groner wissen, dass sie mit ihrer Vorgehensweise „ein bisschen aus der Art schlagen“, wie es Sprenger formulierte. Aber er und seine Kollegen bleiben dem Motto treu, das sie sich zum Amtsantritt auferlegt haben, nämlich verstärkt auf die Jugendarbeit zu setzen. „Wir haben innerhalb des Vereins 70 Prozent Kinder, die können wir doch auf keinen Fall vernachlässigen“, betonte Sprenger. Noch deutlicher wurde Lutz Renneberg: „Wir müssen mit den Mitteln des Vereins so umgehen, als wären es unseren eigenen.“

Am Dienstag um 17.30 Uhr wurden Trainer und Mannschaft von der neuen Situation unterrichtet. „Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft auch noch weiterhin Lust hat, bei uns zu spielen“, sagte Sprenger und setzt bei aller Enttäuschung auf das Verständnis bei den Akteuren. Coach Brinkwerth war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Eine erste Veränderung im Hinblick auf die neue Saison gibt es bei den Gronern im Jugendbereich. Der FC wird bei den A-Junioren eine Spielgemeinschaft mit dem SC Hainberg eingehen, die dann als JSG Hainberg/Grone an den Start gehen wird. „Wir begrüßen diesen Zusammenschluss sehr“, sagte Sprenger.

Kommentar: Verlässlichkeit ist eine gute Basis

Von Vicki Schwarze

Kurz war die Freude des FC Grone über den Aufstieg in die Landesliga. Zwei Tage nach den Feierlichkeiten zerstörte der Vorstand der Grün-Weißen den Traum von Derbys gegen den TSV Landolfshausen, den SCW Göttingen und den 1. SC Göttingen 05. Kaum ein Spieler, inklusive Trainer Jelle Brinkwerth, wird an diesem Tag große Sympathien für die Entscheidungsträger gehegt haben. Mit ein bisschen Abstand ist der Entschluss, ein weiteres Jahr in der Bezirksliga anzutreten, aber durchaus nachvollziehbar. Und der eine oder andere wird vielleicht sogar froh über den Verbleib in der ­Liga sein. In der höheren Klasse hätte er nicht zwingend eine Stammplatz-Garantie gehabt, da Verstärkungen dringend nötig gewesen wären, um wettbewerbsfähig zu sein. Der Vorstand hat in seiner bisher kurzen Amtszeit unkonventionell gehandelt, aber ist seiner von Beginn an propagierten Linie treu geblieben – nämlich auf die Jugend zu setzen. Und Verlässlichkeit ist zweifelsohne die beste Basis für eine gute Zusammenarbeit.

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