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Für die Göttingerin Pauline Bremer geht es steil bergauf

Verrückt nach Fußball Für die Göttingerin Pauline Bremer geht es steil bergauf

„Es war ein Hammer-Jahr“, sagt Pauline Bremer. Die Göttinger Fußball-Nationalspielerin sitzt im Café Inti in der Innenstadt und blickt auf ein Jahr zurück, in dem sie an ihrem 18. Geburtstag ihr Debüt in der Frauen-Nationalmannschaft gab und mit dem U-20-Nationalteam Weltmeisterin wurde. Eigentlich jedoch, fügt sie nach kurzem Überlegen hinzu, blicke sie auf zwei „Hammer-Jahre“ zurück.

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Pauline Bremer im August beim WM-Empfang in Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Bereits 2013 ging ihr Stern auf, als sie für ihren Klub Turbine Potsdam die ersten Bundesliga-Einsätze absolvierte.

Die ehemalige SVGerin kommt im Fußball-Alltag auf mittlerweile acht bis neun Trainingseinheiten in der Woche, hinzu kommt ein Spiel. Weil sie parallel dazu ihr Abitur baut, ist der Terminplan prall gefüllt. Mit zu Hause telefoniert sie einmal pro Woche, über Weihnachten ist sie das erste Mal seit vier Monaten in Göttingen. „Die Belastung ist sehr hoch“, sagt sie.

Dafür ist Bremer das Top-Talent des deutschen Frauenfußballs, und obwohl sie Potsdam erst am Sonnabend mit zwei Treffern gegen den 1. FC Köln zu einem 3:0 und damit ins DFB-Pokal-Halbfinale geschossen hat, ist sie bereits am Montag wieder tatendurstig. „Der Fußball fehlt mir jetzt schon“, sagt sie.

Vielleicht sei sie positiv verrückt, in jedem Fall aber eher eine Trainingsweltmeisterin als ein Trainingsmuffel. Für ihre Karriere sei das unabdinglich: „Es wird auch auf Willensstärke trainiert. Für die Trainer ist entscheidend: Wer zieht durch und wer nicht?“

Seit Sommer hat die 18-Jährige einen Berater, der sich um Verträge und Vermarktung kümmert, außerdem gehören Medienschulungen und Marketing-Workshops zu ihrem Profi-Dasein. Im Frühjahr kam die Frauen-Nationalelf dazu. „Das ist das höchste Niveau, auf dem ich bis jetzt gespielt habe“, berichtet sie. „Das Tempo ist viel schneller, und man muss auch schneller im Kopf sein.“

Mittlerweile wird sie ausschließlich als Stürmerin eingesetzt, ihre direkte Konkurrentin in der Nationalelf ist Celia Sasic. „Ich komme noch nicht an sie ran, aber das wird sich zeigen“, sagt Bremer kämpferisch.

Weihnachten feiert sie mit ihrer Familie wie jedes Jahr in einer Hütte in der Region. Am zweiten Weihnachtsfeiertag geht es nach Südafrika, wo sie eine Freundin besucht. „Mal raus in die Welt, etwas erleben und neue Kraft schöpfen“, sagt Bremer.

Am 5. Januar beginnt das Training – dann bereits im WM-Jahr. Die Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada ist der nächste großer Traum der Pauline Bremer. Gar nicht so unwahrscheinlich, dass für sie das nächste „Hammer-Jahr“ ansteht.

Von Eduard Warda

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