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Fußball-Bezirksliga: Sportgericht urteilt pro Sparta Göttingen

Bremke schießt ein Eigentor Fußball-Bezirksliga: Sportgericht urteilt pro Sparta Göttingen

„Herbeigeführter Spielabbruch“: Er wird im Paragrafen 37 der Spielordnung des Niedersächsischen Fußballverbands (NFV) beschrieben und hat am Mittwoch, 8. Oktober, dem Bezirksligisten Sparta 3 Punkte und 5:0 Tore beschert.

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Der Ball zappelt im eigenen Netz: Jonas Melzer vom TSV Bremke/Ischenrode.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das Bezirkssportgericht sah es als erwiesen an, dass der TSV Bremke/Ischenrode im Heimspiel gegen Sparta beim Stand von 1:2 und bei einbrechender Dunkelheit vom Schiedsrichter verlangt hat abzubrechen, und stützt sich dabei auf den Schiedsrichterbericht.

Bei einem Abbruch der Partie wegen Dunkelheit wäre es zu einer Neuansetzung gekommen. Davon war auch der Kreisspielausschuss zunächst ausgegangen, allerdings ohne den Schiedsrichterbericht zu kennen. In diesem hat der Unparteiische Raimond Golisch allerdings notiert, dass nicht die Dunkelheit, sondern der Wunsch des TSV, die Partie in der 87. Minute abzubrechen, ausschlaggebend gewesen sind.

Wie Meinhart Schlenker, Vorsitzender des Bezirkssportgerichts, auf Tageblatt-Nachfrage mitteilte, habe Golisch bei der mündlichen Verhandlung in Baddeckenstedt (Landkreis Wolfenbüttel) ausgesagt, dass er den TSV-Kapitän Jonas Kobold zweimal gefragt habe, ob er abbrechen soll. Beim zweiten Mal in der 87. Minute habe Kobold entgegnet: „Brich’ doch ab!“ – eine Wahrnehmung, die sich mit der schriftlichen Aussage des TSV-Mannschaftsführers deckt.

Lautstarke Aufforderungen

Vorausgegangen waren laut Golisch lautstarke Aufforderungen aus der Mannschaft und von der Bank des Gastgebers abzubrechen. Eigentlich habe der Unparteiische weiterspielen lassen wollen. „Wir haben uns letztlich an die Aussage des Schiedsrichters gehalten“, sagt Schlenker, der einräumte, dass auf dem Platz eine „Rechtsberatung“ nicht stattgefunden habe – Bremke sei nicht auf die Folgen des Abbruchs hingewiesen worden.

„Er kann das ja gar nicht, weil er das Urteil noch nicht kennt“, sagt Christian Rahlfs, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses. Man könne sich zwar wünschen, dass der Schiedsrichter darauf hinweist. „Ich weiß allerdings nicht, ob ich es selbst tun würde.“

Es komme auf die Vehemenz an, mit der ein Abbruch gefordert wird. „Im Endeffekt wollen die im Bezirk spielen und sich mit den Regeln auskennen, und da befindet man sich auf dünnem Eis, wenn man in der 87. Minute einen Spielabbruch fordert.“

125 Euro Strafe

TSV-Sprecher Dieter Königsmann sieht das anders: „Ich dachte, ich bekomme einen mit der Latte, als ich das Urteil gehört habe“, sagt er. „Wir haben nicht damit gerechnet, das uns vorgeworfen wird, einen Abbruch absichtlich herbeigeführt zu haben. Wir haben ja keinen Spielabbruch in dem Sinne gefordert.“

Nun müsse der TSV neben 125 Euro Strafe auch noch das Fahrgeld für Schiedsrichter und Sparta-Zeugen bezahlen – alles in allem rund 300 Euro. Ob er vor der nächsten Instanz Verbandssportgericht in Berufung geht, weiß der TSV noch nicht. Das schriftliche Urteil wird laut Schlenker bis Anfang nächster Woche zugestellt.

Stimmen zum Urteil gibt es unter gt-sportbuzzer.de
   
▶Kommentar: Exempel statuiert  

Im Autohaus quengelt der Interessent so lange am Preis des Jahreswagens herum, bis sich der Verkäufer plötzlich umdreht und sagt:  „Machen wir so. Unterschreiben Sie hier.“ Was der Käufer nicht weiß ist, dass der Wagen zwar billiger geworden ist, gleichzeitig aber ein sündhaft teurer Servicevertrag in Kraft getreten ist.

Hätte der Verkäufer den Interessenten warnen sollen? Oder hätte dieser besser auf eine solche Transaktion vorbereitet sein müssen?

Im ähnlich gelagerten Fall des Abbruchs der Partie zwischen dem TSV Bremke/Ischenrode und Sparta war es der Unparteiische, der den Gastgeber auflaufen ließ. Die Bremker dachten, sie erhalten bei einem Abbruch wegen Dunkelheit ein Wiederholungsspiel, und intervenierten so lange, bis der Schiedsrichter verdeutlichte: „Machen wir so. Unterschreiben Sie hier.“

Ein Hinweis darauf, dass das Spiel dadurch mit 0:5 gewertet wird, wäre im Sinne des Fairplays trotzdem schöner gewesen.

Den Autoren erreichen Sie per Mail an sport@goettinger-tageblatt.de

E. Warda

E. Warda

Quelle:

Von Eduard Warda

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