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Göttinger Marco Akcay ist der tanzende Fußballer

Fußball und Hip-Hop Göttinger Marco Akcay ist der tanzende Fußballer

Marco Akcay ist Fußballer und spielt für den 1. SC 05 in der Oberliga. Und er ist Hip-Hop-Tänzer, hat erst im November beim Deutschland-Cup in Essen in der Kategorie Duos den achten Platz belegt. „Wieso tanzt du, das ist doch kein Jungensport“, sei er früher öfter gefragt worden, auch von anderen Fußballern. Dann habe er ihnen Videos gezeigt, und später hätten auch sie Hip-Hop gut gefunden.

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„Fußball steht an erster Stelle“: Marko Akcay (l.) im 05-Trikot gegen Drochtersen/Assel.

Quelle: Theodoro da Silva

Der 19-jährige Akcay selbst, der im März 20 Jahre alt wird und in seiner ersten Herren-Saison Stammspieler des 05-Oberligateams ist, kam durch einen Kurs im Kaufpark zum Hip-Hop.

„Vorher hatte ich noch nie getanzt. Ich kam nach Hause und sagte: Mama, das gefällt mir ganz gut“, erinnert sich der Groner, Sohn eines türkischen Vaters und einer deutschen Mutter.

Kurz darauf trat er in die Hip-Hop-Dance-Academy ein und holte 2009 mit der Gruppe „Get Hype“ Gold bei den Norddeutschen Titelkämpfen und wenig später auch bei den Deutschen Meisterschaften. Es folgten Weltmeisterschaften in Polen und 2010 in Bochum mit einem zehnten und einem siebten Platz.

Eltern gründen Göttinger Dance-Company

Später gründeten unter anderem seine Eltern die Göttinger Dance-Company, und der tanzende Fußballer und einige andere wechselten den Klub. „Wir haben uns selbst trainiert, brachten uns die Moves selbst bei. Das hat mehr Spaß gemacht, war aber nicht mehr ganz so erfolgreich“, berichtet Akcay.

So gern er tanzt, „Fußball steht an erster Stelle“, sagt der 05er. Der Linksfuß, der sich im linken Mittelfeld am wohlsten fühlt, kickt seit seinem fünften Lebensjahr. Von Sparta aus ging es über den TSV Holtensen, den JFV West, den JFV Göttingen und den SC Hainberg zum 1. SC 05.

„Ich bin keiner, der Tore schießen will, sondern der die Bälle verteilt und Vorlagen gibt“, sagt Akcay über sich selbst. Dabei steht er in dieser Saison hinter Lamine Diop, der sieben Tore erzielt hat, mit zwei Treffern zusammen mit Robert Crespo an der zweiten Stelle der 05-internen Torjägerwertung.

Mit Stress kann er gut umgehen, und das muss er auch: Akcay hat im September eine Ausbildung zum Automobilkaufmann begonnen, und so tanzt er stets auf mehreren Hochzeiten. Eins steht für ihn dabei fest: „Ohne Sport ginge es nicht. Fußball ist mein Leben.“

„Vielleicht machen wir mal einen eigenen Torjubel“

Das größere Lampenfieber hat er allerdings beim Hip-Hop, im Wettkampf, aber auch bei Showauftritten wie beim Gänselieselfest. „Du hast Angst, etwas falsch zu machen, immerhin schauen bis zu 3500 Zuschauer zu. Da klopft das Herz ganz schön“, sagt er.

In den vergangenen Monaten hat er mit dem Gedanken gespielt, seine Hip-Hop-Karriere zu beenden – die Zeit ist knapp, viele seiner ehemaligen Mittänzer studieren mittlerweile und sind weggezogen. Doch seine Freundin Polina ist dagegen. In Essen, beim Deutschland-Cup, war sie zum ersten Mal dabei und begeistert vom Können ihres Freundes. „Sie hatte sich das ganz anders vorgestellt und will nicht, dass ich aufhöre“, berichtet Akcay.

Als Schwarz-Gelber hat er momentan sowohl als 05-Spieler als auch als Dortmund-Fan harte Zeiten zu überstehen. Dafür läuft es beim Tanzen in der Kabine immer besser – durch Akcay ist der Hip-Hop im Fußball angekommen. „Benni“ Winnersbach, Lamine Diop und er, berichtet der 19-Jährige, würden immer mal wieder ein Tänzchen hinlegen. „Vielleicht machen wir mal einen eigenen Torjubel“, sagt er.

Von Eduard Warda

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