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Er macht die SVG fit

Fußball-Oberliga Er macht die SVG fit

Noch in der Schlussphase des Oberligaspiels gegen den 1. FC Wunstorf haben die Fußballer der SVG Göttingen ihre Gegenspieler gedoppelt - in der Defensive mit zwei Akteuren attackiert. Die gute Kondition der Schwarz-Weißen ist auch ein Verdienst ihres Fitnesstrainers Kenneth Kantner.

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„Ich bin weniger Perfektionist, es geht um den Fortschritt“: Kenneth Kantner.

Quelle: Warda

Göttingen. Der gebürtige Wiener ist 22 Jahre alt und seit vergangenem November für die Fitness der SVG-Spieler verantwortlich, nachdem er auf eine Annonce geantwortet hatte. „Ich hatte zwei Probewochen, und die Mannschaft und ich haben gut harmoniert“, berichtet Kantner, der an der Uni Göttingen im vierten Semester Soziologie und Sport studiert und für den Hochschulsport Kurse in Selbstverteidigung gibt.

Kantner ist in seiner Kindheit mit seinen Eltern von Wien nach Frankfurt am Main umgezogen. Bis zum zwölften Lebensjahr spielte er Fußball, später war er als Springreiter aktiv. Zu Beginn seiner Ausbildung studierte er zunächst Jura in Bayreuth, dann wies ihm vor zwei Jahren ein Praktikum beim VfL Wolfsburg den Weg: Mittlerweile hat er zudem im Nachwuchsleistungszentrum der Frankfurter Eintracht hospitiert.

Sein Berufsziel ist, als Athletik- und Rehatrainer bei einem Fußball-Bundesligisten zu arbeiten. Vorher schwebt ihm ein ein Praktikum bei den Footballern in der US-amerikanischen NFL vor, „um Sachen für den Fußball mitzunehmen“. Am liebsten jedoch stattet er seiner Heimatstadt Wien und den Verwandten einen Besuch ab. Entsprechend gefreut hat sich der 22-Jährige, dass die Austria im vergangenen Januar zum dritten Mal in Folge das internationale Göttinger A-Juniorenturnier um den Sparkasse & VGH-Cup gewonnen hat. „Das kann sich sehen lassen“, sagt er.

Kantner über seinen SVG-Einstand

„Ich war mir insbesondere nicht sicher, wie die älteren Spieler auf mich reagieren – weil ich mir selbst ungern Sachen von Jüngeren sagen lasse. Aber da habe ich ein Vorurteil gehabt, denn auch die Älteren haben mich relativ schnell Sachen gefragt. Viele Spieler wollten jedoch zu Beginn gar nicht wahrhaben, dass sie einen Fitnesstrainer nötig haben. Jetzt wissen sie, dass sie etwas gebraucht haben.“

Kantner über seine Arbeit in der Rückrunde

„Es ist eine Frage, wie man Reize setzt, und es wird entsprechend weniger Ausdauer und mehr Koordination, Stabilisierung und Kräftigung trainiert. Ich würde mir wünschen, dass die SVG aufsteigt, denn das wäre auch für mich ein Erfolgserlebnis. Ich würde die SVG gern in die Regionalliga begleiten.“

Kantner über seine Philosophie

„Ich mag es nicht, wenn Leute ihr Talent verschwenden, und versuche immer, aus allen Menschen das Beste herauszuholen. Und ich glaube, das kann ich ganz gut. Ich bin weniger ein Perfektionist, sondern mir geht es um den Fortschritt dahinter. Siege sind gut fürs Selbstvertrauen, aber wichtig ist es, aus Niederlagen zu lernen.“

Kantner über die Anforderungen des Profifußballs

„Es ist eine extrem hohe Willensstärke notwendig. Die Kritik von Horst Hrubesch, den Talenten mangele es an der richtigen Einstellung, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Da wird immer 110 Prozent gegeben. Die Motivation kann auch manchmal einen Schlag abbekommen. Wenn es jeden Tag weh tut, wachsen die Zweifel. Da ist dann auch ein gewisses Maß an psychologischem Verständnis notwendig.“

Kantner über seine Arbeit als Fitnesstrainer

„Es ist ein Verständnis notwendig, jedem Ball hinterherzugehen. Einige Spieler stoppen bei Sprints im Training zwei bis drei Meter vorher ab, wobei Nachwuchsspieler von Bundesligisten immer durchziehen. Die machen auch Extra-Meter. Außerdem ist zu beobachten, dass weniger talentierte Spieler im Training extrem hart gegen sich selbst sind. Entweder man zieht durch, oder man stoppt zwei Meter vorher und kriegt den Ball nicht – so einfach ist das.“

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