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Landesliga: Erfolgstrainer schafft mit Landolfshausen den Ligaverbleib

Es gibt nur einen Ingo Müller Landesliga: Erfolgstrainer schafft mit Landolfshausen den Ligaverbleib

 „Ich kann nicht mehr“, sagt Holger Eickschen völlig geplättet vom Spiel. „Das ist einfach die beste Mannschaft der Welt.“ Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage darf angesichts der Sechstklassigkeit des TSV Landolfshausen angezweifelt werden.

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Ein letztes Mal auf Händen getragen: Ingo Müller krönt seine Karriere als Landolfshäuser Trainer mit dem Klassenverbleib.

Quelle: Theodoro da Silva

Landolfshausen. Dafür ist der TSV eine der sympathischsten Mannschaften überhaupt, die zudem der Fußball-Landesliga erhalten bleibt. Denn mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen TuS Neudorf-Platendorf sind die Landolfshäuser am finalen Spieltag nach einem Thriller dem Abstiegstod doch noch von der Schippe gesprungen.

In die „Landesliga, Landesliga, hey, hey“-Sprechchöre nach der Partie mischten sich „Vahdet Braunschweig Olé“-Rufe. Die Braunschweiger hatten mit ihrem 2:1-Erfolg bei Tuspo Petershütte nämlich die erforderliche Schützenhilfe geleistet. Trainer Ingo Müller wird nach seinem letzten Spiel mit Bier mariniert, ehe seine Akteure ihn in die Luft werfen und singen: „Ein Ingo Müller, es gibt nur einen Ingo Müller.“ Doch ehe es soweit war, verlebten das Team und die rund 250 Zuschauer quälende Minuten. Aber der Reihe nach:

  • Anpfiff: Der TSV muss gewinnen, der SC Gitter oder Petershütte patzen.
  • 6. Minute: Ein Traumstart. Jannik Meck sorgt nach toller Vorarbeit von Lukas Kusch für das 1:0. Gleichzeitig kommt frohe Kunde aus Petershütte. Vahdet liegt vorn. Aber: Gitter führt schon mit 2:0 beim MTV Wolfenbüttel.
  • 24. Minute: Tief durchatmen. Florian Gahrmann gleicht aus. Aber der Treffer zählt wegen einer hauchdünnen Abseitsentscheidung nicht.
  • 31. Minute: Wolfenbüttel erzielt den 1:2-Anschluss gegen Gitter. Die Zuversicht unter den Fans steigt, die Nervosität sinkt. So lange, bis Gahrmann entwischt, und Keeper Marcel Rudolph erst im allerletzten Moment klärt.
  • Halbzeit: Stand jetzt bleibt Landolfshausen drin.
  • 55. Minute: Der TSV hat sein Soll erfüllt. Malte Köhne macht mit dem 2:0 alles klar. Jetzt muss nur die Konkurrenz mitspielen.
  • 60. Minute: Noch nie wurden so viele Handys in Landolfshausen verwendet. Selbst Rentner tippen auf ihren Smartphones rum, wollen wissen, wie es in Petershütte steht.
  • 69. Minute: TSV-Pressesprecher Jan Wienecke verzieht das Gesicht – Petershütte gleicht aus. Ein weiterer Tuspo-Treffer, und Landolfshausen wäre weg.
  • 70. bis 87. Minute: Aufs Spielfeld guckt kaum noch jemand. Alle fiebern auf ihren Handys mit oder tigern nervös um den Platz. „Ich esse nur noch Döner, wenn Vahdet (Anm. d. Red.: ein türkischer Verein) noch ein Tor schießt“, sagt Wienecke.
  • 88. Minute: Da nehmen wir ihn beim Wort. 2:1 Braunschweig. Die Nachricht sickert binnen Sekunden durch. Die Ersatzspieler ballen die Fäuste, einige Fans jubeln, jetzt wissen auch die Spieler, dass es gut um sie steht.
  • Abpfiff: Zunächst verhaltener Jubel. Bruno Weidenbach versichert sich, ob in Petershütte Schluss ist. Auf das Okay brüllt er los. Die Mannschaft bildet eine Traube. „Nun bin ich leer, aber der Klassenerhalt war verdient“, erklärt Müller, und Eickschen betont: „Jetzt wird gefeiert.“ Glückwunsch und zum Wohl, TSV!

TSV: Rudolph – Eickschen, Schütze, Eschholz, Haas – Hegeler, Zöpfgen – Köhne, Meck (87. D. Schulze), Kusch – Kraus (82. Jünemann). – Tore: 1:0 Meck (6.), 2:0 Köhne (55.).

Von Rupert Fabig

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