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Laura Holland vom FC Hebenshausen knipst 32 Mal

Tageblatt-Pokal Laura Holland vom FC Hebenshausen knipst 32 Mal

Bis sie zwölf Jahre alt war, hieß das große Vorbild von Laura Holland Oliver Kahn. Dann kam der Tag, der das sportliches Leben der damaligen Torfrau für immer verändern sollte: Sie brach sich den Arm. Ein echter Glücksfall.

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Schwer verliebt: Laura Holland vom FC Hebenshausen herzt ihren Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal.

Quelle: Heller

Hebenshausen. Denn seither läuft die heute 19-Jährige mit großem Erfolg als Stürmerin für den FC Hebenshausen auf. In der abgelaufenen Saison war die in Berge aufgewachsene und in Unterrieden wohnende Holland so gut, dass das Rennen um den Tageblatt-Torjägerinnen-Pokal früh langweilig wurde. Mit 32 Treffern gewann sie überlegen.

 
„Die Umstellung auf Stürmerin hat damals sofort funktioniert, im ersten Spiel habe ich gleich vier oder fünf Tore geschossen“, erinnert sich die schussgewaltige und kopfballstarke Angreiferin an ihr erstes Spiel nach der Armverletzung, dem ein steiler Aufstieg folgte. Schon mit 15 Jahren spielte der Rechtsfuß in der Hebenshäuser Frauenmannschaft. In dieser Saison folgte die Krönung: Vor allem dank Hollands Torgefahr gewann der FC das Triple aus Kreisliga-Meisterschaft, Kreispokal-Sieg und Hallen-Kreismeisterschaft. Wenngleich die Titelhamsterin bescheiden betont: „Die Erfolge und meine Torquote sind Mannschaftsleistungen.“

 
In ihrem Team fühlt sich Holland, die behauptet, gelegentlich lauffaul und unkonzentriert zu sein, pudelwohl. Das lässt sie immer wieder durchhören. „Wir sind eine witzige Mannschaft und alle richtig gute Freunde“, sagt sie. Obwohl der FC-Bayern-Fan unter der Woche zum Politik- und Geschichte-Studium in Halle/Saale weilt und nur einmal trainieren kann, kommt es daher nicht in Frage, zu einem anderen Klub zu wechseln. Da Hebenshausen als hessischer Verein, der in Niedersachsen antritt, aber trotz des Gewinns der Kreisliga nicht in die Bezirksliga aufsteigen darf, fehle schon ein wenig die Herausforderung, gibt Holland zu. „Der Verein ist aber in Verhandlungen mit dem Verband, so dass in absehbarer Zeit ein Aufstieg möglich wäre.“

 
Den Gegnern aus der Kreisliga dürften dann vermutlich mehrere Steine vom Herzen fallen. Allen voran dem FC Merkur Hattorf, dem Holland bei der 25:0-Abreibung acht Tore einschenkte. Ihr bestes Spiel sei allerdings das Kreispokal-Finale 2014 gewesen, als Hebenshausen den favorisierten ESV Rot-Weiß nach 0:3-Rückstand noch im Elfmeterschießen niederrang. Initialzündung zur Aufholjagd: ein „holländischer“ Freistoß-Hammer aus 30 Metern. Doch Holland, die in ihrer Freizeit gerne die Hallenser Seen und Parks besucht, ist mehr als eine bloße Knipserin. Ihre Vielseitigkeit unterstrich sie in der Partie gegen den MFC Gleichen, in der sie als Libera auflief – und trotzdem das erste Tor erzielte.
Der Torjägerinnen-Pokal wird einen Ehrenplatz im eigenen Zimmer bekommen. „Aber vorher muss ich ihn zum Training mitbringen für ein Foto mit den Mitspielerinnen. Die waren aufgeregter als ich, dass ich gewonnen habe.“ Und im nächsten Jahr soll ein weiterer folgen. „Dann schieße ich 33 Tore“, kündigt Holland an, deren Vorbilder inzwischen auf die Namen Robert Lewandowski und Celia Sasic hören.

 

Von Rupert Fabig

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