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Markus Fricke bei der Wahl zum Amateurfußballer des Jahres unter den Top Fünf

„Ein Glücksfall für den Verein“ Markus Fricke bei der Wahl zum Amateurfußballer des Jahres unter den Top Fünf

Als Markus Fricke von seiner Nominierung zum Amateurfußballer des Jahres 2014, die das DFB-Onlineportal fussball.de ausgeschrieben hatte, erfuhr, war der Spielertrainer des thüringischen Kreisklassisten SG Schwarz-Weiß Weißenborn-Lüderode erst einmal sprachlos – jedenfalls fast. „Das Erste, das er zu mir gesagt hat, war: Du bist doch bekloppt“, erinnert sich Marcus Heise lachend.

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Sympathisch und erfolgreich: Markus Fricke von der SG Weißenborn-Lüderode.

Quelle: EF

Eichsfeld. Ohne Fricke vorab zu informieren, hatte der für die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zuständige Heise für den 27-Jährigen eine Bewerbungsmappe zusammengestellt und diese an den DFB gesandt. Die Unterlagen überzeugten die Jury derart, dass Fricke unter die besten fünf Kandidaten kam. „Da war die Freude natürlich riesengroß“, sagt Heise, den die Nominierung des Spielertrainers jedoch nicht überraschte: „Markus ist ein absoluter Teamplayer und ein echter Glücksfall für unseren Verein“, beteuert der Pressechef der SG.

So viel Lob ist Dortmund-Fan Fricke etwas unangenehm. „Als ich von der Nominierung gehört habe, habe ich gedacht: Da passiert sowieso nichts“, verrät der Familienvater, der in Kassel im Schichtdienst bei Daimler arbeitet und täglich insgesamt rund 130 Kilometer im Auto zurücklegt, um zur Jobstelle und anschließend wieder zu Frau und Kind zu kommen. Seine Tochter kam vor fünf Monaten zur Welt. Seitdem ist Freizeit mehr denn je ein Fremdwort für den Spielertrainer, der abseits des Platzes gerne Karten spielt oder sich mit Freunden trifft.

Im Sommer 2014 kehrte Fricke nach drei Jahren im Ausland zu seinem Heimatverein zurück. Berufsbedingt hatte es den Fußballer aus Leidenschaft, der „gerne Verantwortung übernimmt“, zuvor nach Salzburg und anschließend in die Schweiz verschlagen. Doch „das Heimweh“ veranlasste ihn, ins Eichsfeld zurückzukehren.

Mit seiner Mannschaft hat Teamplayer Fricke, der bereits viele junge Spieler erfolgreich in den Kader integriert und in jeder Partie „jedem Ball bis zur Eckfahne hinterherjagt“ (Heise), einen Lauf. Die Thüringer führen die Tabelle der 1. Kreisklasse Eichsfeld Nord an. Ihr spielender Coach hat daran nicht unerheblichen Anteil. Elf Tore und zehn Vorlagen machen ihn zum Topscorer. Nur ein Mitspieler war noch treffsicherer als der sympathische Fricke: „Aber dem habe ich die Dinger alle aufgelegt.“ Eine kleine Schwäche, verrät er augenzwinkernd, habe er jedoch: „Als Spielertrainer wechsele ich mich selber nie aus, ich will immer spielen.“

Das Amt als sportlich Verantwortlicher gefällt ihm gut, auch wenn es manchmal noch zu kleinen Missgeschicken kommt: „Dann spreche ich vor dem Spiel Fehler an, die wir unbedingt vermeiden müssen, und bin dann der Erste, dem diese Fehler passieren.“ Seine Mitspieler nehmen Fricke die seltenen Fauxpas jedoch nicht übel. Um seine Chancen bei der Wahl zu erhöhen, wurde extra ein Video gedreht, in dem die Truppe nicht nur einen eigens einstudierten Karnevalstanz präsentierte, sondern auch geschlossen mit Papp-Konterfeis ihres Trainers vor dem Gesicht herumlief.

Nicht nur deshalb möchte Fricke dem Klub treu bleiben. „Ich will mit den Jungs in die Kreisliga aufsteigen, da war der Verein noch nie.“ Nur eines könnte Fricke, der dem Ergebnis der Wahl entspannt entgegensieht, umstimmen: „Wenn sie Klopp in Dortmund rausschmeißen und mich holen wollen.“

Von Christian Roeben

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