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„Niemand nimmt mir mein Riesengrinsen“

Kleinfeld-Fußball „Niemand nimmt mir mein Riesengrinsen“

Sie werden immer die Ersten bleiben. „Das werden wir unseren Enkeln erzählen, niemand kann mir das Riesengrinsen nehmen, mit dem ich jeden Morgen aufwache“, sagt Christoph Köchy. 

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1800 Kilometer von Göttingen entfernt vor bis zu 3500 Fans: die Kleinfeld-Fußball-EM in der moldawischen Hauptstadt Chisinau.

Quelle: EF

Göttingen. Circa 1800 Kilometer von Göttingen entfernt hat sich in Chisinau, der Hauptstadt Moldawiens, ein Traum für den 32-Jährigen erfüllt: Köchy hat die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Delegationsleiter zur ersten Europameisterschaft auf Kleinfeld geführt.

Das frühe Aus in der Vorrunde hat zwar dafür gesorgt, dass die Freudentränen über die Teilnahme kurzzeitig Tränen der Trauer wichen, doch die Enttäuschung ist schnell verflogen. „2004 war ich als Zuschauer bei Olympia in Athen. In Moldawien hat sich alles genauso angefühlt“, schwärmt Köchy. Dabei ist der Göttinger an fußballerische Großveranstaltungen auf Kleinfeld als Chef der Uni-Liga bestens gewöhnt. „Darüber ist die ‚Kleinfeld-UEFA‘ auf uns aufmerksam geworden und hat uns zur EM eingeladen“, sagt der gebürtige Braunschweiger. Von da an musste alles ganz schnell gehen, berichtet er. Kurzerhand ist der Deutsche Kleinfeld-Fußball-Verband (DKFV) gegründet worden – mit Christoph Köchy an der Spitze. „Wir haben dann einfach die Sieger der Uni-Liga für das Turnier in Moldawien nominiert.“

Siebeneinhalb Flugstunden von der Heimat entfernt war das „Weiße Ballet“ auf dem 40 mal 20 Meter großen Kleinfeld unmittelbar vor der moldawischen Staatsoper der osteuropäischen Übermacht nur knapp unterlegen. „In Osteuropa ist Kleinfeld-Fußball weitverbreitet. Dort werden zahlreiche Tennisplätze umgebaut, damit man darauf kicken kann“, betont Köchy. Umso bemerkenswerter sei es, dass das von Marc Müller gecoachte deutsche Team Slowenien in 40-minütiger Spielzeit 3:2 schlug und von Gastgeber Moldawien „vor 3500 Verrückten“ nur mit 0:1 bezwungen wurde. Im Entscheidungsspiel ums Weiterkommen geschah das Drama des Turniers: Nach acht Minuten führen die Deutschen 4:1 gegen die Slowakei. „Das Spiel war in den Köpfen abgehakt“, erinnert sich der ehemalige Sport- und Politik-Student. Jubeln durften aber die Slowaken, die die Partie drehten und 5:4 gewannen. „Danach waren wir sehr enttäuscht, weil wir die EM ernst genommen haben.“ Sogar morgendliche Weckrufe und abendliche Bettruhe waren eingehalten worden.

Damit es im kommenden Jahr für mehr als die Vorrunde reicht, will DKFV-Präsident Köchy die junge Sportart professionalisieren. Neben der Uni-Liga wird es im kommenden Jahr eine Freizeit-Liga für Hobbyteams geben. Geplant ist eine Turnierserie mit einem Finale um die Deutsche Meisterschaft. „Spätestens dann scouten wir auch die besten Kleinfeldspieler fürs Nationalteam.“ Ziel sei ein strukturierter Spielbetrieb. Grundlagen, mit denen das DKFV-Team bei der Euro 2013 in Prag gute Chancen auf den Titel hat. Dann wären sie und ihr enthusiastischer Präsident die ersten deutschen EM-Champions auf Kleinfeld – für immer.

Von Rupert Fabig

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