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Oberliga: 1. SC Göttingen 05 unterliegt Northeim 0:2

Steiger setzt ein Zeichen Oberliga: 1. SC Göttingen 05 unterliegt Northeim 0:2

Wäre da nicht dieser eine Aufreger gewesen, wäre das Südniedersachsen-Derby der Fußball-Oberliga so verlaufen, wie es zu befürchten gewesen ist: Eintracht Northeim genügte am Sonnabend vor 521 Zuschauern im Maschpark eine mäßige Leistung, um das Schlusslicht 1. SC 05, das bereits als Absteiger feststeht und keine einzige Torchance hatte, mit 2:0 (1:0) zu besiegen.

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Jan Steiger, Sportlicher Leiter der 05er, der Trainer Martin Wagenknecht vertrat, wechselte bereits in der 23. Minute aus.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Den Aufreger steuerten der Sportliche Leiter Jan Steiger, der den aus privaten Gründen verhinderten Trainer Martin Wagenknecht vertrat, und der Defensivakteur Benjamin Winnersbach bei – nämlich eine Disziplinarmaßnahme Steigers, über die sich trefflich streiten lässt.

Steiger hatte von einer Idee gesprochen, mit der man Northeim beikommen wollte, und diese bestand offenbar darin, den Stamm-Innenverteidiger Winnersbach zwar nicht als Sechser, aber doch etwas vor der Abwehr zu positionieren. Ein 5-4-1-System schwebte dem Aushilfstrainer der 05er vor. Dem Vernehmen nach interpretierte Winnersbach seine Rolle aber zu offensiv, und deshalb platzte Steiger in der 23. Minute der Kragen.

Der Sportliche Leiter der 05er verurteilte Winnersbach beim Stand von 0:0 zur Höchststrafe, wechselte ihn gegen Daniel Washausen aus. Die Folge war, dass der ausgewechselte Akteur dem Trainer stinksauer sein Trikot vor die Füße warf, laut fluchend die Kabine aufsuchte und kurz darauf unabgemeldet das Stadion verließ – auf einen eigentlich sonnigen Fußball-Nachmittag im Maschpark war ein Schatten gefallen.

Die Disziplinarmaßnahme wog umso schwerer, als etwas später Viva Paramarajah wegen einer diskutablen Notbremse gegen Hillemann Rot sah, Zimmermann per Strafstoß das 1:0 für Northeim erzielte und 05 Winnersbach in dieser Situation eigentlich gut hätte gebrauchen können (34.). Außerdem wirkte die Eintracht am Sonnabend eher träge, so dass die junge 05-Elf auch nach der Dreifachbestrafung gut mithalten konnte. Nach dem zweiten Tor durch Zimmermann (53.) war freilich die Messe gelesen – 05 konnte nicht, Northeim brauchte nicht und ließ gegen Ende noch gute Chancen aus. „Es war ein schlechtes Spiel von uns, aber die drei Punkte waren wichtig“, sagte der ehemalige 05er Christian Horst.

Steiger sprach später davon, dass Winnersbach aus der Reihe getanzt sei. „Es gibt Sachen, die man der Mannschaft vorgibt, und wenn die von einem nicht umgesetzt werden, muss man seine Konsequenzen ziehen. Ich glaube nicht, dass er noch mal kommen muss“, sagte Steiger – eine Aussage, die er später zurücknahm. Für die nächste Saison hatte Winnersbach aber sowieso schon abgesagt. Präsident Jens Handkammer wollte sich zunächst nicht zu den Konsequenzen äußern, er dürfte sich aber einen harmonischeren Verlauf des Südniedersachsen-Derbys gewünscht haben. Zumal das Team ja als Absteiger feststeht.

05: Windel – Ludwig (78. Thunert), Cincinelli, Pampe, Paramarajah – Winnersbach (23. D. Washausen) – J. Washausen, Dogan, Y. Souleiman, H. Souleiman (55. Akcay) – Diop. – Tore: 0:1, 0:2 Zimmermann (34./FE, 53.). – Bes. Vorkommn.: Rot für Paramarajah (33.).

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