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RSV 05 weicht zum Training nach Rosdorf aus

Fußball-Oberliga RSV 05 weicht zum Training nach Rosdorf aus

Als die sportlich Verantwortlichen den von der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) erstellten Winter-Trainingsplan in den Händen hielten, wurde ihnen ganz anders: zweimal in der Woche der Kunstrasenplatz am Jahnstadion, der jedoch einmal mit dem Landesligisten SVG zu teilen ist, plus dreimal wöchentlich der Hartplatz an der Benzstraße.

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Zukünftig Training in Rosdorf: 05-Coach Jozo Brinkwerth (l.) und Manager Jan Steiger (r.).

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das war Team und Trainer zu wenig, und so ging die RSV-Führung einen anderen Weg – einen, der zur Stadt hinaus führt. Man verständigte sich mit dem SC Rosdorf und hat nun die Möglichkeit, dreimal in der Woche auf dem Rosdorfer Sportplatz zu trainieren. Zwischenzeitlich bewegte sich aber auch die GoeSF und schlug den 05ern eine zusätzliche Stunde auf dem Jahnstadion-Kunstrasenplatz frei.

„Als wir den Winter-Trainingsplan erhielten, kam massiver Protest aus der Mannschaft. Dies seien keine Oberliga-Bedingungen“, berichtet Michael Wucherpfennig vom RSV-Businessclub. Auf dem kurzen Dienstweg – Wucherpfennig ist in Rosdorf zu Hause – kontaktierte er Uwe Michaelis, den Vorsitzenden des SC Rosdorf. Das Resultat: Montags, mittwochs und freitags jeweils um 19 Uhr kann der RSV in Rosdorf trainieren. „Die wollten gar nichts dafür haben. Das ist nicht selbstverständlich“, unterstreicht Wucherpfennig.

Eine Gegenleistung gibt es aber doch: Im nächsten Jahr, zum 100-jährigen Bestehen der Rosdorfer, tritt der RSV 05 ohne Gage zum Jubiläumsspiel an. „Außerdem stehen wir parat, hier und da eine Kleinigkeit zu helfen“, so Wucherpfennig.

„Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit haben, auch wenn wir nicht jede Trainingszeit in Rosdorf wahrnehmen werden“, sagt RSV-Trainer Jozo „Jelle“ Brinkwerth. Oberligaspiele am Sonntag zugrunde gelegt, seien die Kern-Trainingszeiten dienstags und donnerstags angesetzt. Für Sonnabend-Spiele liege der Mittwochstermin jedoch günstig, und außerdem: Rosdorf sei eine gute Alternative, auf Rasen zu trainieren, und eine zusätzliche Option in der Übergangszeit im Herbst und Frühling. „Schließlich spielen wir in dieser Zeit ja auch auf Rasen.“ Einziges Manko sei „der Umstand, die Trainingssachen mit dem Bus hin und zurück zu transportieren“.

Eine zusätzliche Stunde hat die GoeSF am Donnerstag von 19.30 bis 20.30 Uhr auf dem Jahnstadion-Kunstrasenplatz freigeschaufelt. „Es ist schon so, dass wir das reingequetscht haben und andere Vereine weniger trainieren können“, sagt Goe-SF-Chef Alexander Frey. Mit der Entscheidung trage man aber den Bemühungen des RSV Rechnung, „sich vom Leistungsniveau her anders aufzustellen, und dies nicht nur zu postulieren, sondern auch Taten folgen zu lassen“.

Frey meint damit die RSV-Initiative, in eine andere Kommune umzuziehen. „In diesem Umfang ist das durchaus ungewöhnlich.“ Die Trainingssituation in Göttingen sei schwierig, räumt er ein. „Göttingen ist relativ ausgereizt, und so ist es als sinnvoll zu erachten auszuweichen.“ Grundsätzlich gelte: „Wer höherklassig spielen will, muss höherklassig trainieren“, und dieser Maßgabe versuche die GoeSF gerecht zu werden. Auf der anderen Seite habe die Rosdorf-Lösung für den RSV 05 einen positiven Nebenaspekt: „So etwas hilft, das Standing in der Region zu verbessern.“

In Rosdorf seien die 05er mit offenen Armen empfangen worden, unterstreicht Wucherpfennig nach dem ersten Trainings-Ausflug unter Flutlicht am Montagabend. „Die waren ganz rührig, und die Kabine war super. Sie haben sogar eine Betreuung organisiert.“ Zwar stand nach dem 1:0-Sieg gegen Wolfsburg nur Auslaufen auf dem Programm, „aber ein Rasenplatz ist auch dafür tausendmal besser geeignet als ein Hartplatz“. Die Nachricht vom zusätzlichen Donnerstagstraining sei von der Mannschaft dann mit einem regelrechten Jubelsturm aufgenommen worden.

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