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Ramona Reichpietsch verlässt Sparta Göttingen am Sonntag

Frauenfußball Ramona Reichpietsch verlässt Sparta Göttingen am Sonntag

Für Ramona Reichpietsch ist das Finale um die 44. Niedersächsische Frauenmeisterschaft auch gleichzeitig ein Abschiedsspiel. Am Sonntag wird sich die Fußballerin im Barsinghäuser August-Wenzel-Stadion ein letztes Mal das Sparta-Trikot überstreifen, wenn dort um 15 Uhr das Finale zwischen den beiden Meisterteams der Oberliga-Staffeln Ost und West angepfiffen wird.

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Hat den Blick für ihre Mitspielerinnen: Ramona Reichpietsch (l.) legt gern vor, schoss in dieser Saison aber auch 15 Tore für Sparta.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Göttingerinnen treffen auf den TV Jahn Delmenhorst, der schon als Regionalliga-Aufsteiger feststeht. Sparta hatte im Vorfeld signalisiert, auch im Falle eines Endspielerfolges auf den Sprung in die nächsthöhere Liga zu verzichten.
„Vielleicht ist es gut für uns, den Druck, gewinnen zu müssen, nicht mehr zu haben“, sagt Reichpietsch. „Nervös werden wir in der ersten Viertelstunde wahrscheinlich trotzdem sein. Es wird kein Larifari-Spiel, in jedem Fall wollen wir den Sieg.“ Der 24-Jährigen bleibt nach dem Schlusspfiff allerdings weder Zeit für Jubel noch für Trauer. „Ich gehe duschen, setze mich ins Auto und fahre einer Klasse auf Klassenfahrt nach Wismar hinterher.“ Die Schüler starten bereits am Vormittag, Reichpietsch hat die Erlaubnis von den Eltern eingeholt, dass sie erst spielen und später zur Klasse stoßen darf.

 
Seit Februar ist sie Referendarin (Bio und Deutsch) am Gymnasium Uetze. Das ist auch der Grund, warum sie Sparta nach zwei Spielzeiten verlässt. „Ich wollte nicht mitten in der Serie wechseln. Für mich waren die Heimspiele in Göttingen allerdings fast immer die Begegnungen mit der längsten Anreise.“ Morgens um 9.30 Uhr sei sie losgefahren, abends um 19.30 Uhr wieder zurückgewesen. Dagegen war die letzte Saisonpartie in Ahlten ein Klacks, gerade einmal 35 Minuten saß sie da im Auto.

 
Reichpietsch stammt aus Goslar, hat seit der C-Jugend für den SV Upen gespielt und ist 2013 an den Greitweg gewechselt. „Die waren dann in die Landesliga abgestiegen, das war sportlich nicht mehr so reizvoll“, war für sie der Wechsel zu einem Verein am Studienort eine logische Konsequenz. Hier wurde sie von einer Stürmerin zur Mittelfeldspielerin. „Das hat Norbert Meyer gemacht. Inzwischen finde ich die Position sogar besser. Ich bin ja so ein Vorlagen-Mensch.Hier kann man sich selbst die Bälle holen und ist nicht darauf angewiesen, von anderen bedient zu werden“, sagt die Spielerin ohne Vorbild. „Ich bin gar kein Fußballgucker, habe keinen Lieblingsverein. Mich interessieren eigentlich nur die Weltmeisterschaft oder die entscheidenden Spiele zum Saisonabschluss.“

 
Fit gehalten hat sie sich nach dem Umzug nach Uetze beim Regionalliga-Siebten Fortuna Celle. Ob sie dort in Zukunft regelmäßig spielen wird, ist fraglich. „Der Wechsel in diese Spielklasse ist ein großer Schritt. Da geht es körperlich fieser zu. Und ich weiß nicht, ob ich es zeitlich schaffe, dreimal wöchentlich zu trainieren.“ Reichpietsch wird das Sparta-Team vermissen. „Wenn ich könnte, würde ich hier weiter spielen.“ Sie habe Spaß mit der Mannschaft gehabt. „Wir haben auch außerhalb des Fußballs viel unternommen, das Klima war toll. Jeder hat den anderen aufgebaut, wenn es mal nicht so gut lief.“ Bleibt zu hoffen, dass diese Tugend am Sonntag nicht benötigt wird.

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