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Rollshäuserin Anna Lena Riedel bei DFB-Sichtungslehrgang in Köln mit dabei

Ein Handy braucht sie nicht Rollshäuserin Anna Lena Riedel bei DFB-Sichtungslehrgang in Köln mit dabei

Die Bettwäsche von Anna Lena Riedel im heimischen Elternhaus muss nicht häufig gewechselt werden, denn die 14-jährige Gymnasiastin ist relativ selten zu Hause. Meistens ist sie in Sachen Fußball unterwegs. Inzwischen gehört Anna, wie die in Rollshausen Lebende von allen nur gerufen wird, fest zum Aufgebot der NFV (Niedersächsischer Fußball-Verband)-Auswahl.

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Bei ihr dreht sich ganz viel um Fußball: Anna Lena Riedel, die für den JFV Eichsfeld in der Bezirksliga spielt.

Quelle: Richter

Eichsfeld. Dazu kommen ihre Einsätze in der C-Junioren-Bezirksliga beim JFV Eichsfeld  und dem Stützpunkttraining in Göttingen.

Beim JFV Eichsfeld ist sie quasi die „Henne im Korb“. „Ich mag es richtig gern, mit denen zu spielen“, hat die aufgeweckte Schülerin überhaupt kein Problem damit, mit Jungs, unter anderem ihrem Bruder Luis, um Punkte zu kämpfen.

„Meine Auswahltrainerin beim NFV (Jana Mentzel, Anm. der Redaktion) rät mir sogar dazu, noch möglichst lange in einem Jungenteam zu spielen“, erzählt Riedel, die erst in den Herbstferien eine Woche mit der Auswahl in Polen verbracht hat. Kaum von dort zurückgekehrt, ging es nur einen Tag später zum DFB-Sichtungslehrgang nach Köln.

Allerdings unter erschwerten Bedingungen, denn durch den Bahnstreik fuhren keine Züge, sodass ihr Vater Oliver sich kurzerhand freinehmen musste, um sein Töchterchen zu fahren. Unter den Augen von Trainerin Bettina Wiegmann absolvierte die Offensivspielerin, die am liebsten über die Außenbahn kommt, anspruchsvolle Trainingseinheiten. „Beim DFB wurde ich auch hinten eingesetzt, denn die wollen schon sehen, wie flexibel man ist“, erklärt Anna Lena Riedel.

„Was ich singe, hängt davon ab, wie ich drauf bin“

In Köln lernte sie unter anderem auch die ehemalige Nationaltorhüterin Silke Rottenberg kennen, die beim DFB für die Auswahltorhüterinnen zuständig ist. Aufgeregt, als die Berufung zum DFB kam, war sie nicht. „Ich habe bei solchen Lehrgängen nicht so ein Druckgefühl, konzentriere mich eher auf mich.“

Aus diesem Grund hat sie auch keine sportlichen Vorbilder, sondern versucht konsequent, ihren Weg zu finden. Mögliche Vergleiche mit der Göttingerin Pauline Bremer wehrt sie ab. „Ich kenne Pauline gar nicht, habe sie lediglich bisher im Fernsehen gesehen.“

Überhaupt hat die Schülerin der neunten Klasse des Eichsfeld-Gymnasiums ihren ganz eigenen Kopf. Sind bei anderen jungen Damen ihrer Altersklasse die Handys regelrecht in die Hand implantiert, braucht Anna eigentlich keins, gab nur dem Druck ihrer Eltern nach. „Wenn Anna jetzt so viel unterwegs ist, dann war es uns einfach wichtig, dass eine Erreichbarkeit gegeben ist“, erläutert Annas Mutter Tina.

Gern vergisst die Nachwuchsfußballerin einmal ihr Handy, stört es sie bei einigen ihrer sonstigen Aktivitäten wie beispielsweise dem Skateboardfahren oder auch Trompete spielen erheblich. Darüber hinaus – vom Schulunterricht natürlich einmal abgesehen – singt Anna den ganzen lieben Tag.

„Was ich singe, hängt davon ab, wie ich drauf bin.“ Es scheinen allerdings meistens fröhliche Lieder zu sein, denn Anna Lena Riedel kommt genau so rüber – fröhlich und unkompliziert.

Von Vicki Schwarze

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