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Rollshäuserin Riedel wechselt zu den U-17-Fußballerinnen des USV Jena

Anna und der namenlose Löwe Rollshäuserin Riedel wechselt zu den U-17-Fußballerinnen des USV Jena

Anna Riedel ist alles, nur keine Träumerin. Trotzdem fühlt sich ihr derzeitiges Leben ein ganz kleines bisschen wie im Traum an, denn die 15-jährige Rollshäuserin siedelt Anfang August ins Sportinternat nach Jena über, wird dort beim USV bei den U-17-Juniorinnen in der Fußball-Bundesliga spielen.

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Quelle: EF

Rollshausen. Damit befindet sie sich weiter auf dem direkten Weg, ihr großes Ziel zu verwirklichen, nämlich Nationalspielerin zu werden. Der Vergleich mit der Göttingerin Pauline Bremer, die diesen Sprung bereits geschafft hat, liegt nahe – allerdings nicht für Anna. „Ich mache mein eigenes Ding. Die WM habe ich mir natürlich angeguckt, aber dabei gucke ich gar nicht so sehr auf Pauline. Der Anreiz wäre für mich auch nicht, die Welt kennenzulernen. Der Anreiz heißt Fußball spielen“, hat die Gymnasiastin ganz konkrete Vorstellungen.

 
Sie freut sich unbändig auf Jena, ist natürlich auch ein bisschen aufgeregt. „Wenn ich erst da bin, dann legt sich das bestimmt“, ist sie sich sicher. Ihren Eltern Tina und Oliver und ihren Brüdern Luis und Mika fällt es ausgesprochen schwer, sie gehen zu lassen, gönnen sie ihr die Chance natürlich von ganzem Herzen.

 
„Wir haben uns aus dieser Entscheidung total herausgehalten. Wir sind mit Anna in Jena gewesen. Die Stadt ist toll, viele junge Leute leben dort, die Schule ist direkt neben dem Internat. Es war letztlich ihre Entscheidung“, erzählt Tina Riedel, die weiß, dass ihre Tochter total hinter diesem Entschluss steht. „Ich will es ja wirklich“, verdeutlicht Anna. Ihre Klassenkameraden aus der neunten Klasse des Eichsfeld-Gymnasiums machten dem großen Talent den Abschied  richtig schwer. Gleich mehrere Abschiedspartys wurden organisiert, dazu gab es Geschenke, wie beispielsweise ein Trikot mit Namen. „Vielleicht werde ich auch ein bisschen Heimweh haben“, ist sich die Eichsfelderinnen noch nicht ganz sicher, wie sie den Auszug verkraften wird. Aber die Familie, Großeltern und auch Freunde haben schon versprochen, sie möglichst oft zu besuchen.

 
Die Vereine Wolfsburg und Magdeburg hatten ebenfalls Interesse an dem Nachwuchstalent bekundet, doch der Entschluss von Anna stand unumstößlich fest. Ihr gefiel es auf Anhieb in Jena, das Probetraining meisterte sie mit Bravour, die Verantwortlichen wollten sie sofort verpflichten. Dabei hatten sie die 15-Jährige vorher nie gesehen, wohl aber ein Schreiben an den JFV Eichsfeld gerichtet, dem Verein, in dem Anna in der C-Junioren-Bezirksliga bislang gespielt hat und ihr Interesse bekundet. „Da ich ja beim NFV in der Auswahl war und auch schon bei DFB-Sichtungslehrgängen, sind die wahrscheinlich auf mich aufmerksam geworden“, erklärt sich Anna Riedel das Interesse der Thüringer, die schon ihre Zimmernachbarin, eine Leichtathletin, kennengelernt hat. „Es gibt nicht nur Fußball an der Schule, sondern auch andere Sportarten wie beispielsweise Fechten, Basketball und Leichtathletik“, hofft Anna auf viel Abwechslung.

 
Die Schule beginnt für sie erst am 24. August, aber vorher geht es bereits mit Training los. Schon die vergangenen zwei Wochen hat sie sich mächtig ins Zeug legen müssen, denn ihr neuer Verein hat jeder Spielerin einen umfangreichen Vorbereitungsplan geschickt. Klaglos absolviert sie die anstrengenden Einheiten, hin und wieder wird sie dabei von ihrem Bruder Luis begleitet.

 
Am Sonntag geht es dann nach Jena – mit einer neuen Matratze und nur einigen persönlichen Sachen im Gepäck, denn der Platz in dem Zweibett-Zimmer ist begrenzt. Auf keinen Fall zu Hause bleibt allerdings ihr Begleiter seit Kindertagen, ein namenloser Löwe. „Der heißt einfach Löwe“, so seine Besitzerin.

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