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Sattenhausens Ali Karakaya entsetzt über Rauswurf

Meistertrainer wirft Vereinsvorstand Lügen und Eitelkeiten vor Sattenhausens Ali Karakaya entsetzt über Rauswurf

Ali Karakaya ist nach vier Jahren als Spielertrainer beim VfB Sattenhausen entlassen worden. Für Außenstehende völlig überraschend, schließlich feierte er nach einer starken Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse Mitte die Meisterschaft und den damit verbundenen Kreisliga-Aufstieg.

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Vier erfolgreiche Jahre: Sattenhausens Ex-Spieltrainer Ali Karakaya (l.) gegen Holzerodes Johannes Diederich.

Quelle: Theodoro da Silva

Sattenhausen. Während der Verein einen „eklatanten Vertrauensbruch“ als Grund nennt, spricht Karakaya von Lügen und Eitelkeiten. Fest steht, dass der Rauswurf während der Meisterfeier Ende vergangenen Woche erfolgte. „Ich hatte ehrlich gesagt damit gerechnet, dass mir ein Dank für die erfolgreiche Saison ausgesprochen wird“, zeigte sich Karakaya entsetzt. Weil auch Co-Trainer Tillman Koch kürzlich seinen Weggang vom VfB verkündet hatte, steht der frisch gebackene Kreisligist aktuell ohne Trainer da.

Kaum zu verstehen ist der Rauswurf auch, weil beide Seiten die Zusammenarbeit fortführen wollten: Schon seit Februar wurden Gespräche geführt – und auch Karakaya habe „nie mit anderen Vereinen kokettiert“. Einen Strich durch diese Rechnung machte ein Gespräch zwischen dem 38-Jährigen und Vorstandsmitglied Jan-Patrick Gellert.

Darin sei der Coach unter anderem gefragt worden, ob er auch ohne Koch, über den Karakaya zufolge Lügen verbreitet worden seien, weitermachen würde. Weil Karakaya sich in der Folge schlecht behandelt fühlte, machte er deutlich, dass er in dieser Art und Weise kein Gespräch führen wolle. „Beim Weggehen habe ich dann eine Flasche auf den Boden geworfen – aber erst in 20 Metern Entfernung“, so Karakaya. Gellert will das Wort „Vertrauensbruch“ aus der Pressemitteilung unkommentiert lassen. „Wir hatten gute Jahre mit Ali. Wir schätzen Ali noch immer“, sagt er – aber betont: „Sein Verhalten war kaum zu beschreiben.“

In Sattenhausen war Karakayas Name eng mit den Erfolgen des VfB verknüpft. Vor vier Jahren sein Engagement gestartet, stieg er von der 2. Kreisklasse bis in die Kreisliga auf. „In dieser Saison habe ich schon nach dem ersten Spiel gemerkt, dass wir etwas reißen können“, sagt der Trainer, dessen Team „alle taktischen Vorgaben sehr gut umgesetzt“ habe. Mit acht Punkten Vorsprung und nur zwei Niederlagen holten die Blau-Gelben souverän den Titel. An der sportlichen Seite habe der Vorstand nie gezweifelt.

„Die Leistungen der vergangenen vier Jahre stehen außer Frage“, heißt es in der Pressemitteilung des VfB. Mehr als ungewiss ist die Zukunft des Klubs. Viele Spieler scheinen hinter Karakaya zu stehen: „Nach der Entlassung ist die Mannschaft mir nach Göttingen gefolgt – und wir haben bei Sparta die Meisterschaft gefeiert“, sagt er. Gellert betont: „Zum jetzigen Zeitpunkt steht über vielem ein großes Fragezeichen. Die Spieler haben sich kürzlich zur Beratung getroffen.“

Von Timo Holloway

Interviews mit Karakaya und Gellert unter: gt-sportbuzzer.de

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