Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
So werde ich zum Pokal-Helden

Nach der Elfmeter-Tragödie So werde ich zum Pokal-Helden

Das Elfmeterschießen zwischen den Fußballern von Aalen und Nürnberg in der ersten DFB-Pokalrunde wird in die Geschichte eingehen: Sieben von zehn Schützen vergaben. Breitenbergs Keeper Moses Ojugo, der gegen Sparta Göttingen zum Bezirkspokalhelden wurde, weiß, wie so etwas passieren kann: „Als Torhüter musst du Druck aufbauen“, sagt er.

Voriger Artikel
Fußball-Oberliga: Aufsteiger empfängt zum ersten Saisonspiel TB Uphusen
Nächster Artikel
Von Ahlen wird Viererkette spielen lassen

Flieger, grüß mir die Sonne: Breitenbergs Torhüter Moses Ojugo im Bezirkspokalspiel gegen Sparta Göttingen.

Quelle: Schauenberg

Göttingen. Bereits die ersten vier Schützen hatten sich in der Partie zwischen dem VfR Aalen und dem 1. FC Nürnberg Fahrkarten geleistet, die reguläre Spielzeit war zuvor mit einem 0:0 zu Ende gegangen. „Das eine hängt mit dem anderen zusammen“, sagt Ojugo, der Germania Breitenberg mit drei gehaltenen Elfmetern gegen Sparta in die zweite Runde des Bezirkspokals befördert hat. „Meine feste Überzeugung ist, dass Fußball zu 70 Prozent im Kopf stattfindet.“

Nicht zu unterschätzen sind deshalb die Tricks, die erfahrene Torhüter drauf haben und die allgemein als „Psycho-Spielchen“ bezeichnet werden. Der 30-jährige Ojugo hat gegen Sparta auf sie zurückgegriffen: „Du musst viel reden, dich erkundigen, ob der Ball richtig liegt. Gegen Sparta habe ich, glaube ich, zehnmal gefragt, ob der Ball richtig liegt. Ein bisschen Smalltalk hilft immer.“ Außerdem sei langes Warten hilfreich und auch, sich die Fußhaltung des Schützen anzusehen.

Grundsätzlich gelte bei Elfmeterschießen: „Wenn der Schütze alles richtig macht, hat man als Torhüter keine Chance.“ In solchen Fällen wendet sich der trickreiche Ojugo dann an die Gegenspieler. „Auch gegen Sparta habe ich den erfolgreichen Schützen zu ihren Elfmetern gratuliert: Ich habt super geschossen und mich gut verladen! Anerkennung gehört definitiv dazu“, sagt er.

Anerkennung hat nach dem Pokalsieg auch der Torhüter geerntet. Dabei hatte es gar nicht so gut begonnen für ihn. „Ich habe schlecht angefangen und viele Bälle abtropfen lassen“, berichtet er. Was danach geschah, gehört zu einem typischen Pokal-Film dazu. „Mir gelang ein Riesenreflex – und plötzlich war ich gut drauf. Ich habe nach dem Schuss zu den Spartanern gesagt: Vielen Dank, ihr habt mich gerade stark gemacht. Wenn es zum Elfmeterschießen kommt, bin ich bereit!“

Oftmals reicht also eine Schlüsselszene aus, um einen Torhüter für die entscheidenden Sekunden eines K.o.-Spiels in Form zu bringen. Ojugo jedenfalls hatte eine breite Brust. Seinem Sparta-Gegenspieler Rido Weiss bescheinigte er im Elfmeterschießen: „Deinen Schuss werde ich sowieso halten. Und was soll ich sagen: Er hat mir direkt in die Arme geschossen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Matchday: Göttingen gegen Vechta
Noch mehr Fußball