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Tageblatt-Umfrage zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022

„Wie die Vierschanzentournee im Sommer“ Tageblatt-Umfrage zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022

Nach dem Willen des Fußball-Weltverbandes Fifa soll die Weltmeisterschaft 2022 nicht nur im Wüstenstaat Katar, sondern auch im Winter stattfinden – Sommermärchen adé. Was sagen die südniedersächsischen Fußballexperten dazu? Das Tageblatt hat sich umgehört.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. „Damit kann ich mich nicht anfreunden“, stellt Martin Wagenknecht, Trainer des Oberligisten 1. SC 05, klar. „Das ist so, als veranstalte man die Vierschanzentournee im Sommer. Es geht dabei nur ums Geld.“ Außerdem könnten Mannschaften, die viele Nationalspieler abstellen, in der Bundesliga-Rückrunde Probleme bekommen. „Das wäre dann auch noch Wettbewerbsverzerrung“, sagt Wagenknecht.

05-Präsident Jens Handkammer findet die Fifa-Entscheidung, in den Winter auszuweichen und nicht im heißen Sommer zu spielen, „für die Spieler erst mal zuträglich“. Auf der anderen Seite ist das Votum pro Katar für Handkammer „eine inhaltlich ungeprüfte Farce, die aufgrund von massiven Interessen zustande gekommen ist“ – genauso wie die Handball-WM in Katar, bei der „Geld, Interessen und Politik im Vordergrund gestanden haben“. Für den Amateurbereich könne die Winter-WM jedoch zum Anlass genommen werden, über eine Saison von März bis November nachzudenken. „Vielleicht wäre das ja attraktiver, regt Handkammer an.

„Ich gucke zu jeder Zeit WM, auch im Winter“, sagt Thorsten Tunkel, Fußball-Abteilungsleiter des Landesligisten SVG, der den ungewöhnlichen Termin gar nicht so schlecht findet. „Wenn die Gegebenheiten vor Ort so sind, ist das eben so. Man muss auch mal andere Wege gehen.“ Das „Sommer-Feeling“, die WM vielleicht zusammen mit Freunden im Garten zu verfolgen, werde womöglich durch etwas anderes Unterhaltsames ersetzt. „Dinge müssen sich verändern, und man muss auch mal etwas Neues ausprobieren“, sagt Tunkel.

„Gar nichts“ hält Bruno Kassenbrock, Teammanager des Bezirksligisten SC Hainberg, von der Idee. „Das Ritual ist alle zwei Jahre EM und WM im Sommer. In Daunenjacke auf dem Balkon den Elektogrill zu bedienen, ist keine schöne Vorstellung.“

Jan Washausen, aus Göttingen stammender Fußballprofi des Zweitligisten Eintracht Braunschweig, findet jenseits der grundsätzlich „merkwürdigen Vergabe nach Katar“ gut, dass die Spieler nun Rahmenbedingungen haben und wissen, dass sie nicht bei 40 bis 50 Grad spielen müssen. „Andererseits fahre ich vermutlich nicht mit zur WM, deshalb habe ich mich noch gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt.“

Mehr zum Thema Winter-WM in Katar gibt es an anderer Stelle dieser Ausgabe und unter gt-sportbuzzer.de.
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