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Trainer des SC Hainberg, Carsten Langar, glaubt an den Klassenverbleib

„Müssen einfach in die Spur zurückfinden“ Trainer des SC Hainberg, Carsten Langar, glaubt an den Klassenverbleib

„Wir trainieren wie die Weltmeister – aber spielen wie ein Absteiger“, sagt Carsten Langar, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SC Hainberg. Das Team von den Zietenterrassen bekommt derzeit die Kurve einfach nicht: Nach zwei Siegen zum Saisonauftakt gingen die Blau-Weißen in den folgenden 14 Spielen 13mal als Verlierer vom Platz und werden um die Weihnachtszeit die rote Laterne tragen.

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Mit der Torgefährlichkeit hapert es immer wieder: Alexander Hafner (4.v.l.) und Kevin Schaffer (3.v.l.) spielen den Ball in Richtung Gandersheimer Tor von Keeper Arne Hoppmann. Ein Treffer wurde es aber nicht.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die magere Punktausbeute ist vor allem deshalb verwunderlich, weil der SCH im vergangenen Jahr zum selben Zeitpunkt mehr als dreimal so viele Zähler gesammelt hatte und am Ende Vierter wurde.

Ein freier Fall, bei dem schon zur Winterpause nur noch das Ziel Klassenverbleib im Fokus steht, war folglich kaum zu erwarten. Warum es deutlich schlechter läuft als vergangene Saison, weiß Langar „selbst nicht ganz genau. Wahrscheinlich sind es mehrere Bausteine“.

Ins Auge fiel ihm bei der jüngsten 0:2-Niederlage gegen Grün-Weiß Bad Gandersheim vor allem Fundamentales: Beim Abschluss war sein Team zu zögerlich, das Passspiel war nicht präzise genug, und Bälle wurden leichtfertig hergeschenkt. „Das kann nicht wahr sein. Die nehmen uns einfach den Ball weg“, war er in einer Szene schlichtweg fassungslos.

Ähnlich fassungslos war Hainberg nach der höchsten Niederlage der Hinserie, beim 1:8 gegen die SG Bergdörfer. Wobei sich anhand der Gegentore die Hainberger Misere sehr gut veranschaulichen lässt: Während der SCH bislang 41 Gegentreffer kassiert hat, waren es 2013/14 nur 38 – und zwar in der gesamten Spielzeit.

Hainbergs Teammanager Bruno Kassenbrock sieht allerdings auch in der Offensive Verbesserungspotential: „Es fehlt uns derzeit einfach an der Qualität, uns Chancen herauszuarbeiten“, sagt er. Ebenso wie Langar falle auch ihm die enorme Diskrepanz zwischen Trainings- und Wettkampfleistung auf.

Die Talfahrt des SC Hainberg lässt sich durchaus auch aus psychologischer Sicht betrachten: Schließlich führen Niederlagen zu mangelndem Selbstvertrauen, dies wiederum zu fehlender Konsequenz sowie zu falschen Entscheidungen – und schon ist die Abwärtsspirale perfekt.

Symptomatisch ist in diesem Zusammenhang eine Szene aus dem Spiel gegen Bad Gandersheim: Als Hainberg Anfang der zweiten Hälfte einen Angriff vortrug, mahnte ein SCH-Defensivspieler lautstark: „Bloß nicht den Ball verlieren!“ Dass ein solcher, Misserfolg vermeidender, Ansatz weniger ertragreich ist als ein erfolgsorientierter, ist in der Sportpsychologie hinlänglich bekannt.

Trotz der negativen sportlichen Entwicklung hat Hainberg Selbstvertrauen und Optimismus noch lange nicht verloren. „Die Qualität, in der Liga zu bleiben, besitzen wir in jedem Fall“, sagt Kassenbrock. „Wir müssen sie nur auf den Platz bekommen.“ Und auch Langar, der betont, sich auch stets selbst kritisch zu hinterfragen, betont: „Wir haben eine gute Mannschaft. Wir müssen einfach wieder in die Spur zurückfinden.“

Von Timo Holloway

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