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Vor 35 Jahren hat Harald Snater Göttingen 05 in die 2. Liga geköpft

Fußball Vor 35 Jahren hat Harald Snater Göttingen 05 in die 2. Liga geköpft

Wer eingefleischter Fan des 1. SC 05 ist, sollte am Montag um 12.31 Uhr kurz innehalten und einem der bedeutendsten Momente in der Geschichte seines Klubs gedenken. Zu dieser Zeit ist es nämlich genau 35 Jahre her, dass Harald Snater im entscheidenden Aufstiegsspiel gegen den BFC Preussen Berlin den Ausgleich zum 1:1 erzielte. 14 Minuten später war das Spiel zu Ende. 05 stand in der 2. Liga.

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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Harald Snater köpft im Jahnstadion den Ausgleich, der zum Zweitliga-Aufstieg reicht.

Quelle: EF

Göttingen. Der heute 59-jährige Snater erinnert sich noch genau an die spielentscheidende Szene: „Wir stehen im Strafraum, in Erwartung einer Freistoß-Flanke von rechts. Im richtigen Moment löse ich mich von meinem Gegenspieler und stehe, als die Flanke in den Strafraum segelt, völlig frei. Mit der Stirn erwische ich den Ball, bringe ihn aufs Tor. Nicht besonders platziert, aber wuchtig, genau unter die Latte.“ Preussen-Keeper Redmann streckt sich vergeblich, der Ball schlägt über ihm ein: 1:1, Riesenjubel auf der 05-Bank und unter denjenigen der 5300 Zuschauer, die aus Südniedersachsen mitgereist waren. Knapp eine Viertelstunde später pfeift Schiri Möller (Dahlhausen) ab, und nach dreijähriger Abwesenheit stehen die Schwarz-Gelben wieder in der 2. Liga.

 
Für die beiden Relegationsspiele hatte sich das von Helmut Latermann trainierte Team durch die Vizemeisterschaft in der Amateur-Oberliga Nord qualifiziert. Meister VfB Oldenburg stieg direkt in die 2. Liga Nord auf, 05 musste zweimal gegen Berlins Meister BFC Preussen antreten. Das Hinspiel hatten die Göttinger durch einen von „Delle“ Wolter verwandelten Handelfmeter in der 26. Minute mit 1:0 gewonnen, das Rückspiel endete – nachdem Preussen in der 50. Minute mit 1:0 in Führung gegangen war – durch Snaters Ausgleichstreffer mit 1:1.

 
An die folgende Zweitliga-Saison erinnert sich der ehemalige Mittelstürmer, der als Spieler der Werder-Amateure ein Bundesligaspiel bestritt, gerne zurück. 05 habe eine tolle Mannschaft gehabt, mit Kurt Goetz einen überragenden Torhüter und mit Heinz-Wilhelm Fesser einen klasse Außenstürmer: „Flanke Fesser, Kopfball Snater: Tor – so war das damals.“ Wenn Werder Bremen, Hannover 96, Eintracht Braunschweig und Hertha BSC nach Göttingen kamen, haben 8000 Zuschauer das Jahn-Stadion in einen Hexenkessel verwandelt, erinnert sich Snater. Aber nicht nur das Geschehen auf, sondern auch außerhalb des Rasens ist dem selbständigen Kaufmann in guter Erinnerung geblieben: „Es ging unheimlich kameradschaftlich zu, wir Spieler sind bis heute befreundet.“

 
Was den heutigen Göttinger Fußball angeht, wünscht sich der gebürtige Ostfriese eine Bündelung der Kräfte: „Wenn weiterhin jeder Verein für sich alleine agiert, wird nie mehr drin sein als die fünfte Liga.“ Die Geschehnisse rund um den 1. SC 05 tun ihm in der Seele weh: „Man hört und liest fast nur noch Negatives.“ Doch die Hoffnung sterbe zuletzt, so der ehemalige Torjäger: „Vielleicht geht es ja wieder solide zu und sportlich aufwärts.“ 

 

Von Hauke Rudolph

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