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Wolfgang Hungerland vom Bovender SV erklärt Rücktritt

Abteilungsleiter Wolfgang Hungerland vom Bovender SV erklärt Rücktritt

Zeitenwende beim Bovender SV: Nach mehr als 24 Jahren als Leiter der Fußball-Abteilung hat Wolfgang Hungerland zum 30. Juni seinen Rücktritt erklärt. Als Begründung führte Hungerland veränderte Rahmenbedingungen an, wie es in einer Pressemitteilung des BSV heißt. Gleichzeitig muss sich der Klub einen Trainer für die nächste Saison suchen.

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Wolfgang Hungerland, langjähriger Abteilungsleiter der Fußballabteilung beim Bovender SV, hat überraschend seinen Rücktritt zum 30. Juni erklärt.

Quelle: EF

Göttingen. Die Lösung mit dem ehemaligen 05-Präsidenten und -Trainer Hansi Ehrlich auf der Bank sei mit Hungerlands Rücktritt hinfällig geworden, teilte der Bovender SV mit. Die Abmachung mit Ehrlich war auf Hungerland zurückgegangen, dessen kommissarischer Nachfolger der Jugendwart Daniel Vollbrecht sein wird.

 
„Ich hätte meine Freiheiten zukünftig sehr einschränken müssen“, sagte Hungerland gegenüber dem Tageblatt. Aber auch wegen „anderer Dinge“ sei der Rücktritt „unausweichlich gewesen“. Er habe seiner Meinung nach auch damit zu tun, dass er nicht Schneehain, seit März BSV-Vorsitzender, über die Personalie Ehrlich informiert, sondern sie lediglich mit dem Vorstand Wettkampfsport, Matthias Harre, abgestimmt habe. „Das hat er mir sicherlich übel genommen“, sagte Hungerland. Dabei sei auch der Finanzvorstand Stefan Bömeke von ihm informiert worden. Von Ehrlich als BSV-Trainer sei er im Übrigen immer noch überzeugt. „Das wäre gut gegangen.“

 

Neuausrichtung der Abteilung

 
Schneehain bezeichnete die Entwicklung als „total bedauerlich“ – die Pressemitteilung war mit „Eine Ära geht zu Ende“ überschrieben. Er sehe den Rückzug „mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, denn der Funke für einen „Neuanfang mit Elan“ sei durch ihn gegeben. Schneehain wünsche sich zukünftig eine Fußball-Abteilung, bei der mit „ganz vielen eigenen Jugendspielern“ gearbeitet werde und nicht der finanzielle Aspekt im Vordergrund stehe. Vorbilder sind für ihn in dieser Hinsicht die Bezirksligisten SG Bergdörfer, Tuspo Weser Gimte und SG Werratal.

 
Vollbrecht legte gegenüber dem Tageblatt Wert darauf, im Gegenzug für ein Engagement als Abteilungsleiter von seiner Aufgabe als Jugendwart befreit zu werden. „Ich möchte dann bei einer Neuausrichtung der Abteilung auch meine Ideen einbringen“, sagte er. Auch ihm ist vor allem wichtig, dass der eigene Nachwuchs in die Herrenteams integriert wird. Als Spieler der ersten Mannschaft hört Vollbrecht zum Saisonende auf.

 
Die Suche nach einem neuen Trainer läuft derweil auf Hochtouren. Am Donnerstag um 16.30 Uhr stellte sich der erste Kandidat einer sogenannten Findungskommission vor. Nach Tageblatt-Informationen gehört Andreas Riedel von der SG Drammetal zu den Anwärtern. „So schnell wie möglich“ soll ein neuer Coach gefunden werden, so Schneehain.

 
„Ich bin mir im Klaren darüber, dass es der unglücklichste Zeitpunkt ist, auch im Hinblick auf die Wechselfrist und den Abstiegskampf“, sagte Hungerland. Aber aus „verschiedensten Gründen“, sei der Rücktritt nicht mehr unter der Decke zu halten gewesen. Schneehain würdigte Hungerland als einen BSVer, der sich „weit über das normale Maß“ um den Klub verdient gemacht hat. Hungerland war insgesamt rund 40 Jahre für den Bovender SV tätigt, neben der Abteilungsleitung unter anderem als Teammanager, Jugendtrainer und Kassenprüfer.

Von Eduard Warda

Kommentar: Rückzieher

Erst war die Überraschung groß, dass der ehemalige 05-Präsident Hansi Ehrlich im nächsten Jahr auf der Bank des abstiegsgefährdeten Bezirksligisten Bovender SV sitzt. Jetzt folgte der Rückzieher auf dem Fuß. Ehrlich hatte beim 1. SC 05 verbrannte Erde hinterlassen und genießt seitdem keinen besonders guten Ruf in Göttingen. Der neue Vorstand des BSV mit dem Vorsitzenden Alexander Schneehain an der Spitze wollte sich auf diese Personalie nicht einlassen und ließ den Abteilungsleiter Hungerland, der den Trainer-Coup eingefädelt und offenbar mit seinem Amt verknüpft hatte, fallen.

 
Der andere Aspekt des Hungerland-Rücktritts betrifft die Jugendarbeit des Klubs. Die BSV-Führung will verstärkt auf die eigenen Junioren setzen – indem sie das betont, wirft sie zugleich auch Hungerland vor, nicht nachhaltig genug gearbeitet zu haben.

 

Von Eduard Warda

Eduard Warda

Eduard Warda

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