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Sparkasse & VGH-Cup in der Lokhalle Göttingen: Träumen erlaubt

Wenn der Traum Wirklichkeit wird Sparkasse & VGH-Cup in der Lokhalle Göttingen: Träumen erlaubt

Den Traum, Fußball-Profi zu werden, hat so ziemlich jeder Spieler, der beim Sparkasse & VGH-Cup in der Lokhalle aufläuft. Sogar die ganz jungen Akteure der unteren Jugendmannschaften, die ein Einlagespiel absolvieren.

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Sam Lammers vom PSV Eindhoven (M.), hier im Spiel gegen den Bovender SV, gehörte beim Cup zu den auffälligsten Akteuren.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Bei den hoch gehandelten Talenten Dominik Prokop vom FK Austria Wien, Sam Lammers vom PSV Eindhoven und Marcel Härtel vom 1. FC Köln ist das ein klein wenig anders: Ein Leben als Fußballer ist nicht bloß ein weit entfernter Traum, sondern konkretes Ziel.

„Ich will ein ganz Großer werden – einer der Besten. Aber ich weiß auch, was dazu gehört, damit das klappt“, sagt Dominik Prokop vom FK Austria Wien. Der spielende Schlussmann überzeugte mit überragender Ballsicherheit und wurde bei jedem FK-Angriff eingewechselt. Dass er als letzter Mann die Nummer zehn trug, war ein bemerkenswertes Bild.

Den Turniersieg seines FK führte er auf „großartigen Team- und Kampfgeist“ zurück. „Ich bin sehr froh, für dieses Team spielen zu dürfen“, sagt er. Das Spiel mit mitspielendem Torwart habe die Mannschaft im Training geübt, verrät er verschmitzt. „So kann man spielerische Klasse noch besser ausnutzen“, verdeutlicht er.

„Es ist Marcels Ziel und großer Traum, Profi zu werden“

Marcel Härtel vom 1. FC Köln überzeugte mit vielen Dribblings im Angriff. Er wurde zum wertvollsten Spieler des Turniers gewählt und ist zudem Torschützenkönig. „Die Torjägerkanone war ihm sehr wichtig. Marcel trainiert jeden Tag“, verrät sein Vater, der sagt: „Es ist Marcels Ziel und großer Traum, Profi zu werden.“

Für viele Zuschauer der beste Spieler des Turniers war Sam Lammers vom PSV Eindhoven: Geniale Finten auf engstem Raum, eiskalte Torabschlüsse und starke Ablagen zeichneten den großgewachsen Offensivspieler aus. In der Vorrunde war er ein Garant für die ganz wichtigen Tore: Sowohl gegen den VfL Wolfsburg als auch gegen den 1. FC Köln markierte er in der Schlussphase den Siegtreffer – beide Spiele gingen 3:2 aus.

Gegen das deutliche Zwischenrunden-Aus des PSV konnte Lammers jedoch offenbar nichts ausrichten: Gegen Gladbach setzte es eine 0:2-Niederlage, gegen den Turnierdritten FC Schalke 04 sogar ein 0:4. Professionell konzentriert sich Lammers voll und ganz auf jedes Turnier: Denn für ein Interview stand der Goalgetter nicht zur Verfügung.

Von Timo Holloway

An der Bande

Der Favorit von Thomas Oppermann, Fraktionschef der SPD im Bundestag und Schirmherr des 26. Sparkasse & VGH-Cups, hat am Sonntag erfolgreich den Pokal verteidigt: Austria Wien stand bei Oppermann ganz oben auf der Liste – und das wohlgemerkt bereits vor dem Endspiel. „Sie sind unglaublich fit, haben einen großen Willen und sind technisch stark“, sagte Oppermann, für den der Cup den „fußballerischen Jahres-Höhepunkt in Göttingen“ darstellt.

Er hoffe, dass sich das Turnier „in schwierigen Zeiten behaupten kann“ und gehe sehr stark davon aus: Schließlich werde es professionell organisiert. „Und 12 000 Zuschauer an den vier Turniertagen sprechen für sich.“ Juckt es den ehemaligen Stürmer der SVG und des SC Rosdorf im Fuß, wenn er den Talenten zusieht? „Man möchte schon mitmischen“, bekannte der Politiker.

150 Jahre Bovender Sportverein

Viele hatten es schon vermutet, in der Lokhalle erhielten es die Zuschauer schwarz auf weiß, oder besser schwarz auf gelb: Aufkleber, die auf der Tribüne angebracht worden waren, informierten über „150 Jahre Bovender Sportverein: Das einzig' Wahre!“ Nicht etwa Schalke oder Austria Wien, nein, der BSV ist das einzig' Wahre. 150 Jahre wurden in Bovenden 2011 gefeiert, seitdem hat sich vielleicht im Hinblick auf die letztgültige Wahrheit im Fußball einiges getan. Aber im engeren Kreis ist der Bovender SV noch immer...

„Ihr seid nur ein Karnevalsverein!“

Echter Kampfgeist ist, wenn du dich nicht unterkriegen lässt, so wie der Skifahrer vom Klimawandel oder der HSV von der Erfolglosigkeit. Beim Spiel ihres Tuspo Petershütte gegen den 1. FC Köln sangen die Petershütte-Anhänger in Richtung des Gegners unermüdlich: „Ihr seid nur ein Karnevalsverein!“ – selbst, als es kurz vor Schluss 1:7 stand. Die Tuspo-Fans hatten zumindest die Genugtuung, den Gegner verspottet zu haben. Ob die beißende Kritik die Kölner Nachwuchsprofis in die Selbstzweifel getrieben hat, ist nicht überliefert.

Angetan vom 96-Schlußmann

Er ist gelernter Angreifer, und für den 1. SC 05 stürmt er in der Oberliga. In der Lokhalle hatte es Lamine Diop jedoch ein Torhüter angetan, nämlich der von Hannover 96: Niclas Bahn hielt nicht nur den Kasten der „Roten“ sauber, er verfehlte mit 13 Turniertreffern auch nur äußerst knapp die Torjägerkanone. „Der hat mich sehr überzeugt, vor allem seine Schusstechnik fand ich beeindruckend“, schwärmte Diop. Kann es Bahn in dieser Kategorie also durchaus mit dem 05-Stürmer aufnehmen? „Ich würde sogar sagen, dass er besser ist“, antwortete Diop.

„Spielen heißt jetzt!“

Eigentlich sollen ja die leisen Töne die gefährlichen sein. So gesehen hatte jener Spieler von Schalke 04, der sich im Halbfinale gegen Wien bei eigener 2:1-Führung alle Zeit der Welt ließ, einen Eckball auszuführen, nichts zu befürchten, als der Unparteiische ihn nach einer ersten Aufforderung anblaffte: „Spielen heißt jetzt!“ Das tat der Referee direkt vor den VIP-Plätzen und so laut, dass blutende Ohren und weinende Kinder zu befürchten waren. Der Schalker Jungspund tat jedenfalls sofort, wie ihm geheißen.

Von Eduard Warda

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