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Konzepte für den deutschen Fußball

Sparkasse & VGH-Cup Konzepte für den deutschen Fußball

Markus Weise ist ein Mann mit einer Aufgabe. Mit einer großen Aufgabe: Der 53-Jährige soll die Zukunft des deutschen Fußballs planen. „Nichts ist in Stein gemeißelt“, sagt der ehemalige Hockey-Trainer im Tageblatt-Gespräch in der Lokhalle, wo er sich den Sparkasse & VGH-Cup ansieht.

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Interessierter Beobachter in der Lokhalle: Markus Weise ist in Sachen DFB-Akademie unterwegs.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Weise ist Leiter Konzeptentwicklung der DFB-Akademie, die bis 2019 für einen dreistelligen Millionenbetrag auf dem Gelände einer Galopprennbahn in Frankfurt am Main entstehen soll. Dem Deutschen Fußball-Bund kann nicht vorgeworfen werden, dass er sich bei der Wahl des Mannheimers für ein unbeschriebenes Blatt entschieden hat: Weise hat als deutscher Hockey-Nationaltrainer sowohl mit dem Frauen- als auch mit dem Herrenteam olympisches Gold gewonnen und ist so etwas wie eine personifizierte Hockey-Erfolgsgeschichte.

Der DFB will sich nun Weises Fähigkeiten zunutze machen und hat sich mit ihm auf einen Drei-Jahres-Vertrag geeinigt. Momentan durchläuft er Schulungen, liest viel und macht sich ein Bild vom Status quo. Von den drei Bereichen des DFB: Nationalmannschaft, Aus- und Fortbildung und Innovation/Entwicklung. Und von den Unterpunkten, den 16 sogenannten Modulen des DFB, die besser verzahnt werden sollen.

„Wir zielen auf Top-Leistung ab, aber nicht nur. Das Bild der Zielscheibe trifft es ganz gut“, sagt Weise und meint damit, dass auch die äußeren Ringe der Scheibe, die Basis, im Blick behalten werden sollen. „Wir wollen uns alles angucken, aber es gilt dabei: Was neu ist, ist nicht gleich gut.“ Im sogenannten Tech-Lab der Akademie sollen Innovationen auf den Prüfstand kommen, sollen sich Theorie und Praxis treffen.

Weise hat die Fähigkeit, einen komplexen Ansatz nachvollziehbar zu skizzieren. Das dürfte auch einer der Gründe sein, warum sich Oliver Bierhoff und Co. für ihn entschieden haben. Und dogmatisch ist er schon gar nicht, etwa bei der Frage: Futsal oder Fußball in der Halle? „Es ist ein gutes Ergänzungspaket, man kann es aber auch bezüglich der Regeln für Kinder abspecken“, sagt er – und beginnt unvermittelt zu schwärmen: „Es ist der Hammer zu sehen, was die kleinen Knirpse der U 10 des FC Barcelona beim Futsal abfackeln und wie die bereits ihre Positionen einhalten.“ Es gehe stets darum, etwas „intelligent zusammenzuschrauben“.

Genau das will er in der DFB-Akademie machen. Weise will Überzeugungsarbeit leisten, ohne zu missionieren, er will Trainer dazu bringen, sich vom starren Positionsdenken zu lösen. „Guardiola lässt es so spielen: Alaba agiert halt nicht nur an der Linie, er spielt, je nach Spielsituation, auch mal 45 Sekunden lang auf der Sechser-Position.“ Es gehe darum, den Spielern Flexibilität beizubringen.

Bis 2019 halte die Konzeptualisierung der Akademie-Idee für ihn ein „spannendes Improvisationsfeld“ bereit, glaubt Weise. Bis zur Eröffnung sollen dann die Mitarbeiter bereits in ihr Tätigkeitsfeld „reingewachsen“ sein. Er selbst hofft stark, zu diesem Zeitpunkt noch dabei zu sein. „Mein Vertrag endet ja eigentlich 2019“, sagt er und lacht.

Von Eduard Warda

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