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68:94-Niederlage gegen BG Göttingen wird bei TBB-Fans zur Nebensache

Veilchen solidarisieren sich mit Trier 68:94-Niederlage gegen BG Göttingen wird bei TBB-Fans zur Nebensache

Die Reaktionen des Trierer Publikums nach der  68:94-Heimniederlage der TBB  im Bundesliga-Duell gegen die BG Göttingen verdeutlichten eindrucksvoll, dass die Partie für die fast 5000 Trierer Fans kein normales Basketball-Spiel war.

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Alex Ruoff (links) und David Godbold bedanken sich bei den nach Trier mitgereisten BG-Fans für deren Unterstützung.

Quelle: Schwarz

Göttingen. Statt Unmutsbekundungen für eine schwache Vorstellung – nach einer solchen Pleite zu erwarten – feierten die TBB-Anhänger ihre leidgeprüfte Mannschaft mit stehenden Ovationen, nicht überschwänglich wie nach einem grandiosen Sieg, sondern  mit Mut machenden, Entschlossenheit und Solidarität ausdrückendem Klatschen und Absingen der Fußball-Hymne „You‘ll never walk alone“. Dabei schwenkten sie trotzig ihre grün-weißen Schals und hielten Transparente in die Höhe, auf denen sie jedem Spieler in dessen Muttersprache für seinen Einsatz dankten. Seit Januar hatte kein Trierer Spieler Geld gesehen, musste sich mit Ersparnissen oder fremder Hilfe über die Runden bringen und hatte sich dennoch jeden Tag in Training und Spiel zerrissen – stets unter dem Damoklesschwert der drohenden Insolvenz.

„Im Moment ist einfach kein normales Arbeiten möglich“, bedauerte TBB-Coach Henrik Rödl. Nach dem Überraschungs-Coup beim 80:60-Erfolg eine Woche zuvor hatte der frühere Nationalspieler und Alba-Berlin Coach Tränen in den Augen ob der grandiosen Trotzreaktion seines Teams. Nach der Niederlage gegen die Mannschaft seines Kollegen Johan Roijakkers, dem er großen Respekt zollt für „die Arbeit, die in Göttingen gemacht wird“, wirkte Rödl, seit 2010 Trainer in Trier, ernüchtert, gibt sich aber nicht geschlagen. „Es sind zu viele Meetings, zu viele Dinge passieren, da kann man so ein Spiel nicht gewinnen. Ich habe der Mannschaft gesagt, wenn wir zusammenhalten, werden auch wieder bessere Tage kommen. Vielen Dank an all die Fans, die uns mit ihren Aktionen einen tollen Empfang bereitet haben“, fügte er hinzu und stellte klar, dass der Abstieg der TBB trotz der Hypothek von acht Punkten Abzug für ihn noch nicht besiegelt ist und er nach wie vor eine Zukunft Triers in der Bundesliga sieht. Die Solidaritätsbekundungen und Spendenaktionen der Fans ließen keinen Zweifel daran, dass Trier und Basketball zusammen gehören. Eine ambitionierte  Ausstellung im Trierer Museum zur 25-jährigen Erstliga-Geschichte der TBB unterstreicht die Symbiose eindringlich.

Der Leidenschaft, mit der sich Spieler und Fans für den Basketball-Standort Trier einsetzen, kann sich selbst der eher nüchtern-sachliche Roijakkers nicht entziehen. „Ich habe großen Respekt vor dem, was Trier heute geleistet hat, trotz der Umstände“, verdeutlichte der BG-Coach seine Sympathie mit dem Trierer Kampf gegen den drohenden Untergang. Der Niederländer weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend eine Insolvenz-Situation ist, und aus seiner fast dreijährigen Zeit als Trainer und Sportdirektor in Göttingen, wie mühsam und kräftezehrend das Hangeln am finanziellen Abgrund ist.

Auch die 19 mitgereisten langjährigen BG-Fans um Reise-Marschall Christian Zigenhorn unterstrichen ihre Solidarität mit der TBB. Schließlich haben sie schon zweimal den Absturz der Veilchen in die Insolvenz und die damit verbundenen dramatischen Folgen miterlebt – aber auch die jeweilige Wiederauferstehung und spektakuläre Rückkehr auf die sportliche Bühne.

Von Michael Geisendorf

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