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Abwehr-Maschinerie läuft wieder reibungslos

Basketball-Bundesliga Abwehr-Maschinerie läuft wieder reibungslos

Nach der Pleite in Berlin war EnBW Ludwigsburg der ideale Aufbaugegner für Basketball-Bundesligist MEG Göttingen. Mit dem 79:53 (57:39, 44:29, 20:10)-Sieg bei den harmlosen Schwaben haben die Veilchen Rang drei sicher – da Verfolger Bonn in Bamberg verlor – und können gelassen der Partie am Mittwoch (20 Uhr) bei den EWE Baskets Oldenburg entgegensehen.

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Bester Werfer und Rebounder der Veilchen: Clif Brown (am Ball) gegen Ludwigsburgs Brandon Woudstra (vorne) und Kelvin Gibbs.

Quelle: Swen Pförtner

Nur zu Beginn der Partie in Ludwigsburg, in der die konfus wirkenden Gäste schnell mit 2:8 (2.) in Rückstand gerieten, war zu befürchten, dass den Göttingern das Berlin-Trauma noch in den Knochen steckte und ihrem Selbstbewusstsein einen Knacks versetzt hatte. Doch nachdem Trainer John Patrick in einer frühen Auszeit (3.) seine Mannschaft vor allem in der Abwehr neu justiert hatte, griffen die Räder der gefürchteten lila Defense-Maschinerie wieder reibungslos ineinander und zermalmten gnadenlos die Offensive der als heimstark geltenden Schwaben. Bis dahin hatten sie zu Hause erst dreimal verloren und sogar Alba Berlin geschlagen.

15 Ballverluste des Gegners erzwang die ebenso massive wie variable Veilchen-Verteidigung bis zur Halbzeitpause, und zum Entsetzen der 2700 EnBW-Anhänger sowie zum lautstark geäußerten Entzücken der mitgereisten Göttinger Fans brachten Brown, Jacobson, Boone, Kulawick und Trice ihre Farben zwischen der 5. und 12. Minute mit einem 18:0-Lauf 24:10 in Front. Die Stabilität in der Abwehr führte auch zu mehr Sicherheit in den Offensivaktionen und damit zu sicheren Punkten unter dem Korb gegen die keineswegs schwache EnBW-Innenverteidigung oder von außen.

Als Chris Oliver mit zwei Dreiern den Vorsprung der Veilchen auf 44:25 (19.) ausbaute, schien sich für die Hausherren ein Debakel anzubahnen. Erste Pfiffe gegen das eigene Team und „Stafford raus“-Rufe gegen den Trainer wurden laut und kündigten den Eklat an, als aufgebrachte Ludwigsburger Fans kurz vor und nach Spielende ihrer Wut und Enttäuschung freien Lauf ließen und Spieler, Trainer sowie (nach Staffords Aussage) sogar seine Familie mit zerknüllten Programmheften bewarfen.

Anfang des dritten Viertels sah es allerdings so aus, als könnten die Gastgeber die Partie noch drehen, weil die Intensität der MEG-Offensive plötzlich kollabierte, die Veilchen zwischen der 21. und 27. Minute keinen Punkt erzielten, und Domonic Jones sowie Robinson – die einzigen Aktivposten im kraftlosen EnBW-Angriff – Ludwigsburg auf 39:47 heranbrachten. Erneut brachte Patrick sein Team in einer Auszeit wieder auf Kurs. Jacobson mit zwei Dreiern, Trice mit spektakulärem Dunk und Boone ließen die Ludwigsburger Hoffnungen endgültig zusammenbrechen. 

In den letzten zwei Minuten (MEG führte 76:53) schickte Patrick wieder vier Deutsche aufs Parkett, darunter Sebastian Born. „Zweimal mit uns trainiert, zweimal gespielt – ein guter Schnitt“, merkte Patrick lachend an. „Ich habe letztes Jahr noch in Hilkerode Bezirksliga gespielt – und jetzt Bundesliga. Das ist unglaublich“, strahlte der 18-jährige Born. „Dieser Sieg war die richtige Anwort auf Berlin. Ich bin stolz auf meine Spieler, wie sie sich zurückgemeldet haben“, unterstrch Patrick. Erschrocken reagierte er auf die Aggressivität, die seinem Kollegen Stafford entgegenschlug.

Ab heute werden in der Starting-five-Geschäftsstelle (Wender Landstr. 8 – 10) Dauerkarten für die Playoffs verkauft. Einzeltickets gibt es erst später. Die erste Heimpartie  in der Lokhalle soll auf Freitag, 15. Mai, vorverlegt werden. Es müssten aber noch Modalitäten für die geplante TV-Übertragung auf Eurosport geklärt werden, sagte Pressesprecher Björn-Lars Blank.  Michael Geisendorf

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