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BG-Göttingen-Geschäftsführerin Anna Jäger zieht es nach München

Anna jagt ihr Glück BG-Göttingen-Geschäftsführerin Anna Jäger zieht es nach München

Anna Jäger spricht leise, ihre Stimme klingt zittrig. Die sonst so selbstbewusste und durchsetzungsstarke Macherin ist emotional hin- und hergerissen. Das ist in jedem Satz zu spüren. Und doch klingt da stets die Überzeugung mit, dass der Schritt richtig ist.

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Von Göttingen nach München: BG-Geschäftsführerin Anna Jäger verlässt die Veilchen zum 31. Dezember 2014.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die BG Göttingen ist für die 28-jährige Geschäftsführerin eine Herzensangelegenheit. Kein einfacher 0815-Job, der zwischen 9 und 17 Uhr erledigt wird. Und doch ist es damit nun vorbei.

Zum 31. Dezember verlässt Jäger „ihren Klub“, wie sie sagt, und wagt Neues. Eine attraktive Aufgabe bei einem Weltunternehmen in München wartet. Beim Logistik-Riesen FedEx zeichnet sie künftig als Senior im Bereich „Sales und Marketing“ verantwortlich und hinterlässt beim Basketball-Erstligisten „sowohl menschlich als auch fachlich eine riesige Lücke“, betont BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen.

Es ist vor allem die Zukunft, die für den Wechsel nach München gesprochen habe, sagt Jäger. Ihr Lebensgefährte Michael Wirsam lebt dort. Der Göttinger führt eine Zweigstelle des in Rosdorf ansässigen Familien-Unternehmens Holzland Hasselbach.

„Ich bekomme Schulungen und Fortbildungskurse“

„Ich ziehe bei Michael ein, und wir suchen uns dann eine gemeinsame Wohnung. Für eine Frau Ende 20 ist die Berufswelt schwierig, um langfristig die private Situation planen zu können. Wenn wir in fünf Jahren vielleicht eine Familie gründen wollen, dann spricht alles für den Wechsel in ein großes Unternehmen“, sagt die gebürtige Gelsenkirchenerin.

Beim US-amerikanischen Logistik-Giganten wird Jäger dem Regionalleiter Süddeutschland unterstellt sein. „Ich bekomme Schulungen und Fortbildungskurse, um dann auch zukünftig Teamleitern zu werden“, so Jäger.

Dass sich so plötzlich ohne Bewerbung eine so attraktive Offerte biete, damit habe sie nicht rechnen können. Eine Freundin habe bei einem gemeinsamen Essen in München Mitte November erzählt, dass FedEx jemanden suche und den Kontakt hergestellt. „Dann ging alles sehr schnell.

„Niemals geht man so ganz“

Es folgte ein erstes Gespräch, und schon am 21. November hatte ich sozusagen die Pistole auf der Brust, dass ich zum 1. Januar anfangen soll“, erzählt Jäger. Dabei habe sie sich gegen sieben Konkurrenten durchgesetzt – zwei davon kamen aus der Logistik-Branche.

„Ich habe darum gebeten, mir das Wochenende Gedanken machen zu können. Vieles sprach für die BG, doch meine Zukunft für Michael, München und FedEx. Also habe ich am 24. November zugesagt“, so Jäger.

Da noch kein Nachfolger für die scheidende Geschäftsführerin gefunden ist, lastet nun noch mehr Verantwortung auf Meinertshagen, der vorerst einen Teil der Aufgaben übernimmt. „Wir sind uns im Klaren, dass es in der Übergangsphase an einigen Stellen haken kann. Wir haben keine Panik, aber allen muss klar sein, dass jetzt erst einmal nicht alles einfach so weiterlaufen kann“, sagt Meinertshagen.

„Göttingen und die BG werden immer eine Herzensangelegenheit bleiben. Basketball bleibt ein Teil von mir, und ich will weiter Botschafterin des Göttinger Basketballs sein. Meine neuen Kontakte werde ich sicherlich nicht vor Göttingen verstecken“, betont Jäger und wagt einen Blick in die Glaskugel: „Es heißt ja: Niemals geht man so ganz. Vielleicht sind wir auch in fünf Jahren zurück, wenn Michael irgendwann das Familienunternehmen führt.“

►Kommentar: Klaffende Lücke

Der plötzliche Abschied von Anna Jäger erschüttert den Göttinger Basketball. Gemeinsam mit Frank Meinertshagen und den Gesellschaftern hat sie es geschafft, das Göttinger Basketball-Projekt – das nach der Insolvenz zu scheitern drohte – zu retten und bei Sponsoren neues Vertrauen aufzubauen. Jägers Weggang hinterlässt eine klaffende Lücke. Die Position adäquat neu zu besetzen, bedarf großer Anstrengung.

Dass die Gesellschafter sich bei der Nachfolgeregelung nicht drängen lassen und sich Zeit für die Suche nehmen, birgt zwar das Risiko, dass gewohnte Abläufe nun ins Stottern geraten. Doch das scheint einkalkuliert zu sein. Denn die Gefahr einer Fehlbesetzung an der BG-Spitze birgt im labilen und sensiblen Göttinger Umfeld mit zwei überstandenen Insolvenzen ungleich bedrohlichere Gefahren.

Sicherlich ist der Zeitpunkt von Jägers Abschied unglücklich. Doch im Leben öffnen sich Fenster oft zeitlich sehr begrenzt. Unter ähnlichen Umständen wechselte sie im Frühjahr 2012 von Phoenix Hagen nach Göttingen. Jäger sieht eine Chance und will sie nutzen. Ihr Näschen und ihre Entscheidungsfreude sind ein Grund für die Erfolge.

Mark Bambey

Mark Bambey

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