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All-Star Raymar Morgan über Gegner Ulm, harte Arbeit und seine Tattoos

„Ich will die Stadt in Aufregung versetzen“ All-Star Raymar Morgan über Gegner Ulm, harte Arbeit und seine Tattoos

Würde die Meisterschaft in der Basketball-Bundesliga per Zuschauer-Abstimmung entschieden, ratiopharm Ulm besäße ein Abonnement auf den Titel. Vier Spieler des Tabellenvierten, der am Sonnabend um 15.30 Uhr in der Lokhalle auf die BG Göttingen trifft, wurden von den Fans in die Starting Five des All-Star-Games gewählt.

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Bg Göttingen All-Star Raymar Morgan: „Ich will die Stadt in Aufregung versetzen“

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Und auch, wenn nur mit Spielern auf den großen Positionen um die Meistertrophäe gespielt würde, wären die Schwaben weit vorne zu erwarten.

Mit dem Ex-NBA-Bankdrücker und ausgebooteten Nationalspieler Tim Ohlbrecht (12,2 Punkte im Schnitt) sowie dem früheren Bayern-Center Boris Savovic (12,3) stellt Ulm einen eindrucksvollen Frontcourt. Auf die Veilchen kommt viel Arbeit unter den Körben zu. Wie gut, dass ein Mann, dessen Reich die Zone am Ring ist, in Topform spielt und zum Sprung auf Wolke sieben ansetzt: der frischgebackene All-Star Raymar Morgan.

„Ulm hat große Athleten, die sicher im Abschluss sind. Das wird eine echte Herausforderung. Genau, wie ich es liebe“, sagt Morgan. Auch Ratiopharm-Topscorer Will Clyburn (14,5/7,5 Rebounds) sowie den slowenischen Wurfspezialisten Jaka Klobucar (13,6) müsse die BG kontrollieren, um eine Chance zu haben, so der 26-jährige US-Amerikaner.

„Ich war total überrascht“

Der Big Man selbst geht mit breiter Brust ins Match. Seiner ersten All-Star-Nominierung und den zuletzt bärenstarken Leistungen sei Dank. „Nach einem Training hat Trainer Johan Roijakkers uns mitgeteilt, dass wir einen All-Star im Team haben. Alle haben sofort in Richtung Khalid El-Amin geguckt. Als er dann meinen Namen genannt hat, war ich total überrascht“, erzählt das 2,03 Meter große Kraftpaket.

Besonderen Druck, seine Nominierung durch weitere Topleistungen zu bestätigen, verspüre er nicht. „Daran bin ich gewöhnt, weil ich schon die ganze Saison etwas zu beweisen habe. Ich will zeigen, dass ich nach meiner Verletzung besser denn je zurückkomme“, sagt er.

Sich zu verbessern, Extraschichten einzulegen, hart zu arbeiten, diese Wörter nimmt „Ray“ immer wieder in den Mund. Es sind Floskeln, aber sie sind glaubwürdig. Denn Morgan hat ambitionierte Ziele: „Jeder Basketballer hat den Traum von der NBA. Das wird schwierig, aber zumindest in einem Klub, der in europäischen Wettbewerben vertreten ist, möchte ich spielen.“

Die Veilchen dürften da als künftiger Arbeitgeber wohl ausscheiden, oder? „Das würde ich nicht sagen. Alles ist möglich“, antwortet Morgan, der sogar vom „Saisonziel Playoffs“ spricht.

„Es hat sich angefühlt, als hätten wir die Meisterschaft gewonnen“

Diese Arbeitseinstellung ist dem in Ohio geborenen Fan des dort ansässigen NBA-Klubs Cleveland Cavaliers am College in Michigan State eingeimpft worden. „In der Highschool misst du dich mit Gleichaltrigen. Das war am College plötzlich anders. Ich musste gegen Ältere ran und habe gesehen, wie besessen sie trainiert haben. Um mitzuhalten, musste ich genauso hart arbeiten“, erinnert sich Morgan, der mit der renommierten Universität zweimal das Halbfinale der College-Meisterschaft erreichte.

Der Sprung in die NBA blieb ihm verwehrt. Stattdessen ging Morgan drei Jahre lang für drei verschiedene Vereine in Israel auf Korbjagd. Der Swingman berichtet von einem „großartigen Land“, von dem ihm speziell zwei Erinnerungen geblieben sind: das fantastische Wetter und der Sieg mit Netanya über Rekordmeister und Euroleague-Sieger Maccabi Tel Aviv. „Es hat sich angefühlt, als hätten wir die Meisterschaft gewonnen.“

Eine einjährige Verletzungspause warf die Pläne vom Wechsel zu einem Topklub über den Haufen. So war Morgan, der sich selbst als Mann für die Drecksarbeit und guten Pick-and-Roll-Spieler beschreibt, in diesem Sommer vergleichsweise günstig zu haben und ist in Göttingen gelandet. Ein Glücksfall für beide Seiten.

Trophäe stechen lassen

„Es gefällt mir sehr gut. Das Team und der Trainer sind klasse. Ich habe Spaß daran, die Stadt in Aufregung zu versetzen“, betont der Veilchen-Topscorer. Einer seiner Lieblingsplätze ist das Cinemaxx. Einzig Football – „meine erste Liebe“ – vermisst der leidenschaftliche Play-Station-Zocker in Deutschland.

Auffällig sind neben der athletischen Spielweise die vielen Tattoos, die seine Arme zieren. Sie sind zumeist seiner Großmutter und Mutter („Mein großes Idol“) gewidmet. Ein Tattoo fehlt aber noch: „Sollte ich mal eine Meisterschaft gewinnen, werde ich mir die Trophäe stechen lassen.“

Von Rupert Fabig

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