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BG Göttingen beendet starke Hinrunde

Pokal-Qualifikation als Krönung BG Göttingen beendet starke Hinrunde

Acht Siege aus den ersten 17 Spielen: Platz neun nach der Hinrunde und mit dem letzten Hinrunden-Duell gegen Bayreuth auch noch sensationell die Qualifikation für den BBL-Pokal geschafft. Da staunt nicht nur die Konkurrenz in der Basketball-Bundesliga über den Aufsteiger BG Göttingen, sondern auch die BG-Funktionäre reiben verwundert ihre Augen.

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Überschwänglicher Jubel: Aufsteiger BG Göttingen freut sich über eine unerwartet starke Hinrunde.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Ich habe nicht einmal ansatzweise von so einer Hinrunde zu träumen gewagt. Von der möglichen Pokal-Qualifikation habe ich erst kurz vor dem Bayreuth-Spiel erfahren. Und ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, wie der Modus aussieht. Wir sind im Pokal wohl so etwas ähnliches wie der uneingeladene Gast auf einer Party“, sagt BG-Cheftrainer Johan Roijakkers schmunzelnd.

Der 34-Jährige ist zweifelsohne der Vater des Erfolgs und avanciert bei der Wahl zum Trainer des Jahres zu einem aussichtsreichen Kandidaten. Besonders, weil der positiv basketballverrückte Niederländer mit seinem Team wegen vieler Verletzungen eine „Seuchen-Saison“ erlebt. Irgendein Leistungsträger fehlte immer. „Wir hatten keine einzige Woche, in der wir komplett trainieren konnten“, sagt Roijakkers.

Und doch setzte die BG Ausrufezeichen. Das erste Mitte Oktober in München. Vollkommen überraschend entführte sie beim Deutschen Meister FC Bayern München mit dem 95:81 die Punkte. Für Roijakkers war dies aber nicht die beeindruckendste Leistung: „Mein Favorit ist das Spiel in Braunschweig, als wir ohne Khalid El-Amin und Alex Ruoff sowie ohne den über weite Strecken fehlenden Harper Kamp gewonnen haben. Es ist phänomenal, wie dieses Team Ausfälle kompensieren kann, indem immer wieder andere Verantwortung übernehmen.“

Noch immer bekomme er Gänsehaut, wenn er an das „geile Comeback“ am Freitag gegen Bayreuth denke, so Roijakkers. Ähnlich geht es auch Karl-Heinz Mügge: „Das war ein unglaubliches Finish. Die Atmosphäre in der S-Arena war grandios. Das hat sich schon fast wie Klassenerhalt angefühlt. Die Mannschaft hat sich mit dem Sieg für eine nicht erwartet starke Hinrunde belohnt“, jubelte der Gesellschafter von BG-Erstliga-Lizenz-Inhaber „Pro Basketball Göttingen GmbH“. Durch die Erfolge und die begeisternde Atmosphäre hoffe er auf einen weiteren Schub für das Basketball-Projekt.

„Die Liga ist extrem ausgeglichen"

„Die Hinrunde war super. Bei den Zuschauerzahlen liegen wir über dem Plan, und ich glaube, dass die Halle nach dem Bayreuth-Thriller weiter voll bleibt. Emotionaler Höhepunkt waren natürlich die drei Spiele in der Lokhalle“, sagt Frank Meinertshagen. Zugleich findet der BG-Geschäftsführer aber auch mahnende Worte: „Wir sind wirtschaftlich noch nicht am Ziel. Mit so einem kleinen Etat an den Start zu gehen, birgt immer ein Risiko. Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern und Anna Jäger als Geschäftsführerin ersetzen. Das Risiko, welches wir etwa bei Spielerverpflichtungen eingehen müssen, ist noch zu hoch. Wir müssen noch enorme Anstrengungen unternehmen, um ein gesundes Fundament zu bauen.“

Das sei auch sportlich so, unterstreicht Roijakkers: „Sich jetzt zurückzulehnen, könnte fatale Folgen haben.“ Der ambitionierte und nicht immer bequeme 34-Jährige sagt mit Blick auf die Tabelle warnend: „Die Liga ist extrem ausgeglichen. Wir können noch immer absteigen. Wir werden weiter sportlich hart daran arbeiten, dass wir auf Dauer erstklassig bleiben. Mein Wunsch ist jedoch erst einmal ein ganz bescheidener: Ich möchte in den kommenden Wochen mit meinem kompletten Team trainieren und spielen können. Dann haben wir Erfolg.“ Ins selbe Horn stößt auch Meinertshagen: „Wir dürfen uns nicht blenden lassen. Noch haben wir unser Saisonziel nicht erreicht. Vergangene Saison hatten Bayreuth und Tübingen nach der Hinserie vier beziehungsweise drei Siege und schafften dennoch den Ligaverbleib.“

Um Punkte für den Klassenverbleib kämpft die BG wieder am Sonntag, 18. Januar, bei den Brose Baskets Bamberg. Tipoff der Partie ist um 20.30 Uhr. Bis zum kommenden Sonnabend hat das Team allerdings erst einmal frei. Alex Ruoff und Khalid El-Amin nutzen die Zeit für einen kurzen Heimat-Urlaub in den USA, und Roijakkers sagt: „Ich gönne mir ein paar Tage zum Kräfte sammeln auf Teneriffa.“

►Kommentar: Nicht ausruhen

Mit dem Last-Minute-Triumph über Bayreuth hat die BG Göttingen eine phänomenale Hinrunde gekrönt. Plötzlich steht das als Absteiger eingestufte Team von Headcoach Johan Roijakkers auf Rang neun und hat sich als eines von nur sieben Teams gemeinsam mit den deutschen Top-Klubs Alba, FC Bayern, Brose Baskets, Ratiopharm Ulm, Telekom Baskets Bonn und den als Ausrichter bereits für das Top Four qualifizierten EWE Baskets Oldenburg für den BBL-Pokal qualifiziert.

Was von einigen gegnerischen Fans in Foren als Team von der Reste-Rampe verspottet wurde, erweist sich derzeit als das erfrischendste Element der BBL. Die etablierten Klubs und deren Teams staunen zunehmend über Roijakkers‘ tapfere Zehn, die trotz enormen Verletzungspechs die arrivierten Klubs mächtig ärgert.

Wurde der BG-Triumphzug in München Mitte Oktober noch als Schwäche des Deutschen Meisters abgetan, so wuchs nach weiteren Favoritenstürzen langsam die Erkenntnis, dass sich hier trotz Mini-Etat und Spielermangel ein außergewöhnliches Team formiert. Ein Veilchen-Kollektiv, das mit Talent, Charakter, Leidenschaft und Zusammenhalt durchaus vorhandene Schwächen vergessen lässt und der arrivierten, sich auf alten Erfolgen ausruhenden Konkurrenz mit ihren scheinbar vorhandenen „Wohlfühl-Wampen“ spritzig enteilt.

Und die BG tut gut daran, nicht den Fehler zu begehen, sich in eine vermeintlich warme Nische zurückzuziehen und sich am Ziel zu wähnen. Zum Ligaverbleib fehlen noch einige Siege, denn auch der Vorletzte steht nur drei Siege schlechter da. Zudem müssen Infrastruktur-Probleme gelöst werden. Dringlich ist besonders die adäquate Wiederbesetzung der Geschäftsführerposition von Anna Jäger, aber auch die von der Liga geforderte Trainingshalle, da die BG die Lizenz nur dank einer Übergangregelung erhielt.

 
BBL-Pokal

Seit der Spielzeit 2009/ 2010 nehmen unterklassige Teams nicht mehr am BBL-Pokal teil. Der Wettbewerb beginnt mit drei Viertelfinal-Spielen. Der Ausrichter des Top-Four-Turniers ist gesetzt. Die restlichen drei Teilnehmer werden in einer einzigen K.o.-Runde ermittelt.

Sie wird von jenen Klubs ausgespielt, die in einer gesonderten Tabelle, exklusive der Ergebnisse des Ausrichters, nach Abschluss der Hinrunde die Plätze eins bis sechs einnehmen. Die Paarungen der drei Qualifikationsrunden werden am Wochenende während des Allstar-Days ausgelost.

Angesetzt sind die Pokal-Viertelfinals für Mittwoch, 18. Februar. Das Top Four findet am Wochenende 11./12. April in Oldenburg statt. Das Pokal-Finale wird dann live vom ZDF übertragen.

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