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BG Göttingen braucht Geld für erste Liga

Meinertshagen gibt Roijakkers recht BG Göttingen braucht Geld für erste Liga

Kaum jemand kann so brutal auf die Euphoriebremse treten wie der BG-Coach und Sportdirektor Johan Roijakkers.

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Sieht Göttingen als Erstliga-Standort akut bedroht: Johan Roijakkers.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Während Fans und Spieler der Veilchen den zweiten Überraschungssieg über den deutschen Basketball-Meister Bayern München ausgelassen feierten und sich die Konkurrenten einmal mehr verwundert die Augen rieben ob der Leistungsfähigkeit des Aufsteigers, lenkte der 34-jährige Niederländer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel den Blick in die offenbar alles andere als rosige Zukunft des Göttinger Basketball-Projekts: „Was hier gerade passiert, wird so nicht weitergehen, wenn wir keinen großen Sponsor finden. Mit unserem Budget sind vier Siege pro Saison realistisch. Also: Genießt den Augenblick.“

Für BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen sind die Äußerungen des Trainers keine Schwarzmalerei, sondern die realistische Einschätzung der Situation. „Wir haben immer noch den geringsten Etat der Liga, und wenn das so bleibt, werden wir früher oder später wieder absteigen. Es ist gut, dass Johan darauf hinweist, wie die Realität aussieht“, stellt er klar. „Wir arbeiten daran, dass es besser wird, und sind auch auf einem guten Weg. Alles, was wir tun, ist solide finanziert.

Um aber dauerhaft in der ersten Liga zu bleiben, brauchen wir mehr Geld.“ Dass die BG bei den Zuschauerzahlen im Schnitt mit 600 Besuchern über dem Etatansatz von 2700 liegt, reiche bei weitem nicht, um den Mehrbedarf auszugleichen.

„Aktuell sind wir nicht in der finanziellen Lage, erstligataugliche Spieler zu halten oder neu zu verpflichten. Ohne zwei, drei große Sponsoren wird es nicht gehen. Wir führen ständig Gespräche, und es bewegt sich auch was, aber nicht genug“, bedauert Meinertshagen. Die BG werde nicht jede Saison das Glück haben, dass Spieler, die lange verletzt aussetzen mussten und entsprechend günstig zu haben sind, so einschlagen wie Khalid El-Amin oder Raymar Morgan.

Darüber hinaus werde es nicht möglich sein, Leistungsträger wie Alex Ruoff, David Godbold und Harper Kamp zu für die BG bezahlbare Konditionen weiter zu verpflichten. „In der Pro A sind sie wahrscheinlich noch unter dem Radar vieler Agenten geflogen. Nach unserer erfolgreichen Erstliga-Saison wird das ganz sicher nicht mehr so sein“, steht für Meinertshagen fest. Hoffnungsfroh ist er, dass er in seiner ehrenamtlichen Geschäftsführertätigkeit bald entlastet wird: „Wir sind kurz davor, eine Kraft zu engagieren. Das muss nicht zwingend ein hauptamtlicher Geschäftsführer sein, sondern jemand, der sich um Vertrieb und Marketing kümmert“, verrät Meinertshagen.

►Kommentar: Keine Zukunft ohne Großsponsoren

BG-Coach Johan Roijakkers und Geschäftsführer Frank Meinertshagen sind keine miesepetrigen Auguren, wenn sie trotz der überragenden sportlichen Erfolge der Veilchen die Zukunft des Göttinger Basketball-Projekts nicht in rosigen Farben malen. Beide wissen aus eigener Erfahrung, welche finanziellen Voraussetzungen gegeben sein müssen, um ein Team langfristig in der 1. Bundesliga halten zu können.

Das Eintrittsgeld der Fans, die in Scharen zu den Heimspielen strömen, reicht ebenso wenig aus, um eine wettbewerbsfähige Profimannschaft zu bezahlen wie die Beiträge vieler kleiner Unterstützer. Ohne einige Großsponsoren, die einen Jahresetat im mittlereren Millionenbereich garantieren, hat Spitzenbasketball in Göttingen auf lange Sicht keine Chance. Das haben die Verantwortlichen beim ersten Anlauf, ein BG-Team in der deutschen Eliteliga zu etablieren, schmerzlich erfahren müssen.

Ihr Versuch, sich massiv zu verschulden, um sportliche Qualität zu halten und damit eventuell attraktiv für zahlungskräftige Förderer zu werden, endete bekanntlich im finanziellen und sportlichen Fiasko. Gut, dass die Mannschaft um Meinertshagen dieser Versuchung nicht erliegt und nur so viel Geld einsetzt wie vorhanden ist.

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