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BG Göttingen dank 85:78-Sieg erstklassig

Basketball-Bundesliga BG Göttingen dank 85:78-Sieg erstklassig

Die BG Göttingen hat sich den Erstliga-Verbleib gesichert. Euphorisch angefeuert von 3447 Zuschauern bezwangen die Veilchen das Playoff-Team der s.Oliver Baskets Würzburg mit 85:78. Damit steigt der punktgleiche Mitteldeutsche BC ab. BG-Routinier Robert Kulawick war der Held des Abends.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Das Duell in der Sparkassen-Arena war nichts für schwache Nerven. Nach starker erster Hälfte musste die BG im dritten Viertel nämlich kräftig zittern. Im Fernduell um den drittletzten Platz legte der Mitteldeutsche BC gegen Bayreuth ein starkes Spiel hin und lag deutlich in Front.

Von den Technik-Problemen, aufgrund dessen sich der Wiederbeginn der Partie um zehn Minuten verzögerte, ließ sich die BG nicht beeindrucken, wohl aber von der Zonenverteidigung der Würzburger, auf die deren Coach Doug Spradley umstellte. So wurde aus einer scheinbar komfortablen 55:43-Führung (26.) zu Beginn des Schlussviertels ein 59:60 (33.).

Doch die Veilchen kämpften sich am Tag der Arbeit beherzt zurück ins Spiel. Unterstützt und teilweise getragen von 3447 Zuschauern, die die S-Arena angeführt von Fanblock-Einpeitscher Benjamin Becker in eine lila Hölle verwandelten. 

Mit Teamgeist und Kampfgeist vertrieben die Akteure das Abstiegsgespenst gemeinsam aus der Arena. Jeder Spieler stellte sich in den Dienst der Mannschaft und schielte nicht auf seine persönliche Statistiken.

Vorbildlich war die Verteidigungsleistung, denn die Göttinger unterbanden couragiert das schnelle Umschaltspiel der Franken und ließen kaum einfache Punkte durch Fastbreaks zu. „Es war unsere beste Saisonleistung. Das erste Mal, dass wir in dieser Saison einen Playoff-Teilnehmer geschlagen haben. Das war ne Punktlandung, würde ich sagen“, jubelte Dominik Spohr.

Umjubelter Held des Abends war allerdings Robert Kulawick. Der 30-jährige Distanzschütze schlug in der umkämpften Phase von jenseits der Drei-Punkt-Linie eiskalt zu. Mit drei Dreiern in Folge brachte der gebürtige Berliner seine Veilchen binnen 150 Sekunden auf die Siegerstraße (80:69/39.). 

Allerdings strapazierten die Veilchen auch weiterhin die Nerven der BG-Fans, weil sie sich Ballverluste und unclevere Fouls leisteten. Doch Würzburg nutzte die Geschenke nicht, und so wurde Kulawick später der meistgeherzte Mann des Abends und von Dominik Spohr und Nick Livas auf Schultern getragen.

„Ich bin überglücklich. Wir wussten, dass wir uns nur auf uns verlassen können. Das war eine wahnsinnige Energie-Leistung von uns. Wir haben die Nerven behalten“, sagte Kulawick, der später mit den Fans die Sieger- und Nichtabstiegs-Humba feierte.

„Ich hab‘ zwei Minuten vor dem Ende angefangen, daran zu glauben, dass wir das heute  schaffen. Das hat mich allerdings noch nervöser gemacht. Ich freue mich enorm für Robert, denn er ist mit so viel Herz dabei. Gefühlt hatte er nach jedem Treffer Tränen in den Augen.

Ich bin begeistert von den Jungs“, jubelte BG-Manager Frank Meinertshagen förmlich, der für mehr als nur einen Moment seine akribisch gelebte Sachlichkeit vergaß. Roijakkers sprach von starkem Teambasketball und dankte dem Management, das trotz der Abstiegsgefahr an ihm festgehalten hat. „Das ist nicht selbstverständlich, und ich weiß das zu schätzen“, betonte der 35-Jährige.

© Pförtner

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Kommentar von Marc Bambey

Happy End nach Seuchensaison

Was für ein Showdown: Die Veilchen haben im wohl dramatischsten Nichtabstiegskampf der Basketball-Bundesliga-Geschichte die Nerven bewahrt und sich dank einer starken Mannschaftsleistung den Ligaverbleib gesichert. Und das, obwohl das Team von Headcoach Johan Roijakkers vor dem Doppelspieltag das schwerste Restprogramm der noch fünf sich im Abstiegskampf befindlichen Teams hatte. 

Die BG durchlebte eine nervenaufreibende Saison mit Pleiten, Pech und Pannen. Erfolgsmomente blieben da zunächst rar. Seine Schlüsselspieler hatte Roijakkers erst mit der Rückkehr von Spielmacher Khalid El-Amin im Dezember und der Verpflichtung von Power Forward Ian Hummer im Januar gefunden.

Ein wirklich erstligataugliches Team stand somit erst ab Mitte Januar zur Verfügung. Bis dahin tauschte er sieben US-Spieler aus. Kleine Gedächtnisübung: Kennen Sie Juan Pattillo, Armon Johnson, Ricky Minard, Lawrence Alexander, Marque Perry, Chris Jones und Shane Edwards noch?

Doch auch dann wollte keine Aufholjagd gelingen, nach respektablen Auftritten gegen große Teams folgten die Pleiten zu Hause gegen die Mitabstiegskonkurrenten Tübingen und MBC. Dann das Drama um Spielmacher Khalid El-Amin und dessen Saison-Aus Anfang April aufgrund eines Bandscheibenvorfalls. Wie sollte die BG ohne ihre Lebensversicherung die Liga halten?

Doch Roijakkers hat – nicht immer unter Fan-Applaus  – auch ohne El-Amin ein Team geformt. Spät, doch nicht zu spät, entwickelte sich so das Veilchen-Kollektiv. Mit Teamgeist schloss es die durch El-Amins Verletzung entstandene Lücke.  Zu Hause bewies es dann seine Erstklassigkeit und schenkte seinen Fans ein unvergesslich emotionales Saisonfinale mit Happy End.

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