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BG Göttingen erwartet emotionaler Höllentrip

1. Basketball-Bundesliga: BG Göttingen erwartet emotionaler Höllentrip

Angeschlagene, in eine scheinbar aussichtslose Situation gedrängte Gegner sind besonders gefährlich. Die oft zitierte Binsenweisheit beschreibt exakt, worauf sich Basketball-Erstligist BG Göttingen am Sonntag um 20 Uhr in der 5900 Zuschauer fassenden Arena Trier gefasst machen muss.

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Bodenkampf im Hinspiel: Triers Stefan Schmidt  (links) schnappt BG-Center Harper Kamp den Ball weg.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der insolventen, mit 800   000 Euro verschuldeten Traveri Basketball (TBB) AG, Namensgeber und Lizenzinhaber der Trierer Mannschaft, steht das Wasser bis zum Hals. Erst am Freitag hat der Lizenzliga-Ausschuss der Bundesliga nach Prüfung der vom Insolvenzverwalter Thomas B. Schmidt eingereichten Unterlagen entschieden, dass die Mannschaft von Trainer Henrik Rödl die Saison zu Ende spielen darf.

In der vergangenen Woche hatte der Lizenzliga-Ausschuss wegen des gestellten Insolvenzantrags und Verschleierung der finanziellen Lage den Trierern acht Punkte abgezogen. Dadurch stürzte die TBB auf den letzten Platz hinter Aufsteiger Crailsheim ab, hat sich durch den 80:60-Überraschungssieg vor einer Woche in Oldenburg aber wieder auf Rang 17 vorgekämpft.

Der Coup in Oldenburg und zuvor die 83:86-Niederlage nach Verlängerung bei Alba Berlin zeigen, dass sich die Mannschaft noch nicht aufgegeben hat und leidenschaftlich um den Klassenverbleib kämpft. „Das Spiel in Trier wird das schwerste des Jahres“, ist BG-Coach Johan Roijakkers überzeugt. „Die TBB wird bei ihrem ersten Heimspiel nach der Insolvenz mit voller Leidenschaft und großem Einsatz antreten. Sie hat nicht nur in Oldenburg gezeigt, dass sie jede Mannschaft in der Liga schlagen kann. Trier ist vor allem zu Hause unglaublich stark“, verweist Roijakkers auf die Trierer Heimsiege gegen Bayern München, Oldenburg, Bayreuth, Hagen, Braunschweig und Bremerhaven.

Einer ihrer zwei Auswärtserfolge gelang der TBB mit 87:73 bei der BG Göttingen, die damals allerdings auf die verletzten Alex Ruoff und Dominik Bahiense de Mello verzichten musste. „Bei Trier spielen sieben Ausländer. Wer davon am Sonntag dabei ist, ist schwer zu sagen“, erinnert der Veilchen-Coach an die Offerte des italienischen Klubs Reggio Emilia in Richtung des ehemaligen Göttingers Vitalis Chikoko, mit 12,3 Punkten und 5,2 Rebounds der effektivste Spieler der TBB.

Neben Chikoko habe Rödl, den Roijakkers seit dessen Zeit als Coach von Alba Berlin aus dem Europapokal kennt (als der Niederländer beim belgischen Klub Basket Bree war) viele weitere gefährliche Waffen im Köcher. Dazu gehören die Routiniers Ricky Harris (Topscorer mit 13,0 Punkten), Jermaine Anderson (9,7) und Jermaine Bucknor (10,0), aber auch Nachwuchskräfte wie Mathis Mönninghoff, Topscorer beim Sieg in Göttingen (19), Marko Lukovic und Adin Vrabac. Der Serbe und der Bosnier gehören für Roijakkers zu den „europäischen Top-Talenten“.

Gefährlicher noch als die individuelle Stärke der TBB-Spieler  könnte den Veilchen am Sonntag die Jetzt-Erst-Reaktion von Akteuren und Fans werden. Rödl, seit 2010 Trainer in Trier, hat es geschafft, die Mannschaft zusammen zu halten, obwohl sie seit Januar kein Geld erhalten hat.

Unmittelbar nach dem Spiel in Trier können Sie am Sonntag wieder die Leistung der BG-Spieler, ihres Trainers und der Schiedsrichter bewerten. Machen Sie unter gturl.de/vote mit. Jeder Klick zählt.

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