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BG hat Tabellenführer am Rande einer Niederlage

Basketball-Bundesliga BG hat Tabellenführer am Rande einer Niederlage

Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat am Sonnabend sein Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Bayern München mit 72:78 (50:59, 34:42, 14:24) verloren - aber die Herzen der Fans gewonnen. Die Veilchen hatten den Titelfavoriten im Schlussabschnitt am Rande einer Niederlage.

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Brion Rush, der als Topscorer der Partie auf unglaubliche 35 Punkte kam, sorgte mit seinem Korb zum 66:66 in der 39. Minute für einen wahren Jubel-Orkan in der Sparkassen-Arena.
 

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen.  Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat am Sonnabend sein Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Bayern München mit 72:78 (50:59, 34:42, 14:24) verloren - aber die Herzen der Fans gewonnen. Die Veilchen hatten den Titelfavoriten im Schlussabschnitt am Rande einer Niederlage.

Brion Rush, der als Topscorer der Partie auf unglaubliche 35 Punkte kam, sorgte mit seinem Korb zum 66:66 in der 39. Minute für einen wahren Jubel-Orkan in der Sparkassen-Arena. 3125 Zuschauer waren aus dem Häuschen, skandierten „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ und feuerten ihr Team frenetisch an. Es herrschte Tinnitus-Gefahr in der S-Arena, ein Wiesn-Zelt auf dem Oktoberfest gleicht dagegen einem Rentner-Bingo.

Doch es sollte nicht sein. Die einzige Führung des Spiels blieb den Veilchen verwehrt, und Bayern-Neuzugang Jared Cunningham brachte den Sieg mit einem Dreier aus der Ecke und einem Drei-Punkte-Spiel nach Hause. „Ein gutes Pferd springt immer nur so hoch, wie es muss“, heißt es - der Star Cunningham hatte zuvor zwei schlappe Freiwürfe verwandelt.

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Basketball-Bundesligist BG Göttingen hat am Sonnabend sein Heimspiel gegen den Tabellenführer FC Bayern München mit 72:78 (50:59, 34:42, 14:24) verloren - aber die Herzen der Fans gewonnen. Die Veilchen hatten den Titelfavoriten im Schlussabschnitt am Rande einer Niederlage.

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Die dramatischen Schlussminuten waren zu Beginn des Spiels noch nicht mal mit dem Fernglas zu sehen. Im Gegenteil: Die BG-Fans mussten befürchten, dass ihr Team von einer bayerischen Dampwalze überrollt wird. München war in jeder, aber auch jeder Hinsicht überlegen - körperlich, spielerisch und auch bei den Schüssen. Beim 4:20 nahm BG-Trainer Johan Roijakkers die Auszeit - und fortan lief es besser.

Vor allem auch dank Rush, der den ersten freien Wurf, der sich der BG eröffnete, eiskalt zum 6:20 traf (8.). Am Ende des ersten Abschnitts hatte sich die BG auf 14:24 herangekämpft. „Ende des ersten Viertels habe ich ein paar Männer gefunden, die auf dem Level von Bayern spielen können“, sagte Roijakkers und meinte damit nicht Dennis Kramer, der sich zwar genauso wie Darius Carter fit gemeldet hatte, aber letztlich nur auf 3:43 Minuten Einsattzeit kam. Während für Paul Watson ein Einsatz zu früh kam, stand Carter 27:20 Minuten auf dem Parkett und war insbesondere zu Beginn eine Stütze.

Der zweite Abschnitt, den Bayern-Coach Aleksandar Djordjevic später als „inakzeptabel“ bezeichnete, weil sein Team regelrecht gedemütigt wurde, stand ganz im Zeichen von Rush. Er traf drei Dreier in Folge ohne Gegenpunkt, Carter steuerte einen Korbleger zum 11:0-Lauf bei. Insgesamt kam Rush im zweiten Abschnitt, der mit 20:18 an die BG ging, auf 15 Punkte.

Die Fans fühlten sich an Robert Kulawick und Crailsheim erinnert, aber damals war es halt nur Crailsheim - in der S-Arena wurde Bayern München demontiert, und Rush, der sein Goldhändchen nach den Treffern formvollendet immer leicht abknickte und irgendwann seine Treffsicherheit selbst nicht glauben wollte, wurde fortan ein Leibwächter zur Seite gestellt. „Rush hat seinem Namen alle Ehre gemacht“, witzelte Djordjevic später.

Es lag etwas in der Luft, als sich die Veilchen auch im dritten Abschnitt nicht abhängen ließen. Im vierten Abschnitt lagen dann wiederum die Nerven blank - und zwar bei den Zuschauern angesichts von mehreren umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, die allesamt zu Gunsten der Bayern gepfiffen wurden. „Ohne Schiri habt ihr keine Chance“, skandierten die Zuschauer.

Es war eine Aufhojagd, die bis zum Ausgleich führte, die aber letztlich nicht belohnt wurde. Sie brachte allerdings eine Erkenntnis: Michael Stockton, der immer stärker wurde, ist der nächste große Playmaker der Veilchen. „Er steht in der Tradition von El Amin und Sanders, und ich hoffe, dass wir endlich mal einen so guten Point Guard halten können“, sagte Roijakkers nach dem Spiel beim GT-Talk. Der Kapitän stand in der Summe 35:46 Minuten auf dem Parkett, markierte 15 Punkte, kämpfte bis zur totalen Erschöpfung, und auch er erhielt später ein Extra-Lob von Djordjevic.

„Darüber müssen wir sprechen“, sagte der Bayern-Trainer nach einer Partie, die den Münchener Verantwortlichen noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird. Die Zuschauer in der Sparkassen-Arena feierten demgegenüber das 72:78 wie einen Sieg, auf dem Weg zum GT-Talk im Treppenhaus konnte Roijakkers gar nicht alle Hände schütteln, die ihm hingehalten wurden. „Es reicht eben nicht, nur drei Viertel gut zu spielen“, sagte der Niederländer in bekannt nüchterner Manier. Anerkennende Worte für Rush waren trotzdem drin: „Er ist ein großer Spieler, hat Erfahrung gegen große Klubs, und er ist smart“, sagte er. „Wir müssen nur noch ein wenig an seiner Fitness arbeiten.“ - Beste BG-Werfer: Rush (35), Stockton (15), Simon (10). - Bayern: Lucic (18), Redding (15), Cunningham (10).

Von Eduard Warda

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