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BG Göttingen unterliegt Artland Dragons mit 70:83

Mutmachende Niederlage BG Göttingen unterliegt Artland Dragons mit 70:83

Geschlagen, aber erhobenen Hauptes hat Basketball-Erstliga-Aufsteiger BG Göttingen am Montagabend, 6. Oktober, das Parkett der Sparkassen-Arena verlassen. Die Veilchen boten bei ihrer Heimpremiere dem Titelmitfavoriten Artland Dragons einen intensiven Fight und unterlagen mit 70:83 (51:55, 34:31, 21:10).

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Beweist nach Kritik sein Erstliga-Potenzial: BG-Center Harper Kamp (am Ball) markiert 20 Punkte.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die 2750 Zuschauer honorierten die couragierte Leistung der Crew von Headcoach Johan Roijakkers mit kräftigem Applaus.

Roijakkers befördert Dominik Spohr nach seinem starken Spiel gegen Alba Berlin in die Startformation. Für ihn muss Raymar Morgan vorerst auf der Bank Platz nehmen. Und die BG kommt gut ins Spiel, präsentiert sich an beiden Seiten des Spielfeldes mit wesentlich mehr Energie als bei der 74:110-Auftaktniederlage in Berlin.

Besonders die Verteidigung gerät ein wenig überraschend zum Prunkstück der ersten zehn Minuten. Trifft Artland zu Beginn noch gut verteidigte Würfe, so wie Spielmacher David Holston per Dreier mit ablaufender Wurfuhr und der Hand von Khalid El-Amin im Gesicht zum 6:7 (3.), so wirken die Quakenbrücker mit zunehmender Dauer doch immer genervter.

Kamp bringt Veilchen in Front

Mit einem Dreier bringt der zuletzt gescholtene, nun aber konzentriert und stark aufspielende Harper Kamp die Veilchen mit 11:7 in Front (4.). Bastian Doreth kann zwar zum 10:11 kontern (6.), doch dies ist der letzte Korb, den die starke BG-Defensive im ersten Viertel noch zulässt.

In der Offensive hat der Gastgeber wenig Probleme, sich freie Würfe zu erspielen, doch er lässt auch einige Aktionen ungenutzt. Dennoch führt die BG nach zehn Minuten deutlich mit 21:10.

Im zweiten Viertel spielt der Playoff-Halbfinalist der vergangenen Serie seine gefürchtete Zonen-Presse. Und die Veilchen lassen sich vom Druck auf die ballführenden Spieler beeindrucken und leisten sich im zweiten Viertel mit acht Turnovers doppelt so viele Ballverluste wie in den ersten zehn Minuten.

Die BG-Verteidigung ist aber weiter wachsam, und Artland muss sich seine Punkte hart erkämpfen. Dennoch schmilzt der Vorsprung, und die Dragons gleichen durch Dennis Horner zum 27:27 aus (18.). Doch die BG kämpft sich zurück und geht durch Zähler von Jason Clark, Acha Njei und Morgan mit 34:31 in die Pause.

Lange auf Augenhöhe

Im dritten Viertel begegnen sich beide Teams lange auf Augenhöhe. Dann vergibt die BG bei einem Fastbreak die Chance, sich auf sieben Punkte abzusetzen (27.). Der oft unglücklich agierende Robert Kulawick leistet sich den Ballverlust. Angeführt von dem nun sehr stark spielenden Andreas Seifert gelingt Artland die erste Führung im Spiel (51:52/29.), die die eingespielten Quakenbrücker nicht mehr abgeben.

Roijakkers versucht noch, sie mit einer Auszeit aus dem Rhythmus zu bringen, doch der Titelmitfavorit ist zu stabil. Im Schlussviertel kann die BG durch Clark zwar noch einmal auf 57:59 verkürzen (32.), doch zu mehr reicht es nicht, weil die zunehmend ermüdende BG-Verteidigung den Gästen viel Raum unterm Korb oder von der Drei-Punkt-Linie gibt.

„Ich bin sehr zufrieden, ich habe das Spiel genossen. Es waren letztlich unsere kleinen Unachtsamkeiten, die Artland bestraft hat und die das Spiel entschieden haben“, resümiert Roijakkers. Artland-Coach Tyron McCoy lobt die BG und charakterisiert sie, als extrem schwierig zu verteidigen.

Lange Zeit zur Regeneration bleibt nun nicht. Am Donnerstag  gastieren die BGer beim ebenfalls punktlosen Mitaufsteiger Crailsheim Merlins.

BG: El-Amin (12 Punkte/1 Dreier/2 Rebounds/7 Assists), Clark (9/1/5/1), Godbold (4/0/2/0), Morgan (12/0/4/0), Kamp (20/1/5/3), Boykin (2/0/3/1), Kulawick (2/0/2/0), Spohr (2/0/1/0), Onwuegbuzie, Njei (7/1/2/2) Stechmann, Boakye.

Teamwerte: Feldwürfe: 26/58 (45%). Dreier: 4/16 (25%). Freiwürfe: 14/18 (78%). Rebounds: 29 (11 Off/18 Def). Assists: 14. Ballverluste: 20. Fouls: 22.

Artland: Holston (6 Punkte/1 Dreier /7 Rebounds/7 Assists), McCray (11/3/3/2), Thomas (17/4/3/0), Hill (10/1/2/4), King (12/0/2/2), Doreth (3/1/0/4), Topper (8/2/1/1), Seiferth (12/0/3/1), Horner (2/0/1/0), Grünheid (2/0/1/0).

Teamwerte: Feldwürfe: 29/55 (53%). Dreier: 12/25 (48%). Freiwürfe: 13/16 (81%). Rebounds: 31 (9 Off/22 Def). Assists: 21. Ballverluste: 19. Fouls: 17.

 
Erstligareife Stimmung
Von Rupert Fabig

Gänsehaut-Atmosphäre schon vor Spielbeginn: Die Sparkassen-Arena ist in violettes Licht gehüllt. Harper-Kamp-Sprechchöre, als der BG-Center als bester Spieler der vergangenen Zweitligasaison ausgezeichnet wird. 500 Mann im Fanblock schwenken ihre BG-Schals und singen sich warm – endlich wieder erste Liga in Göttingen.

Besonders in der Anfangsphase schaukeln sich Fans und Mannschaft gegenseitig hoch. Beinahe so, als würde zwischen beiden ein Energiefluss stattfinden. 18 Sekunden dauert es, ehe der erste kollektive Jubelschrei aus rund 2700 Kehlen die Arena beben lässt.

Keine neun Minuten sind vorbei, als nach Acha Njeis Dreier zum 19:10 auf der Südtribüne Konfetti fliegt. Das teilweise erfolgsverwöhnte, wenig enthusiastische Publikum auf den Sitzplätzen bleibt nichts als eine Erinnerung an vergangene Zweitligazeiten, mit denen die BG abgeschlossen hat.

„Ich bin total zufrieden. Bei den Wechselgesängen machen alle super mit“, sagt Benjamin Becker, mit Lukas Liebert einer der Einpeitscher. Auch der neue Wechselgesang kommt den Zuschauern fehlerfrei über die Lippen: Der Fanblock ruft „Erste Liga“, die Veilchen-Anhänger antworten „geile Scheiße“.

Deutlich intensiver als in der vergangenen Saison sei die Atmosphäre gewesen, bemerkt Holger Quentin, seit Jahren ein treuer BG-Fan. Und dass die Arena nicht ausverkauft ist, spielt für Mike Lohmann keine Rolle. „Hier drin ist ein Krach, als wären das 3000 Zuschauer“, betont der 60-Jährige. Auch die mitgereisten Anhängerschaft der Gäste honorierte die Stimmung. „Halle und Fans sind super. Das schüchtert unsere Jungs ein, deshalb spielen sie so schlecht“, so Monika Meyer aus Quakenbrück.

Gibt es bei diesem Auftakt noch Luft nach oben? Nun ja, allzu namenssicher sind die BG-Fans noch nicht. Bei den neuen Akteuren wartete Hallensprecher Nils Leunig während der Spielervorstellung, nachdem er den Vornamen eines Veilchen ausgerufen hatte, vergeblich darauf, dass der Nachname aus 2700 Kehlen schallt. Es sollte ein Leichtes für das Publikum sein, dass das beim nächsten Heimspiel besser klappt. Ach ja, und ein Sieg, das wäre wünschenswert.

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Heimauftakt gegen Titelmitfavoriten
Johan Roijakkers stärkt Harper Kamp – hier links gegen Albas Wohlfahrth-Bottermann – den Rücken.

„Endlich wieder ein Heimspiel. Ich freue mich riesig auf die Fans und die Atmosphäre. Auch wenn das gegen die Artland Dragons eine extrem schwierige Partie wird“, sagt Johan Roijakkers.

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