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BG Göttingen „verdaddelt“ Big Point

Basketball-Bundesliga BG Göttingen „verdaddelt“ Big Point

Auch ohne Allstar Raymar Morgan war die Chance auf einen Big Point bei den Telekom Baskets Bonn da. Sie war sogar ähnlich groß wie die Wahrscheinlichkeit, beim Rosenmontagsumzug in Bonn eines der drei Millionen verteilten Gummibärchen zu bekommen.

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Andy Onwuegbuzie sichert einen verloren geglaubten Ball gegen Bonns Top-Athlet Eugene Lawrence.

Quelle: Wolter

Bonn. Förmlich auf dem Silbertablett bot der hoch favorisierte Europapokal-Teilnehmer den starken Gästen die Punkte an, doch an Karneval spielte die BG nicht den Spielverderber. In der bis zur Schlusssirene packenden und offenen Partie des 22. Basketball-Bundesliga-Spieltags boten die Teams den 6000 Zuschauern im ausverkauften Telekom Dome, darunter Tausende verkleidete Jecken, einen Karneval-Thriller. Letztlich musste sich die BG knapp mit 65:66 (46:49, 28:33, 17:16) geschlagen geben.  

In Bezug auf die Heiterkeit auf den Tribünen waren beide Teams komplett immun. Konzentriert und hart arbeitend setzten die Spieler die Vorgaben besonders mit dem Fokus auf eine harte und unnachgiebige Defensive humorlos um. So hatte das über weite Strecken mit einer 2:3-Zone verteidigende Team von Headcoach Johan Roijakkers mit dem letzten Angriff die Chance, das Duell für sich zu entscheiden. Doch der Erstliga-Aufsteiger vergeigte den letzten Angriff kläglich. Natürlich musste der Ball in die Hände der drei Leistungsträger David Godbold, Alex Ruoff oder Topscorer Khalid El-Amin. Doch das bis dahin überwiegend strahlende BG-Dreigestirn überbot sich nun gegenseitig in Ungenauigkeit. Gut möglich, dass ihnen ein wenig die Luft ausging, denn sie absolvierten jeweils um die 35 Minuten Schwerstarbeit. So endete der Angriff mit einem Ballverlust und die Schlusssirene ging im Karneval-Siegesjubel unter.   

So atmete Bonns Coach Mathias Fischer vor seinem Resümee erst einmal tief durch: „Es war das erwartet schwere Spiel unter besondere Bedingungen in der Halle. Göttingen ist ausgezeichnet darin, Teams ihren Rhythmus zu nehmen. Das ist ihnen heute sehr, sehr gut gelungen. Ich wollte das Spiel dominieren, das ist uns nicht gelungen.“ Fischers Co-Trainer Carsten Pohl attestierte den Veilchen hohes Überraschungspotenzial: „Göttingen war bockstark. Wir haben zu viele Würfe von außen genommen und den Ball schlecht ans Brett gebracht. Wir hatten dann Glück, dass Göttingen beim letzten Angriff den Ball verdaddelt hat.“

Foto: Wolter

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Obelix und Superhelden

Robert Kulawick schaut ein wenig ungläubig, und Acha Njei kann sich ein Lachen nicht verkneifen: Dass so ein Karnevalspiel einen einmaligen Charakter hat, bekommen die Akteure noch vor Spielbeginn zu spüren. Als das Prinzenpaar Jürgen I. und Bonna Nora I. standesgemäß mit Spielmannszug Einzug hält, tritt alles andere auf dem Parkett in den Hintergrund. Während die karnevalroutinierten Bonner sofort das Feld räumen und das Intermezzo an der Bande überbrücken, üben die BGer tapfer weiter Korbleger.  

Ausnahmsweise sind im Telekom Dome die Superhelden mal auf den Tribünen und nicht auf dem Parkett unterwegs. Im Laufe der 40 Minuten erspielt sich von den Profis auf dem Feld lediglich Khalid El-Amin diesen Status. Auf jeden Batman oder Superman kommt auf der Tribüne mindestens ein lustiges Bienchen. Rotnasige Gesellen im obligatorischen Quergestreiften treiben ihre Späße, und Quietsche-Entchen können in diesen Tagen in Bonn laufen. Gut für die Veilchen war, dass auch Obelix – wenn auch stark tätowiert – im Publikum saß. Offensichtlich hatte er den Bonner Spielern das Zaubertrank-Fässchen ausgetrunken.

Wie die Gallier gegen die Römer, so setzte sich die gut 30-köpfige Schar der Veilchen-Fans gegen Bonns Jecken-Übermacht zur Wehr. Dabei bewies BG-Fan Jan mit mutigem Kostüm, das an eine lila Kuh erinnert, dass auch Göttingen Karneval kann. Dennoch  mussten sich die Göttinger der Übermacht stimmungstechnisch beugen. Machten die Bonner in Göttingen mit sehr unterhaltsamen Gesängen auf sich aufmerksam, so war die Stimmung im Dome komplett karnevalistisch. Aber erst nach der Schlusssirene überschwänglich.

Statistik

66:65
17:16 / 16:12 / 16:18 / 17:19

Bonn: Caloiaro (19 Punkte/3 Dreier/9 Rebounds/2 Assists), Mangold (14/4/2/3), Klimavicius (11/0/7/2), Mädrich (7/0/5/0), Brooks (7/1/6/6), McConnell (3/1/0/1), Wachalski (3/1/3/1), Lawrence (2/0/7/7), Koch.
Teamwerte: Feldwürfe: 23/59 (39 %), Dreier: 10/36 (28 %), Freiwürfe: 10/12 (83 %), Rebounds: 41 (14 Off/27 Def), Assists: 22, Ballverluste: 17, Fouls: 18.
BG: Kulawick (5 Punkte /1 Dreier/3 Rebound/0 Assist), Ruoff (13/2/1/2), Spohr (2/0/0/0), Godbold (6/2/5/2), Bahiense de Mello (0/0/2/0), Njei (0/0/2/0), El-Amin (21/1/4/1), Boykin (10/1/3/0), Kamp (8/0/7/1), Onwuegbuzie.
Teamwerte: Feldwürfe: 24/62 (39 %), Dreier: 7/25 (39 %), Freiwürfe: 10/13 (77 %), Rebounds: 33 (12 Off/21 Def), Assists: 6, Ballverluste: 12, Fouls: 18.

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