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BG reißt "verrücktes Spiel" noch aus dem Feuer

Basketball-Bundesliga BG reißt "verrücktes Spiel" noch aus dem Feuer

Vom Ergebnis her erscheint der 65:64 (47:58, 28:50, 17:27)-Erfolg der BG-Basketballer beim Erstliga-Konkurrenten Walter Tigers Tübingen als Zittersieg mit viel Dusel. Vom Spielverlauf her ist er indes ein grandioses Comeback der Veilchen nach einer desaströsen ersten Halbzeit. Als "total verrücktes Spiel" bezeichnete Trainer John Patrick den achten Triumph seines Teams.

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Nach der Pause aufgedreht: Kapitän Kyle Bailey (l.) – hier gegen Michael Haynes – erzielte in der zweiten Halbzeit 19 Punkte.

Quelle: Pförtner

Es war, als hätte in der 15-minütigen Halbzeitpause jemand den Schalter umgelegt oder die Spieler beider Mannschaften einer Gehirnwäsche mit entgegengesetzter Wirkung unterzogen. Trotz aufmunternden Anfeuerungen des 20-köpfigen BG-Fanblocks, der die über weite Strecken ein wenig lethargisch wirkenden 2550 Tübinger Zuschauer spielend übertönte, schlichen die Veilchen wie die begossenen Pudel in die Kabine. Kein Wunder, waren sie doch in den ersten 20 Minuten von den wie entfesselt aufspielenden Tigers gnadenlos vorgeführt worden.

Mitleiderregend hilflos wirkte das Pressing der Gästeabwehr gegen die Tübinger Distanzschützen, die der BG bis zur Pause zwölf Dreier einschenkten - davon acht im ersten Viertel - und eine Traumquote von 67 Prozent realisierten. Davon geschockt, agierten die Patrick-Schützlinge auch im Angriff zunehmend verkrampft und ängstlich, überließen die Initiative fast vollständig dem Gegner oder verzettelten sich - allen voran Kapitän Kyle Bailey - in fruchtlosen Einzelaktionen.

"Unglaublich zurückgekommen"

"Ich habe meinen Spielern in der Pause gesagt, wie peinlich unser Auftritt war. Nicht weil wir 22 Punkte zurücklagen, sondern weil wir in allen Bereichen versagt haben", verwies Patrick auf das Missverhältnis von 12:23 Rebounds, 4:12 Assists und 29:52 Prozent bei der Feldwurfausbeute. Er habe an Ehre und Kampfgeist seiner Akteure appelliert und sie beschworen, sich auf keinen Fall aufzugeben.

Die Ansprache des Coaches verfehlte ihre Wirkung nicht. "Göttingen ist unglaublich zurückgekommen", zollte Tigers-Coach Tolga Öngören der Leistung der BG im zweiten Durchgang Respekt. Nur 14 Punkte erlaubte sie den Tübingern. Aggressiv und mit breiter Brust stürzten sich die Gäste ins Getümmel. Sie schockten die siegesgewissen Tigers mit einer knallharten Ganzfeldpresse, präsentierten sich - angeführt von Bailey, der in der zweiten Hälfte 19 seiner 20 Punkte erzielte - auch in der Offensive zielgerichtet und selbstbewusst und verkürzten mit einem 13:0-Lauf in knapp vier Minuten auf 41:50.

Der unmittelbar folgende Dreier von Haynes sowie zwei Korbleger von Katic zum 59:47 (30.) schienen die Hausherren aus ihrer Schockstarre zu reißen. Doch da flammte offenbar nur ein Strohfeuer auf. Tübingens 13. Dreier war auch der letzte. Die Quote ging durch 1/15 Versuche in der zweiten Hälfte deutlich in den Keller. Am Ende lagen beide Teams bei 39 Prozent Dreiern und einer Feldwurfquote von 37 Prozent.

Im letzten Viertel legten Bailey, Lee und Little nach, und spätestes nach zwei Dreiern von Bailey zum 61:60 (36.) war die Partie wieder völlig offen. Energiebündel John Little war es vorbehalten, mit dem Treffer zum 64:63 (40.) die erste Führung der BG seit der 5. Minute zu markieren. Bailey erhöhte 26 Sekunden vor Schluss per Freiwurf auf 65:63, und da Katic acht Sekunden vor dem Ende nur einen von zwei Bonuswürfen verwandelte und nach Offensivrebound der Tigers Ratkovicas Verzweifelungswurf beim Klang der Schlusssirene vom Ring ins Feld zurücksprang, durften die Veilchen und ihr tapferes Fan-Fähnlein ausgelassen den kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg feiern.

"Ich habe immer daran geglaubt, dass wir durch unsere super Verteidigung den Gegner noch in die Knie zwingen werden", versicherte Rocky Trice. "Solche Spiele noch aus dem Feuer reißen zu können, zeichnet ein Topteam aus", fügte er hinzu. Am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr will die BG mit einem Sieg über Schlusslicht Bremerhaven in der heimischen Lokhalle in der Tabelle noch ein Stück weiter nach oben klettern.

Tübingen - BG 74

BG 74: Lee (11 Punkte/3 Dreier/3 Rebounds/4 Assists/1 Steal), Kulawick, Bailey (20/4/6/2/2), Trice (11/1/7/1/2), Little (9/1/3/1/0), Jacobson, Grimaldi (0/0/2/0/0), Boone (4/0/6/0/0)), Oliver (7/0/4/1/0), Brown (2/0/2/0/0), Miller (1/0/0/0/0).

Beste Tigers: Haynes (13), Ratkovica (13), Katic (10/11 Reb.), Haynes (10).

Teamstatistik: Feldwürfe: BG: 23/63 (37%); Tigers: 22/60 (37%). - Dreier: BG: 9/23 (39%); Tigers: 13/33 (39%). - Freiwürfe: BG: 10/14 (71%); Tigers: 7/11 (64%). - Off.-Rebounds: 11:10. - Def.-Rebounds: 25:30. - Assists: 9:15; Steals: 6:5; Turnover: 8:15.

Von Michael Geisendorf

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