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Imposante Mannschaftsleistung beim Sieg der BG Göttingen in Braunschweig

Kollektiver Jubel Imposante Mannschaftsleistung beim Sieg der BG Göttingen in Braunschweig

Dieses Match hatte den Namen Derby verdient. Und besonders die BG Göttingen trug großen Anteil daran. Mit purem Willen, Leidenschaft und Energie biss sich das unbändig kämpfende Veilchen-Kollektiv trotz zwischenzeitlichem 17-Punkte-Rückstand gegen die „Basketball Löwen“ Braunschweig zurück ins Duell und ließ sich dabei auch vom Ausfall von drei Leistungsträgern nicht entmutigen

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Fans und Mannschaft feiern ausgelassen den nicht für möglich gehaltenen Derbysieg in Braunschweig.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Im Gegenteil: Couragiert füreinander einstehend, fügte die BG-Rumpftruppe dem hohen Favoriten eine schmerzliche 79:81-Niederlage zu.

Der Triumph hinterlässt auch keine Sorgenfalten, weil er mit Verletzungen teuer erkauft worden sein könnte. Die Leistungsträger stehen beim zehnten Basketball-Bundesliga-Spiel gegen den Mitteldeutschen BC – am Sonnabend, 22. November, um 18.30 Uhr in der Sparkassen-Arena – wieder zur Verfügung.

Wie geschlossen das Team füreinander einsteht, zeigte sich am Sonntagabend abseits des Parketts. Die Spielerbank hätten die Braunschweiger dem Göttinger Tross eigentlich gar nicht zur Verfügung stellen müssen. Engagiert und ihren Mitspielern auf dem Parkett lautstark helfend, standen besonders Alex Ruoff und Khalid El-Amin bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Und auch Harper Kamp – dem Roijakkers wegen mangelnden Einsatzes nach fünf Minuten kurzerhand eine Denkpause verordnete und nicht mehr einsetzte – zog sich nicht beleidigt schmollend zurück. Er feuerte besonders Jamal Boykin und Raymar Morgan – seine Haupt-Konkurrenten um Spielzeit – an und feierte gute Aktionen euphorisch.

Harper ist ein sehr smarter Mensch

Dass dies ein ganz besonderer Sieg war, der eigentlich nicht hätte zustande kommen dürfen, darin waren sich beide Trainer einig. „Lustig“, nannte Roijakkers den Derbyerfolg gut gelaunt. Braunschweigs Coach Raoul Korner sprach hingegen von erheblichem Redebedarf mit der Mannschaft.

„Wir hatten im zweiten Viertel eine Aufstellung auf dem Parkett, die nicht funktioniert hat, und das muss ich auf meine Kappe nehmen“, so der Österreicher, der aber betonte: „Indiskutabel ist allerdings, dass wir uns davon nicht erholt haben. Wir stehen im zweiten, dritten und letzten Viertel neben der Spur und haben keine Aggressivität mehr gefunden. Wir sind ein Team, und als Team war das heute nicht genug.“

Was im Basketball selbst in scheinbar aussichtslosen Situationen möglich ist, dafür kann die Leistung der Veilchen gut als Lehrbuch-Eintrag herhalten. Vier tapfere deutsche Akteure kämpfen mit ihren drei US-amerikanischen Teamkameraden leidenschaftlich die top besetzten „Basketball Löwen“ nieder.

„Besonders unsere deutschen Spieler haben große Fortschritte gemacht. Sie übernehmen Verantwortung und attackieren den Korb. So sind wir schwer zu verteidigen“, lobte Roijakkers. Und was ist mit Kamp? „Alles gut“, versichert er. „Wir hatten am Montagnachmittag eine Aussprache. Er ist ein sehr smarter Mensch. Der Inhalt des Gesprächs bleibt aber zwischen Harper und mir.“

► Kommentar: „I have a Team“

Im Oktober die nie für möglich gehaltene Sensation beim Deutschen Meister FC Bayern München. Nun der Coup als personell gehandicapt hoffnungslos unterlegener Außenseiter im Bezirksderby bei den „Basketball Löwen“ Braunschweig. Die BG Göttingen scheint sich einen Namen als Klub für die besonderen Siege zu machen.

Erstaunlich ist, dass eine so starke Teamleistung ihre Energie aus dem Ausfall von drei Leistungsträgern bezieht. Und bemerkenswert ist, wie Kamp den öffentlichen Denkzettel verarbeitet und sich frei von Egoismen in den Dienst des Teams stellt– das zeugt von Charakter.

Mit seiner Art, Spieler bei Nichteinhaltung der Team-Regeln und mangelndem Einsatz auch öffentlich hart anzugehen, findet Cheftrainer Johan Roijakkers nicht nur Fürsprecher – im Gegenteil. Viele Freizeit- und Hobbysportler unter den BG-Fans kritisieren ihn hart. Erneut gelingt es dem Niederländer, die Situation so zu lösen, dass es keine Verlierer gibt – ähnlich dem heftigen Disput mit Jermaine Mallett in der vergangenen Serie.

In Braunschweig ging Roijakkers ein großes Risiko ein, dass Spiel ohne Kamp zu verlieren. Doch er stärkte so den ohnehin stark ausgeprägten Team-Gedanken. Roijakkers will ein Kollektiv, in dem jeder für jeden Verantwortung übernimmt.

Das hat die Veilchen in der Aufstiegssaison ausgezeichnet, und es gibt starke Signale, dass auch die aktuellen Veilchen so handeln. BG-Konkurrent FC Bayern hat den Slogan „I have a Team“ (Ich habe ein Team). Die BG lebt ihn leidenschaftlich.

Mark Bambey

Mark Bambey

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