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Lee-Power bricht Ludwigsburger Widerstand

Basketball-Bundesliga Lee-Power bricht Ludwigsburger Widerstand

21 Spielminuten brauchten die Herren der BG 74, um in der mit 3474 Zuschauern ausverkauften Lokhalle ihre Weihnachts-Lethargie abzuschütteln. Dann drehten sie - angeführt vom überragenden Charles Lee - gegen den starken EnBW Ludwigsburg mächtig auf und behaupteten mit 77:68 (49:52, 34:39, 15:22) ihre Position im Spitzentrio der Basketball-Bundesliga.

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Duell der Giganten unter dem Ludwigsburger Korb: Charles Lee gegen Kelvin Gibbs.

Quelle: Theodoro da Silva

Lange Zeit sah es allerdings nicht danach aus, als könnten die Veilchen im ersten Spiel des neuen Jahres an die erfolgreichen Aufritte vor dem Jahreswechsel anknüpfen und ihre Serie auf vier Siege in Folge ausbauen. Als "träge und unkonzentriert" kritisierte Trainer John Patrick die Vorstellung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit. Kaum einmal gelang es der BG, die glänzend gestaffelte Ludwigsburger Halbfeld-Verteidigung auszuhebeln und unter den gegnerischen Korb zu ziehen. Von variabler Teamoffensive war nichts zu sehen, statt dessen verzettelten sich die Gastgeber in fruchtlosen Einzelaktionen und mäßig erfolgreichen Distanzwürfen (3/9 Dreier und 40 Prozent Trefferquote aus dem Feld).

 

Wie es besser geht, zeigte der Tabellensiebte mit einer Feldquote von 57 Prozent (16/28) bis zur Pause. Immer wieder fanden Brandon Woudstra, Domonic Jones und vor allem der erstaunlich bewegliche 134-Kilo-Koloss Kelvin Gibbs, gegen den die BG-Center Jason Boone und Clif Brown geradezu schmächtig wirkten, die Lücken in der ungewohnt löchrigen Veilchen-Abwehr. "Wir müssen an unserer Low-Post-Defense (Center-Abwehr in Nähe der Grundlinie) arbeiten", forderte Patrick, der mit ansehen musste, wie Gibbs scheinbar mühelos zum Korb zog.

 

Der maue Auftritt ihres Teams schlug sich auch auf die Stimmung der sonst so begeisterungsfähigen BG-Fans nieder. Den Aufmunterungen von Hallensprecher Andreas Lindemeier, die Veilchen lautstark zu unterstützen und nach vorne zu peitschen, war nur wenig Erfolg beschieden. Selbst zwei Technische Fouls (gegen Sanders wegen Meckerns und die Ludwigsburger Bank wegen Überschreitung bei einer Auszeit) nutzte die BG nicht, um den Rückstand zu verkürzen, der bis zur 19. Minute auf elf Punkte wuchs (28:39).

 

10:0-Lauf bricht Widerstand

 

Für die Initialzündung zur Aufholjagd sorgte Charles Lee, der mit seiner unglaublichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte und 80 Prozent Trefferquote aus dem Feld im gesamten Spiel seine Weiterverpflichtung vollauf rechtfertigte und exemplarisch für den Schub des gesamten Teams stand. Sein Dreier zum 39:40-Anschluss (22.) war gleichzeitig der Wachmacher für das Publikum. Als Kyle Bailey eine Minute später die erste BG-Führung zum 43:42 markierte, begann die Halle endlich zu brodeln.

 

Bis Ende des dritten Viertels hielt Ludwigsburg die Partie gegen die jetzt wieder fast perfekt funktionierende Ganzfeldpresse der Veilchen offen. Doch als EnBW-Power-Forward Sanders sein fünftes Foul kassierte (31.) und sich die Gastgeber mit einem 10:0-Lauf von Lee und Brown auf 59:52 (34.) absetzten, war der Widerstand der Schwaben gebrochen und das Spiel nach Lees viertem Dreier zum 72:62 (39.) entschieden. Als kluge taktische Maßnahme erwies sich Patricks Entscheidung, im Schlussviertel durchgehend vier Guards einzusetzen. Der nochmaligen Tempoverschärfung standen die kräftemäßig nachlassenden Gäste trotz ihrer Längenvorteile hilflos gegenüber.

 

"Göttingen hat sich den dritten Platz verdient. Man muss Stadt und Verein dazu beglückwünschen, was hier entstanden ist", zollte EnBW-Coach Rick Stafford dem Gegner Respekt. Geschadet habe seinem Team das Technische Foul wegen Auszeit-Überschreitung, für ihn sei das eine bürokratische Entscheidung der Schiedsrichter. Einen neuen Verein hat der von der BG vor Weihnachten entlassene Jason Miller gefunden. Der Center spielt jetzt für BK Prostejov in der ersten tschechischen Liga.

Von Michael Geisendorf

 

 

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