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MEG muss bis Saisonende auf Bailey verzichten

Basketball-Bundesliga MEG muss bis Saisonende auf Bailey verzichten

Das Spiel, den direkten Vergleich und Kapitän Kyle Bailey durch Verletzung verloren: Für die Basketballer von MEG Göttingen war Bonn keine Reise wert. Deutlich mit 68:82 (50:59, 37:42, 14:21) unterlagen die Veilchen vor 5470 Zuschauer das Verfolgerduell in der phantastischen Atmosphäre des Telekom-Dome, behaupten aber noch den dritten Platz vor den Telekom Baskets.

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Sorgenvolle Mienen: MEG-Akteur Marco Grimaldi, Trainer John Patrick und Physiotherapeut Patrick Rißler (von links) kümmern sich um den verletzten Kapitän Kyle Bailey.

Quelle: Pförtner

Die Szene, die den Göttinger Verantwortlichen mehr Sorgen bereitete als die Niederlage gegen den beeindruckend stark aufspielenden Deutschen Vizemeister, ereignetete sich in der 35. Minute. Beim Korbleger-Versuch von Brandon Bowman in der Luft rüde attackiert (der Foulpfiff blieb aus), schlug Bailey aus beträchtlicher Höhe auf dem Parkett auf, blieb - sich vor Schmerzen windend - an der Bande liegen und humpelte wenig später auf zwei Betreuer gestützt in die Kabine.

"Es ist irgendwas mit seinem Knie", berichtete Trainer John Patrick unmittelbar nach der Partie. "Ich hoffe, es ist nicht so schlimm, es sieht aber nicht gut aus." 16 Stunden später war die Befürchtung zur traurigen Gewissheit geworden: Bailey, so die ärztliche Diagnose, hat sich beim Sturz das Syndesmoseband im Fußgelenk gerissen und fällt bis Saisonende aus.

Dass die Veilchen, die zu diesem Zeitpunkt 60:71 zurücklagen, das Spiel mit Bailey noch aus dem Feuer gerissen hätten, darf bezweifelt werden. Zu eindeutig beherrschten die Baskets das Geschehen, insbesondere unter den Körben, wo sie ihre Längenvorteile konsequent und gekonnt ausspielten, agierten - von den Schlachtrufen ihrer weit mehr als 5000 Anhängern nach vorne gepeitscht - entschlossener, druckvoller und selbstbewusster als die Gäste. Die steckten zwar nie auf, ebenso wenig wie die mehr als 100 mitgereisten Fans, wirkten aber unstrukturierter, zaghafter und mitunter sogar ein wenig ängstlich.

Vor allem Bonns Topscorer Bowman bekam kein MEG-Akteur in den Griff. Charles Lee, der ihn im Hinspiel noch kalt getellt hatte, war von Achillessehnen-Problemen gehandicapt, fand erst in der zweiten Halbzeit phasenweise ins Spiel, konnte ihm aber nie seinen Stempel aufdrücken. Rocky Trice, Ben Jacobson und Bailey hatten einige starke Szenen, aber ebenso viel Mühe, das Abwehrbollwerk der rheinischen Riesen zu überwinde wie Clif Brown, Chris Oliver und Jason Boone, der zudem vom schwachen Schiedsrichtergespann einige ungerechtfertigte Fouls kassierte - zwei Minuten vor Schluss sein fünftes.

Johnsons sieben Monsterblocks

"Bonn hat sich sehr gut auf unsere Spielweise vorbereitet, war auch in der Bewegung ohne Ball stark und hatte mit Bowman den überragenden Spieler", erkannte Patrick den Sieg der Baskets als verdient an. Zu Beginn sah es sogar danach aus, als könnten die Baskets ihre Gäste vorführen, als 2,10-Meter-Mann Ken Johnson, Turm in der Zonenabwehr, innerhalb weniger Minuten drei Göttinger Würfe blockte (insgesamt gelangen ihm sieben von 13 Blocks gegenüber einem der MEG). Die Halle kochte und Bonn zog auf 13:5 (6.) davon.

"Da wurde uns schon ein wenig bange", gestand Patrick. "Denoch hatten wir eine Siegchance", verwies er auf die Aufholjagd im zweiten Viertel zum 35:35 (18.) und im dritten (45:40; 23.), als die Veilchen den Respekt ablegten, gewohnt aggressiv übers ganze Feld verteidigten und den Gegner verunsicherten. "Gegen Göttingen darf man keine Sekunde nachlassen, egal wie hoch man führt", zollte Baskets-Coach Mike Koch den Gästen großen Respekt. "Glücklicherweise ist es uns gelungen, die Intensität fast das ganze Spiel über hoch zu halten."

So fingen sich die Hausherren jeweils schnell wieder und waren vor allem unter dem Korb kaum zu überwinden. Nur zwölf von 27 Korblegern (44,4 %) traf die MEG - da nutzten die zweiten Chancen nach 18 Offensivrebounds wenig -, Bonn dagegen verwandelte 16 von 22 (72,7%). Die Feldwurfquote von 30,6 Prozent (MEG) zu 48,1 (Bonn) markiert deutlich den Unterschied in den Offensiv-Qualitäten der beiden Mannschaften.

Von Michael Geisendorf

Bonn - MEG

MEG

Lee (9 Punkte/1 Dreier/5 Rebounds/1 Assist/0 Steals), Kulawick (0/0/2/1/1), Bailey (11/2/4/2/1), Trice (14/0/8/2/0), Little (4/0/0/0/ 0), Jacobson (11/2/4/1/0), Grimaldi (2/0/0/0/1), Dill, Boone (3/0/4/0/ 0), Oliver (6/0/3/0/0), Brown (8/0/4/0/0).

Beste Bonn

Bowman (25/0/7/0/0), Rowland (16/2/6/6/2), Yarborough (10/2/7/ 1/0), Johnson (10/0/6/4/0).

Teamstatistik

Feldwürfe: MEG: 22/72 (30,6%)%), Bonn 25/52 (48,1%); Dreier: MEG 5/24 (20,8%), Bonn 7/22 (31,8%); Def.-Rebounds 22:34; Off.-Rebounds 18:9; Assists 7:13; Steals 3:3: Turnover 10:16; Blockshots 1:13.

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