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Roijakkers: „BG-Team besser als BC Prievidza“

2. Basketball-Bundesliga Pro A Roijakkers: „BG-Team besser als BC Prievidza“

„Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagt Frank Meinertshagen. Johan Roijakkers signalisiert mit heftigem Kopfnicken, dass er der gleichen Meinung ist. Wie Spieler, Fans, Mitarbeiter, Gesellschafter und Sponsoren fiebern der Geschäftsführer der Pro Basketball Göttingen (PBG) GmbH und der Cheftrainer und Sportdirektor der BG dem Start der 2. Liga Pro A entgegen.

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Mit diesem Team will die BG in die Pro-A-Playoffs: Bobby Davis, Nicholas Livas, Michael Wenzl, Michael Crowell, Ramon Harris (hinten von links);  Marco Grimaldi, Anthony Hitchens, Trainer Johan Roijakkers, Co-Trainer Ingmar Snabilie, Akeem Vargas, Paul Guede (vorne). Es fehlt Sullivan Phillips.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Beim ersten Spiel empfangen die Veilchen am kommenden Sonntag um 17 Uhr in der Sparkassen-Arena den früheren Erstliga-Rivalen Science City Jena. In knapp viereinhalb Monaten hat die PBG-Crew, die nach der Insolvenz der Starting five (S5) GmbH deren Lizenz übernommen hatte, verlässliche Strukturen und eine solide wirtschaftliche Basis für einen professionellen Sportbetrieb geschaffen. Und sie hat mit Johan Roijakkers und dessen Assistenten Ingmar Snabilie ein Trainergespann engagiert, das innerhalb von drei Monaten ein konkurrenzfähiges Team auf

die Beine gestellt hat. Das jedenfalls legen die Testspiel-Ergebnisse der vergangenen Wochen nahe.

Das Schwierigste am Anfang sei die Planung im luftleeren Raum gewesen, erzählt Meinertshagen. „Wir wussten nicht, wie groß nach der S5-Pleite die Bereitschaft der Sponsoren sein würde, sich erneut zu engagieren. Wir hatten keinen Trainer und kein Team, mussten aber schon die

organisatorischen Strukturen schaffen und uns bei der AG 2. Bundesliga um die Spielberechtigung bemühen, weil das Zeitfenster sehr klein war. Mir war klar, dass sehr viel Arbeit auf uns zukommt – dass es so viel werden würde, hatte ich allerdings nicht gedacht“, gesteht der PBG-Geschäftsführer. „Die meiste Arbeit haben aber nicht ich und die Gesellschafter gehabt, sondern Anna Jäger. Was sie geleistet hat, ist unglaublich“, zollt Meinertshagen seiner Marketingleiterin Riesenrespekt.

Mit diesem Team will die BG in die Pro-A-Playoffs - die Spieler auf einen Blick.

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Positiv überrascht habe ihn, dass nicht nur die Fans von Beginn an Feuer und Flamme für das neue Projekt waren, sondern auch viele Sponsoren bereitwillig mitzogen. „Da habe ich nach den Enttäuschungen in der Vergangenheit mit höheren Hürden gerechnet“, gibt er zu. 87 Unternehmen sorgen aktuell für eine solide wirtschaftliche Basis – 44 als Sponsoren und 43 als Business-Club-Mitglieder, berichtet Anna Jäger. 80 Prozent der Sponsorengelder im Eine-Million-Euro-Etat seien damit realisiert. Die restlichen 20 Prozent müssten erst im Lauf der Saison nachgewiesen werden. Beim Zuschauerschnitt plant die PBG mit 1300 Besuchern. „Das sind halb so viele wie in der Saisonplanung der BG 2011/ 12 und 100 weniger als der Pro-A-Schnitt der vergangenen Serie“, verweist Meinertshagen auf den vorsichtig kalkulierten Ansatz.

Dass Roijakkers bei der Zusammenstellung beziehungsweise Komplettierung des Teams relativ lange gewartet hat, habe ihn nicht beunruhigt. „Ich habe ja gesehen, dass Johan die ganze Zeit aktiv war und nie bezweifelt, dass er es rechtzeitig schaffen wird, eine konkurrenzfähige Mannschaft ins Rennen zu schicken“, versichert der Geschäftsführer. „Je länger man wartet, desto günstiger sind gute Spieler zu bekommen“, erläutert der international erfahrene und bestens vernetzte Headcoach seine Strategie. Die Qualität, die die BG-Akteure in den Testspielen gezeigt haben, scheinen ihm recht zu geben.

Individuelle Statistiken interessiere die Akteure kaum

Das wesentliche Charaktermerkmal seiner Spieler sei deren Uneigennützigkeit, lobt der Niederländer. Jeder zerreiße sich für das Team. Individuelle Statistiken interessiere die Akteure kaum. „So musste ich Marco Grimaldi, der absolutes BBL-Niveau hat, immer wieder ermutigen, Aktionen auch mal selbst abzuschließen, anstatt nur seine Mitspieler in Szene zu setzen.“ Das i-Tüpfelchen des Teambuilding sei für ihn die Verpflichtung des 33-jährigen Allrounders Sullivan Phillips am vergangenen Wochenende. „Sulli ist nicht nur wegen seiner internationalen Erfahrung ungeheuer wichtig für uns, sondern auch, weil er sehr variabel ist, von der Eins bis zur Vier alles spielen kann“, sagt der Coach.

Beim BC Prievidza, mit dem er in der vorigen Saison slowakischer Meister wurde, sei Phillips mit 15 Punkten, vier Rebounds und fünf Assists im Schnitt der Teamleader gewesen. Nachdem am Mittwoch auch Nicholas Livas dank einem Privatsponsor unter Vertrag genommen werden konnte (siehe Seite 25), bilden vier Spieler seines Meisterteams das Gerüst der neuen BG-Mannschaft. „Das hilft enorm. Ich glaube aber, dass dieses Team besser ist als das des BC Prievidza“, betont Roijakkers.

Bedenken, dass die Veilchen mit dem jungen Michael Wenzl als einzigem nominellen Center der Konkurrenz längenmäßig unterlegen sein könnten, hat der Coach nicht. „Größe wird oft überschätzt. Dieses Manko machen wir durch Schnelligkeit und Explosivität wett“, ist er überzeugt. Nicht optimal sei, dass im BG-Team nur vier Deutsche stehen, denn nach der neuen Pro-A-Regel müssen während des gesamten Spiels stets zwei Deutsche auf dem Parkett sein. Ein Verstoß wird mit technischem Foul gegen die Bank geahndet. 

Das schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten des Coaches ein. „Dieses Risiko müssen wir in Kauf nehmen. Mag sein, dass uns das ein, zwei Spiele kostet, aber gute deutsche Spieler sind für unseren kleinen Etat einfach zu teuer“, stellt Roijakkers klar, der mit klarer Zielsetzung in die Saison startet: „Wir wollen unter die ersten Acht und werden dann in den Playoffs weitersehen.“

Von Michael Geisendorf
und Rupert Fabig

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