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Skyliners brechen unter Veilchen-Druck zusammen

Basketball-Bundesliga Skyliners brechen unter Veilchen-Druck zusammen

Die Frankfurter Ballsporthalle ist offenbar ein gutes Pflaster für die Erstliga-Basketballer der BG 74. Nach dem 77:60-Erfolg im vergangenen Jahr bezwang der Außenseiter die Deutsche Bank Skyliners diesmal knapp mit 64:61 (46:49, 28:39, 13:19), weil er sich in der dramatischen Schlussphase fitter und nervenstärker zeigte und die hohe Intensität bis zum Ende durchhielt.

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Stark beim Rebound: BG-Flügelspieler Chris Oliver (r.) gegen Skyliners-Center Anthony King.

Quelle: Pförtner

Skyliners-Coach Murat Didin war stinksauer und hielt mit seinen Gefühlen nicht hinter dem Berg. BG-Trainer John Patrick hatte auf der Pressekonferenz - nach vergeblichem Warten auf den Frankfurter Kollegen - sein Statement zum Spiel längst abgegeben und war zur Mannschaft zurückgekehrt, da rauschte der temperamentvolle Türke in den Raum und polterte los: "Wir haben uns verhalten wie jemand, der seinen Tisch schön gedeckt hat und statt genüsslich zu essen, das Tischtuch wegreißt und das Geschirr zerschlägt. Wir haben uns selbst getötet und Göttingen den Sieg geschenkt."

Wütend war Didin besonders über die vielen von der aggressiven Verteidigung der Veilchen erzwungenen Ballverluste sowie die vielen Offensiv-Rebounds der BG und die damit verbundenen zweiten Wurfchancen, für ihn die Knackpunkte der Frankfurter Niederlage. "Die Rebounds sind unser großes Problem", stellte er fest. "Von den 67 Rebounds, die wir in den vier Spielen zuvor geholt haben, hat sich Lorenzo Gordon 42 geangelt" - und eben dieser Gordon, zugleich Topscorer der Skyliners, fehlte gegen Göttingen wegen einer Schulterverletzung.

In der ersten Halbzeit sah es allerdings so aus, als könnten die Gastgeber Gordons Ausfall kompensieren. Zwar machte ihnen der intensive Druck, den die BG auf den gegnerischen Aufbau ausübte - meist mit Doppelung und Mannpresse über das ganze Feld - schon in dieser Phase arg zu schaffen. Doch die Veilchen verschleuderten ihre Chancen nach Ballgewinnen und Offensivrebounds, weil sie es nicht verstanden, die Frankfurter Zonenverteidigung auszuhebeln, und weil sie ihre Distanzwürfe serienweise versemmelten. Einzige Ausnahme war Clif Brown, der in der ersten Halbzeit 100 Prozent (3/3) von der Dreierlinie traf, mit 16 Punkten der überragende Werfer war und dafür sorgte, dass die Skyliners bis zur Pause nicht noch weiter als auf elf Zähler davoneilen konnten.

Mit 18:5-Lauf erste Führung

Wie verwandelt kamen die Veilchen aus der Kabine, zeigten nun auch in der Offensive das nötige Selbstvertrauen und gingen - zum Entsetzen der 4300 Frankfurter Anhänger und bejubelt von den mehr als 100 mitgereisten Göttingern - innerhalb von fünf Minuten mit einer 18:5-Serie erstmals in Führung, als Charles Lee einen Ballgewinn des immer stärker werdenden Jason Miller per Dunk zum 46:44 (26.) vollendete. Selbst von den einseitig für Frankfurt pfeifenden Schiedsrichtern, die die BG in arge Foulprobleme brachten - vierte Fouls gegen Jacobson (21.), Brown (27.) und Miller (28.) - und einem erneuten Sechs-Punkte-Rückstand (49:55; 35.) ließ sich die BG nicht verunsichern.

Ben Jacobson und Kyle Bailey sorgten für den 55:55-Ausgleich (38.), und der Kapitän, Brown sowie Rocky Trice komplettierten den 11:0-Lauf zum 60:55 (39.)-Vorsprung. In der dramatischen Schlussminute verkürzte der Frankfurter Keith Simmons nochmals auf 58:60 und Ilian Evtimov nach zwei erfolgreichen Freiwürfen von Brown per Dreier 5,6 Sekunden vor dem Ende sogar auf 61:62. Doch nach taktischem Foul der Frankfurter behielt Jacobson bei den Freiwürfen die Nerven und erhöhte auf 64:61. Simmons Dreier mit der Schlusssirene sprang vom Ring ins Aus, und die BG-Akteure und ihre Fans begannen ihren Freudentanz.

BG: Lee (5 Punkte/0 Dreier/5 Rebounds/1 Assist/2 Steals), Kulawick, Bailey (10/0/9/1/1), Trice (8/0/3/0/3), Little (0/0/2/1), Jacobson (9/1/2/2/2), Grimaldi, Boone, Oliver (1/0/7/1/0), Brown (22/3/ 10/2/2), Miller (9/1/6/0/0).

Beste Werfer Skyliners: Evtimov (16), Simmons (15), Emmenecker (9), Roller (7).

Teamstatistik: Feldwürfe BG: 24/72 (33%); Skyl.: 20/57 (35%). - Dreier: BG: 5/27 (19%); Skyl.: 6/25 (24%). - Freiwürfe BG: 11/17 (65%); Skyl.: 15/20 (75%). - Off.-Rebounds: 22:11. - Def.-Reb.: 26:28. - Ass.: 10:16; Steals: 12:4; Turnover: 12:19.

"Ich bin stolz auf mein Team"

John Patrick (BG 74): "Ich bin stolz auf den Charakter meines Teams. Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht, aber wir sind nach dem Rückstand hervorragend zurückgekommen. Die Fitness und höhere Intensität waren ausschlaggebend. Wir haben viel Druck in der Verteidigung ausgeübt, sehr viele Offensiv-Rebounds geholt und Ballverluste erzwungen."

Murat Didin (Skyliners Frankfurt): "Das war heute das gleiche, wie in Ulm oder in Nikolaev. Wir haben zu viele Bälle verschenkt, zu viele Rebounds nicht geholt. Wir haben schon mit zwölf Punkten geführt, aber den Sieg aus der Hand gegeben. Der Glücklichere hat verdient gewonnen."

Von Michael Geisendorf

Ein Video gibt es hier.

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