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Veilchen verspielen beinahe 25-Punkte-Vorsprung

Basketball-Bundesliga Veilchen verspielen beinahe 25-Punkte-Vorsprung

In einem wahren Krimi haben die Erstliga-Basketballer der BG 74 bei den Köln 99ers mit 77:76 (73:52, 49:26, 29:18) gewonnen. Aufgrund eines eklatanten Leistungsabfalls im Schlussviertel verspielten sie dabei jedoch fast einen 25-Punkte-Vorsprung und wären für ihren Egoismus beinahe bitter bestraft worden.

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Starke 30 Minuten, zum Ende aber abgetaucht: BG-Guard Rocky Trice.

Quelle: Pförtner

Es gibt Spiele, die besonders wichtig sind für die Entwicklung einer Mannschaft. Das dramatische Duell mit den 99ers könnte für die BG 74 ein solches Match gewesen sein. Headcoach John Patrick hat in dieser 40-minütigen emotionalen Berg- und Talfahrt reichlich Anschauungsmaterial bekommen, um seinem Team zu zeigen, wie es agieren muss, um Erfolg zu haben. Lang ist aber auch die Liste der Aktionen, die die Veilchen gegen jeden Gegner in der Bundesliga in große Probleme stürzen.

Nicht nur John Patrick weiß, dass sein Team trotz 20 überragender und 15 starker Minuten nur hauchdünn und außerordentlich glücklich um eine Blamage herumgekommen ist. Die Veilchen begingen die gleichen Fehler wie im Spiel gegen die Telekom Baskets Bonn, als sie beinahe einen 16-Punkte-Vorsprung verspielt hätten. Es waren in Köln ausschließlich die schwachen Nerven von 99ers-Guard Zarryon Fereti, die der BG den fünften Sieg in Serie beschert haben. Vollkommen frei kommt der 24-Jährige fünf Sekunden vor Erklingen der Schlusssirene zum Wurf aus der Nahdistanz, doch der Ball springt vom Ring zurück ins Feld - Frust bei den Kölnern, und in den Gesichtern der BG-Spieler weicht das blanke Entsetzen nur allmählich der peinlichen Erkenntnis, dass nicht Göttingen das Spiel gewonnen hat, sondern die 99ers es verloren haben. Freude über den fünften Sieg in Folge wäre auch fehl am Platze gewesen, denn die BG taumelte fünf Minten lang wie ein schwer angeschlagener Schwergewichtsboxer über das Parkett. Nur der Gong hatte ihn vorm zu Boden gehen gerettet.

Müde und angeschlagen waren die Veilchen. Der Tempo-Basketball der ersten 30 Minten hatte viel Kraft gekostet, zumal die Veilchen verletzungsbedingt mit einer Sieben-Mann-Rotation auskommen mussten. Mit einer indiskutablen "Team-Offense" im Schlussviertel, in dem die Veilchen sich jeglichem Teamplay verweigerten und zu oft pures "Egogezocke" betrieben, machten die BG-Akteure die exzellente Leistung der ersten Hälfte fast vergessen. Zudem ermutigten sie so die tapfer und aufopferungsvoll kämpfenden 99ers zu einer furiosen Aufholjagd. Auch BG-Kapitän Kyle Bailey, der sonst ein starkes Spiel machte, ließ sich anstecken und zu falschen Würfen hinreißen. So nahm er in der hektischen Schlussphase stark bedrängt gleich mehrere Drei-Punkte-Würfe. Das ursächliche Problem war jedoch, dass die großen BG-Jungs - bis auf Jason Boone, der sich weiter verbessert präsentierte - plötzlich die Zone mieden.

Während die Veilchen lediglich vier magere Pünktchen verbuchten - nur Rocky Trice traf aus dem Feld, zudem verwandelte Bailey zwei Freiwürfe - drehten bei Köln vor allem der foulbelastete Jamon Gordon, Julian Terrell (18 Punkte/davon 16 nach der Pause) und Robert Turner (18/15) auf. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn Kölns verletzter Guard Jeremy Hunt hätte mitwirken können.

"Machen das nicht absichtlich"

Anstelle der brillanten ersten Hälfte bleibt deshalb in Erinnerung, dass Rocky Trice unter Druck zu Fehlern neigt (zwei Turnover und ein technisches Foul), der angeschlagene Jason Miller derzeit meilenweit von seiner Normalform entfernt ist, John Little in der Defense zwar hilft, aber noch immer Probleme mit den Offense-Systemen hat, Chris Oliver sich zwar weiter verbessert, Top-Star Clif Brown aber noch nicht adäquat ersetzen kann, und Robert Kulawick noch keine wirkliche BBL-taugliche Alternative ist. Marco Grimaldi agierte solide, den verletzten Ben Jacobson konnte er allerdings nicht gleichwertig ersetzen.

"Wir machen das bestimmt nicht absichtlich. Aber so lange es gut ausgeht, ist es doch toll für unsere Fans und Zuschauer", sagte BG-Center Robert Dill. Es liegt jetzt an Patrick, die richtigen Schlüsse aus dem Auftreten zu ziehen und das Team weiter zu entwickeln. "Unsere Center waren nicht da, wo wir sie gebraucht haben. Zudem waren wir in der Offense zu passiv und zu egoistisch. Dennoch haben wir gegen eine starke Kölner Mannschaft gewonnen", so Patrick.

Von Mark Bambey

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