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Wirtschaftskrise bremst Expansion der Veilchen

Basketball-Bundesliga Wirtschaftskrise bremst Expansion der Veilchen

Nie war die BG 74 erfolgreicher. Der optimale Moment also, um Sponsorengelder zu akquirieren. Doch das BG-Management kämpft nicht nur mit dem Nachteil des schwachen Wirtschaftsstandorts Göttingen, auch die fehlende TV-Präsenz und neuerdings die Wirtschaftskrise dämpfen die Euphorie.

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 Top-Leistung ohne Top-Sponsor: Charles Lee (links) und Roderick Trice warten mit ihrer BG weiter auf den Einstieg eines finanzkräftigen Unternehmens. 

Quelle: Theodoro da Silva

Das Konzept von Headcoach John Patrick, mit dem er die Veilchen - aktueller Spitzenreiter der Basketball-Bundesliga (BBL) - in die deutsche Spitze hieven möchte, scheint zu greifen. Renommierte Blätter wie die Süddeutsche oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung widmen dem Überraschungsteam reichlich Raum in ihren Ausgaben, sogar die ARD berichtete im Morgen-Magazin über die veilchenfarbenen Himmelsstürmer. Der Club bekommt nun endlich die Aufmerksamkeit, die er benötigt, um finanzkräftige Investoren für ein Engagement zu überzeugen. Immerhin seit mehr als 18 Monaten ist das Management des Erstliga-Lizenz-Inhabers Starting five auf der Suche nach einem Haupt- und Namenssponsor. Doch es scheint, als habe sich die BG eine denkbar schlechte Zeit ausgesucht, um mit sportlichen Spitzenleistungen Portemonnaies zu öffnen. In Zeiten stark rückgängiger Wirtschaftskraft und düsterer Prognosen scheint der Wille der Wirtschaft zum Sportsponsoring deutlich an Kraft zu verlieren.

 

"Viele Unternehmen agieren bei ihren Investitionen vorsichtiger. Man hat in den Gesprächen, die wir führen, das Gefühl, dass jetzt einiges auf den Prüfstand kommt. Vor einem Jahr wären die Gespräche wahrscheinlich positiver verlaufen", sagt Starting-five-Geschäftsführer Marc Franz. Die Verhandlungen mit potenziellen Sponsoren führen jetzt vor allem wieder Franz und die Starting-five-Gesellschafter Michael Hamel und Ulli Frank. Das liegt daran, dass es keine Zusammenarbeit mehr zwischen der Starting five und der Marketing-Agentur Unic gibt. Unic hat die selbst als Ziel formulierte Aufgabe verfehlt, Sponsoren für die Starting five zu gewinnen, die mit Engagements von mehr als 250000 Euro als sogenannte Premiumpartner einsteigen. "Die Trennung beruht in erster Linie auf dem Wechsel von Unic-Geschäftsführer Dirk Artmann zu Otto Bock", betont Franz und fügt an: "Ich bin aber nicht mehr so euphorisch wie noch vor zwei Jahren. Ich weiß jetzt, wie lang der Weg ist, bis die Tinte unter einem Vertrag auch wirklich trocken ist."

 

Ohne TV kaum Sponsoren

 

Doch Franz ist nicht der Mann, der bei Gegenwind abdreht. Trotz der düsteren Prognosen sieht er weiterhin die Chance, den Basketball in Göttingen auf eine solide finanzielle Basis zu stellen. Dabei helfen würde, wenn die Basketball-Bundesliga mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden würde. Am besten mit regelmäßigen Berichten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. "Die Basketball-Bundesliga ist meines Erachtens gleichauf mit Eishockey. Es ist natürlich schwer, hinter dem Fußball zu bestehen, aber ich sehe den Basketball auf einem steilen Weg nach oben", unterstreicht Franz. Dass sich Basketball als attraktive TV-Sportart irgendwann etablieren wird, daran besteht laut Franz "absolut kein Zweifel".

 

Doch auch seine Überzeugung ändert nichts daran, dass er als Geschäftsführer ob der Sponsoren-Zurückhaltung mit Blick auf die kommende Serie weiter vorsichtig planen muss. Gedankenspiele über die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb - die in greifbarer Nähe wäre, wenn die BG in der Hauptrunde unter die besten Vier und anschließend das Playoff-Halbfinale erreichen würde - verbieten sich daher anscheinend weiterhin. Um auf internationalem Parkett nicht nur Spielball der Top-Clubs zu sein, müsse das derzeitige Budget in Höhe von 1,9 Millionen Euro - darin sind auch die etwa 225000 Euro für das Damen-Bundesliga-Team enthalten - wohl mindestens um 600000 Euro aufgestockt werden. "Darüber denken wir derzeit wirklich noch nicht nach", gibt Franz unumwunden zu. Mit Blick auf die aktuellen Sponsoren-Gespräche bleibt ihm also weiter nur jener Satz, den er in den vergangenen 18 Monaten allzu häufig formulieren musste: "Wir führen Gespräche, die Akquise ist ein ganzjähriger Prozess. Ergebnisse gibt es allerdings noch nicht."

 

Von Mark Bambey

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