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Burgturnier: Caroline Nicolas gewinnt auf Stoulone du Genet

Ein Ferrari ohne Handbremse Burgturnier: Caroline Nicolas gewinnt auf Stoulone du Genet

Nun bauen die Franzosen ja bekanntlich nicht die sportlichsten Autos. Daher wollte Caroline Nicolas nichts von einem Vergleich ihrer Stute Stoulone du Genet mit einem Renault wissen. Aber ein Ferrari, das sei eine feine Anspielung. Treffend dazu.

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Eher gemächlich unterwegs: Meredith Michaels-Beerbaum und Apsara beim Preis des Hardenberg-Golf-Resorts.

Quelle: Pförtner

Nörten-Hardenberg. Eine Pferdestärke hatten beim Einlaufspringen um den Preis des Hardenberg-Golf-Resorts schließlich alle 104 Reiter unter dem Hintern.

Doch wirkte der Ritt des Großteils der internationalen Athleten eher wie die gemächliche Fahrt im Familien-Van durch den Stadtverkehr, so glich der von Nicolas einer Spritztour mit der italienischen Luxuskarosse auf der Autobahn. Fast müßig, zu erwähnen, dass die 35-Jährige die Konkurrenz um Längen distanzierte.

Die Tochter des bekannten französischen Nationenpreisreiters Jean-Marc Nicolas musste bei ihrem ersten Burgturnier ein Weilchen warten, bis sie jubeln durfte. Sie war als 58. gestartet. Als der auf Cavalia zweitplatzierte Brasilianer Marlon Modolo Zanotelli (51,07) bei seinem zweiten Ritt mit Vera nicht mehr angriff, und der Vorjahresgewinner der Goldenen Peitsche, Denis Lynch aus Irland, als 98.

Reiter einen Abwurf nach dem anderen fabrizierte, stand die Siegerin fest – mit einer Wahnsinnszeit. 50,79 Sekunden benötigte das Paar. „52 bis 54 Sekunden brauchen die Reiter, die den Sieg angreifen“, hatte Caspar Funke, Geschäftsführer des Mitausrichters Escon-Marketing, prognostiziert.

„Aber sie kann einfach nicht so langsam laufen“, entschuldigte sich die in Landau geborene Nicolas fast auf der Pressekonferenz. Dabei habe sie die Zügel nicht mal besonders angezogen. Ob sie gute Chancen besitze, wenn sie das am Sonntag tut, könne sie nicht einschätzen. „Ich habe einen Lauf“, betonte dagegen selbstbewusst der drittplatzierte Mario Stevens (51,80).

Die meisten Aktiven nutzen das Einlaufspringen als eine Art Aufwärmübung für ihre Pferde. So galoppierte beispielsweise die einstige Weltranglistenerste Meredith Michaels-Beerbaum auf Comanche wohl dosiert in 68,61 Sekunden mit großen Kurvenradien durch den Sand. „Es kommt immer auf das Pferd an, aber solche Ritte sind eine gute Vorbereitung auf die nächsten Tage“, erklärte Amazone Pia Reich.

Ein schwerer Unfall nach dem tragischen Todesfall am Morgen blieb aus. Der Italiener Andre Sakakini holte sich lediglich eine dicke Lippe, nachdem sein Hengst Jumex Sport Atlantus an einem Hindernis verweigerte. „Er ist ein freches Pferd, aber mit Gewalt erreichst du gar nichts bei ihm“, berichtete Sakakini anschließend mit blutendem Mund.

Nun hofft er, am Sonntag beim Großen Preis um die Goldene Peitsche besser abzuschneiden. Abschreiben sollte ihn jedenfalls niemand. Immerhin startet er mit originaler italienischer Pferdestärke in den Parcours.

Dowe setzt auf Sieg – und gewinnt knapp

Hendrik Dowe heißt der Sieger des Preises der Hardenberg-Wilthen AG, einer Springprüfung für siebenjährige Nachwuchspferde, die im Rahmen des Burgturniers am Freitagnachmittag ausgetragen wurde.

Der Springreiter aus dem münsterländischen Reiter setzte sich im Parcours auf Forlando (von For Pleasure) hauchdünn vor der US-Amerikanerin Laura Kraut auf Double Quick und Patrick Stühlmeyer aus Georgsmarienhütte auf Eddy durch. Bis zum 14. Platz von 31 Startern waren alle Teilnehmer fehlerfrei geblieben.

Am Ende trennten Dowe und Stühlmeyer gerade einmal 20 Hundertstelsekunden. Kraut hatte lange Zeit mit 53.76 Sekunden in Führung gelegen und hatte Glück, dass der Brite David McPherson auf Caspar noch ein Abwurf unterlief – 53.23 Sekunden hätten für den Sieg gereicht.

Einen soliden, vielversprechenden Auftritt zeigte die Goldmedaillengewinnerin bei Weltreiterspielen und Europameisterschaften, Janne-Friederike Meyer, die mit dem belgischen Wallach Indi nicht auf Zeit ging, aber eine Ahnung davon vermittelte, wie viel Potenzial in der Kombination steckt. In 66.52 Sekunden belegte Meyer den 14. Platz.

Dowe ging demgegenüber voll auf Sieg und demonstrierte, wie schnell Forlando sein kann, wenn es drauf ankommt. Knapp wurde es noch mal bei Stühlmeyer und Marcus Ehning, der auf Uthaquorrada einen sehr harmonischen Auftritt hinlegte und fehlerfrei in 54.19 Sekunden Vierter wurde.

Vor einer mäßig gefüllten Längstribüne biss sich auch Lokalmatador Niels von Hirschheydt mit Quadrivio die Zähne an der Runde von Dowe aus. Zufrieden war auch Burgturnier-Stammgast Meredith Michaels-Beerbaum: Sie ritt zwar nicht mit, fiebert aber auf der kombinierten Aktiven-/Pressetribüne aus ihrem Mann Markus Beerbaum zu, der auf Contina fehlerfrei Zehnter wurde.

Von Eduard Warda

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