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Vielfalt an Angeboten und Spione aus dem Norden

Familiensport-Festival Vielfalt an Angeboten und Spione aus dem Norden

Es ist ein Tag der offenen Türen rund ums Jahnstadion: Wer vom Parkplatz der Arena – wo unter anderem Basketball und Tauchen zum Ausprobieren animieren – den Sandweg überquert, gelangt ohne weiteres ins Freibad, wo Staffelschwimmen mit Schwimmflügeln angeboten wird. Im Fernsehen gab es mal vor einem gefühlten Jahrhundert „Spiele ohne Grenzen“ – ein Motto, das auch auf den zweiten Tag des Göttinger Sportfestivals, den Sonntag, zutrifft. 

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Früh übt sich: Hilfestellung für einen ambitionierten Nachwuchs-Gewichtheber.

Quelle: Pförtner

Auf den ersten Blick ähnelt der Innenbereich des Jahnstadion einer großen Abenteuerlandschaft für Kinder. Von der Bühne aus gibt es um 11 Uhr Grußworte von Uwe Schünemann (CDU), niedersächsischer Minister für Inneres und Sport. „Froh sein“ dürfe man als Göttinger, „dass man hier so etwas auf die Beine gestellt hat“, sagt er. Als Politik-Profi hat Schünemann natürlich auch eine gute Nachricht im Gepäck: 480000 Euro für die Sanierung der Sporthalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule an der Grätzelstraße sind bewilligt worden. 

„Es brennt an allen Ecken“

Es sind jene Minuten am gestrigen Vormittag, in denen Organisator Hans-Jürgen Mack vom Stadtsportbund im Stress ist – die Aktionen beginnen. „Es brennt an allen Ecken“, hat er über Funk erfahren. Ausgerechnet das, was wirklich brennen soll, ist indes ausgegangen: das „Feuer des Breitensports“. Ein Knopf ist defekt, nun gilt es, einen neuen zu organisieren.

Auch am Kiessee herrscht gegen Mittag Gewimmel – man muss aufpassen nicht umgerannt zu werden. Mehrere Initiativen – unter anderem das Blutdruckinstitut mit dem Bluthochdrucklauf – schicken ihre Läufer um das Gewässer, dazu kommen Walker. Die Gruppe Kiesseewalker hat sich bereits am Stadtsporttag beteiligt. Mitglied Ulla Schmidt berichtet, die älteste Teilnehmerin sei 91 Jahre alt gewesen.

Auf der anderen Seeseite, an den Bootshäusern, geht es beschaulicher zu. Der zwölfjährige Ole Henke vom Wassersportverein Beverungen ist Paukist des Drachenbootes. Nach seinen Schlägen, die rund um den See zu hören sind, müssen sich die Paddler richten. Ole wiederum richtet sich nach Schlagfrau Elke, und das macht er für das erste Mal sehr gut, heimst Lob ein.

Während die Reiter jenseits des Sees versuchen, sich bei ihren Vorführungen nicht von Ole aus dem Takt bringen zu lassen, ist das Jahnstadion am frühen Nachmittag vollends zum Spielplatz geworden. Mittendrin: Heike Henkel, bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona mit 2,02 Metern Goldmedaillengewinnerin im Hochsprung der Damen. Sie wirbt beim Familiensporttag für den „You run, we help“-Lauf des Sponsors Samsung – und muss unzählige Autogramme schreiben. 

Seit 1956 keine Steherrennen

Im „kleinen Stadion“ nebenan, jenem der SVG, hat Tuspo Weende die Radbahn reaktiviert. Unter anderem ein Steherrennen wird geboten, bei dem eine Gruppe Radfahrer von einem Motorrad, das Windschatten bietet und Schrittmacher ist, angeführt wird. Seit 1956 habe es das nicht mehr in der Arena gegeben, erinnert sich der Alt-SVGer „Schacko“ Hahne. 

Die Gäste der Konkurrenzstadt Norden, die gestern Morgen um 6 Uhr mit dem Bus nach Göttingen aufgebrochen sind, um laut Delegationsmitglied „Joki“ Gerdes „Lukki Lukki“ zu machen, also ein wenig zu spionieren, hat das nicht unbeeindruckt gelassen. „Nur ist mein Eindruck: Ich hätte noch mehr Beteiligung erwartet“, sagt Gerdes. Zwischen 19 und 20 Uhr will man wieder in Norden sein, wo am kommenden Wochenende Sportfestival ist.

Göttingens Oberbürgermeister Wolfgang Meyer, der sich gerade durch das Gewühl mit dem Fahrrad einen Weg in Richtung Mini-Basketballturnier bahnt, ist demgegenüber mit der Resonanz „total zufrieden“. Nach der Stadtwette habe Mission Olympic gezeigt, dass die Göttinger extrem begeisterungsfähig sind. „Es macht Spaß, in dieser Stadt Oberbürgermeister zu sein“, sagt er.

Auf einer Bank am Kiessee, zwischen Joggern, Walkern und Radfahrern, sitzt ein älteres Paar. „Wenn ich jünger wäre, dann würde ich heute zwölf Stunden mitmachen“, sagt der Mann. Sie nickt und schaut dabei dem Treiben zu.

Eduard Warda

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