Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Rollstuhl-Curling - Kanada ist der große Favorit

Schach auf dem Eis Rollstuhl-Curling - Kanada ist der große Favorit

Die Winter-Paralympics umfassen die Sportarten Ski Alpin, Ski nordisch, Snowboarden, Curling und Sledgehockey. Das Tageblatt stellt sie in einer Serie vor. Heute: Rollstuhl-Curling.

Voriger Artikel
Anna Schaffelhuber räumt in Sotschi ab
Nächster Artikel
Anna Schaffelhuber deklassiert die Konkurrenz im Super-G

Curlen für das Team USA: Skip Jimmy Joseph (r.) und Penny Greely.

Quelle: dpa

Sotschi. Wenn am 15. März im 3000 Zuschauer fassenden Ice-Cube-Curlingcenter in Sotschi das paralympische Finale im Rollstuhl-Curling beginnt, werden vier Herren aus Frankfurt/Main vermutlich einige Tränen der Wehmut verdrücken.

Die Mainhattan Ice-Wheelers, die zugleich die deutsche Nationalmannschaft bilden, haben die Qualifikation für die Spiele in letzter Sekunde verpasst. So müssen die deutschen Curler, die 2010 in Vancouver immerhin in der Vorrunde dabei waren, von daheim aus ansehen, wie sich aller Wahrscheinlichkeit nach Kanada bei der dritten Auflage paralympischen Curlings zum dritten Mal zum Olympiasieger krönen wird.

Curling wird als „Schach auf Eis“ bezeichnet. Häufig entscheidet sich ein End – während einer Partie werden zehn Ends gespielt – erst mit dem letzten Stein, der beim Rollstuhl-Curling mithilfe eines Stabes, der als verlängerter Arm des Spielers dient, abgegeben wird. Mitunter dauern die Begegnungen über mehrere Stunden an. Die taktische Marschroute gibt der Skip vor.

Die Rahmenbedingungen für Rollstuhl-Curling in Deutschland sind verbesserungswürdig. Es gibt kaum reine Curlinghallen, so dass die Spielfläche häufig unter den Kufen der Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler leidet. Verändern sich diese Verhältnisse zum Positiven, hat Deutschland gute Chancen, bei den Paralympics 2018 in Pyeongchang wieder dabei zu sein.

Curling

Im Vergleich zum Curling der Nichtbehinderten gibt es beim Rollstuhl-Curling drei Unterschiede:

Die vier Spieler einer Mannschaft sitzen im Rollstuhl, sie spielen in gemischten Teams und es darf nicht gewischt werden. Ansonsten sind die Regeln die selben.

Der 19,96 Kilogramm schwere Stein, der aus Granit gefertigt ist, den es nur auf der schottischen Insel Ailsa Craig gibt, wird mit einem Stab, einem sogenannten „Extender Scope“, in Position gebracht und abgespielt.

Da nicht gewischt wird, muss der Stein extrem präzise in Richtung des „Tee“ genannten Zielkreises gespielt werden. Zur Unterstützung des ausführenden Spielers darf ein Mitspieler dessen Rollstuhl stabilisieren.

Rollstuhl-Curling ist in Sotschi erst zum dritten Mal im paralympischen Programm. Erstmals wurde es 2006 in Turin ausgetragen.

Von Rupert Fabig

Voriger Artikel
Nächster Artikel